Nord/LB – Schnelle Entscheidung über nächste Investorenrunde
Einen regen Rücklauf qualitativ hochwertiger Angebote verzeichnete die Nord/LB eigenen Angaben zufolge zum Ablauf der ersten Bieterrunde am vergangenen Montag.
Einen regen Rücklauf qualitativ hochwertiger Angebote verzeichnete die Nord/LB eigenen Angaben zufolge zum Ablauf der ersten Bieterrunde am vergangenen Montag.
Zugeknöpft bis zur Halskrause zeigte sich Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker vor zwei Wochen beim traditionellen Presse-Empfang mit Blick auf jüngste Spekulationen über eine mögliche Beteiligung seines Hauses an dem Bieterverfahren für die Nord/LB. Ein hartes Dementi hätte anders ausgesehen. Am kommenden Montag (8.10.) läuft die Frist für die Abgabe unverbindlicher Angebote ab.
Das Bieterverfahren um die Beteiligung privater Investoren an der Nord/LB ist eröffnet. Potenzielle Interessenten können demnach noch bis zum 8.10. unverbindliche Angebote abgeben. Neben den Finanzinvestoren Cerberus und Apollo sollen angeblich auch die Landesbanken Helaba und LBBW ihren Hut in den Ring geworfen haben.
Niedrigzinsen, Regulierung und ständige Konzernumbauten. An der Börse sind deutsche Bank-Aktien schon lange ungeliebte Stiefkinder der Investoren. Dem DAX-Gründungsmitglied Commerzbank droht im September sogar der Abstieg aus dem deutschen Leitindex und die Deutsche Bank-Aktie wurde von den jüngsten Turbulenzen um die Türkei-Krise erneut unter die 10 Euro-Marke gedrückt. Ganz anders scheinen hingegen Private Equity-Investoren die Perspektiven der deutschen Banken einzuschätzen.
Das Closing des Verkaufs der HSH Nordbank durch Hamburg und Schleswig-Holstein an Cerberus, Flowers und weitere Finanzinvestoren verzögert sich. Ursprünglich wollten die Länder im zweiten, spätestens dritten Quartal den Vollzug nach Brüssel melden. Daraus wird nichts. Die HSH muss für den Verkauf aus der öffentlich-rechtlichen Institutssicherung in die private Einlagensicherung des BdB wechseln. Die privaten Banken lassen sich aber nicht unter Druck setzen, auch wenn dies das vom früheren Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz geführte Finanzministerium gerade versucht (s. PLATOW v. 15.6.). Erst auf seiner Sitzung am 5.11. will der BdB-Vorstand über die Aufnahme der HSH in das private Einlagensicherungssystem entscheiden. Das wurde vor drei Wochen auf einem von der Politik initiierten Informationstreffen allen Beteiligten (Verkäufer, Käufer, DSGV) auch so vermittelt.
Mit insgesamt 1 Mrd. Euro hat die DVB in den vergangenen beiden Jahren das Ergebnis der Muttergesellschaft DZ Bank belastet. 2018 wird das nicht mehr der Fall sein. Wie wir hören, hat sich die Risikosituation bei dem Verkehrsfinanzierer in den vergangenen Monaten deutlich entspannt. Wenn die DZ Bank Ende August ihre Halbjahreszahlen vorlegt, wird sich das bemerkbar machen.
Der Streit um den Wechsel der HSH Nordbank vom öffentlich-rechtlichen ins private Einlagensicherungssystem des BdB gewinnt an Schärfe. Wie in der letzten Ausgabe berichtet, sind die Sparkassen zwar bereit, den Übergang durch Zugeständnisse zu ermöglichen. Aber nicht um jeden Preis. Wie wir jetzt hören, fordert der DSGV in den Verhandlungen mit den neuen Eigentümern der HSH Nordbank ein spürbares Entgegenkommen.
Wie wir hören, sollen die Sparkassen zu weiteren Zugeständnissen im Zusammenhang mit dem Wechsel der HSH Nordbank vom öffentlich-rechtlichen in das private Einlagensicherungssystem des BdB bereit sein. Man werde noch einen gewissen Beitrag leisten, wenn wohl auch nicht alle Forderungen der Politik und der privaten Banken erfüllt werden, heißt es. Nachdem der DSGV im Juni bereits mit einer Satzungsänderung eine längere Mitgliedschaft der HSH in ihrem Sicherungssystem ermöglicht hat, soll es sich nun auch um eine zumindest teilweise Übernahme von Risiken handeln.
Inzwischen haben die Länderparlamente in Hamburg und Schleswig-Holstein zwar dem Verkauf der HSH Nordbank an Cerberus, Flowers und weitere Investoren zugestimmt. Der Deal hängt aber am Wechsel der HSH aus dem öffentlich-rechtlichen Einlagensicherungssystem des DSGV in das der privaten Banken. HSH-CFO Oliver Gatzke traf sich dazu am Donnerstag erneut mit DSGV-Offiziellen. Zwar macht der DSGV mit der auf der ao. Mitgliederversammlung am Montag geplanten Satzungsänderung den Weg dafür frei, dass die HSH nach ihrem Ausscheiden noch drei statt zwei Jahre im öffentlichen Sicherungssystem bleiben kann, d.h. so lange, bis der BdB Neumitgliedern den vollen Einlagenschutz gewährt. Damit ist die Kuh aber nicht vom Eis. Der BdB sperrt sich bisher gegen eine parallele Mitgliedschaft der HSH in zwei Sicherungssystemen. Er könnte die Aufnahme des Konkurrenten sogar ganz verweigern, etwa wegen zu schlechtem Rating (s. PLATOW v. 9.4.).
Die Herauslösung der HSH Nordbank aus dem öffentlich-rechtlichen Einlagensicherungssystem gestaltet sich schwieriger als gedacht. Beim BdB, in dessen Sicherungstopf die HSH Nordbank wechseln soll, ist man verärgert darüber, dass man für eventuelle Problemfälle der HSH Nordbank bluten soll, obwohl die Nordlichter den Privaten aktuell das Leben mit Kampfkonditionen schwer machen und weder die neuen noch die bisherigen Eigentümer der Bank offenbar zu substanziellen Zugeständnissen bei der Einlagensicherung bereit sind.
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Der Verkauf der HSH Nordbank an ein Konsortium unter der Führung der Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers hat einen „ordnungspolitischen Impuls““ freigesetzt, glaubt Vorstandschef Stefan Ermisch.
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Fast direkt im Anschluss an seine Bilanz-PK eilte HSH Nordbank-Chef Stefan Ermisch, wie wir hören, am Donnerstag Nachmittag weiter zum Hamburger Bankenverband, um sich dort vorzustellen.
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Mit einem Konzerngewinn nach Steuern von 135 Mio. Euro nach einem Vorjahresverlust von fast 2 Mrd. Euro sowie einer harten Kernkapitalquote von 12,2% hat Nord/LB-Chef Thomas Bürkle seine wichtigsten Versprechen für 2017 gehalten. Doch durchatmen kann die von der Schiffskrise schwer gebeutelte Nord/LB keineswegs. Der noch immer hohe Anteil fauler Kredite (8 Mrd. Euro) sowie die vergleichsweise dünne Eigenkapitaldecke drücken auf die Ratings und verteuern die Refinanzierung. Zusammen mit den Trägern, allen voran dem Land Niedersachsen, bastelt Bürkle derzeit mit Hochdruck an einer schnellen Verbesserung seiner Eigenkapitalposition. Dabei ist auch der Einstieg privater Investoren kein Tabu mehr.
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Schon vor der Einigung über den Verkauf der HSH Nordbank an Cerberus, J.C. Flowers und andere Investoren hat das Institut im Januar einen Mitgliedsantrag beim Einlagensicherungsfonds deutscher Banken gestellt.
Kleinvieh macht auch Mist, wenn man es richtig anstellt, d. h. Skaleneffekte zu nutzen weiß. So ist es zu erklären, dass Apollo und vor allem Cerberus zu regelmäßigen Aufkäufern deutscher Banken wurden. Apollo hat sich BKB, OLB und gerade erst die Wüstenrot Bank geschnappt. Cerberus mit ihrem umtriebigen Deutschland-Chef David Knower hat allein in den letzten 12 Monaten bei HSH Nordbank, Deutscher Ring Bausparkasse und Südwestbank zugeschlagen und ist zudem mit kleinen Anteilen bei Deutscher und Commerzbank eingestiegen.
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Pudelwohl fühlt sich Helmut Schleweis in seiner neuen Rolle als Oberhaupt der deutschen Sparkassen-Familie. Wie im Fluge seien die Tage seit seinem Amtsantritt zu Jahresbeginn verflogen, bekannte der neue DSGV-Präsident auf seiner ersten Bilanz-PK in Frankfurt. Gefüllt waren die ersten Wochen an der DSGV-Spitze vor allem mit dem Knüpfen von Kontakten zur Politik in Berlin und Brüssel sowie zu den Regulierungsbehörden. Als Sparkassen-Präsident stehen dem Neu-Berliner, der für das neue Amt extra seinen Wohnsitz von Heidelberg in die Hauptstadt verlegt hat, die Türen zu den Ministerien und Behörden meist weit offen.
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Die von der Finanzkrise stark gebeutelte HSH Nordbank hat ihren Platz in der Geschichte in jedem Fall sicher: Als erste deutsche Landesbank ist sie nach jahrelangen Verhandlungen und Vorbereitungen nun in privater Hand. Die US-amerikanischen Investoren Cerberus Capital Management und J. C. Flowers, die Beteiligungsgesellschaften GoldenTreeAsset Management und Centaurus Capital sowie die österreichische Bawag legen für 94,9% der von der HSH Nordbank gehaltenen Anteile rund 1 Mrd. Euro auf den Tisch.
Bereits am vergangenen Mittwoch, Hamburg und Schleswig-Holstein hatten mit Unterzeichnung des Kaufvertrags die Privatisierung der HSH Nordbank gerade erst auf den Weg gebracht, hat die HSH beim Bankenverband Hamburg ihren Mitgliedsantrag eingereicht. Nach der auf zwei bis drei Wochen angesetzten Prüfung des Antrags durch den Regionalverband, dessen Vorstand am heutigen Montag darüber diskutiert, geht das Anliegen der HSH weiter an den BdB.
Die Landesbanken sind bei den europäischen Institutionen nicht sonderlich wohl gelitten. Die abgewickelte WestLB und die auf Geheiß von Brüssel kurz vor der Privatisierung stehende HSH Nordbank können ein Lied davon singen. Weitgehend ungeschoren davongekommen ist bislang die Helaba.
Weniger Bausparverträge nach Zahl (-10,2% auf 175 000) und Summe (-1,8% auf 9,3 Mrd. Euro) und ein um rd. 10% auf etwa 30 Mio. Euro gesunkenes Betriebsergebnis verdeutlichen die Probleme der LBS Südwest im vergangenen Jahr. Die größte deutsche LBS, die laut Vormann Wolfgang Kaltenbach mit 10% mehr Neugeschäft 2018 zumindest einen guten Start hingelegt hat, kämpft wie die gesamte Branche mit der Zinsflaute.
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