KfW

Bankensektor

Wackelt die Treue zur Hausbank?

2019 hieß es in einer Studie der KfW, das Hausbankprinzip sei im Mittelstand fest verankert. 93% aller Unternehmen hätten demnach ein solches primäres Kreditinstitut und diese Geschäftsverbindung sei mit einer durchschnittlichen Dauer von 20 Jahren äußerst beständig.

zins

Zins-Bonanza der Banken droht schon wieder zu versiegen

Die Zinswende der EZB im vergangenen Jahr hat den Banken nach einer langen Durststrecke wieder kräftig gestiegene Zinsüberschüsse beschert. Zuletzt meldete die Deutsche Bank im Firmenkundengeschäft (Unternehmensbank) für das erste Quartal einen um sagenhafte 71% höheren Zinsüberschuss. Die besonders zinssensible Commerzbank präsentiert am 17.5. ihr Zahlenwerk für das erste Vierteljahr. Dabei profitierten die Institute auch von eine starken Kreditnachfrage vor allem im ersten Halbjahr 2022. Angesichts des russischen Angriffskriegs und der Sorge vor einer drohenden Energiekrise und der erwarteten Zinswende sogen sich die Unternehmen noch einmal mit frischer Liquidität voll. 

Insolvenz

Insolvenzen – Es bleibt Druck im europäischen Kessel

Angefacht von den Turbulenzen am Bankenmarkt und der restriktiveren Geldpolitik der Notenbanken, ringen immer mehr Unternehmen um ihre Existenz. Besonders in Europa ist die Insolvenzdynamik aber komplex, wie aus der jüngsten Prognose von Allianz Trade (ehemals Euler Hermes) hervorgeht. In Deutschland etwa dürften 2023 bis zu 22% (zuvor: 15%) mehr Insolvenzen ggü. dem Vorjahr ins Haus stehen. Damit liegen wir hierzulande aber noch immer 5% unter Vorkrisenniveau und innerhalb des globalen Durchschnitts von 21% (zuvor: 19%). Die Zeichen stehen also auf Normalisierung statt Pleitewelle (s. PLATOW v. 17.3.), denn 2024 sollen die Insolvenzen nur um weitere 6% steigen und damit wieder das Level von 2019 erreichen. Als Knackpunkt für so manches Unternehmen dürfte sich die Fälligkeit von Corona-Krediten der KfW herausstellen, die nach und nach zu zahlen sind.

Bankensektor

Firmenkunden kehren Bankfilialen den Rücken

Um harte Worte ist die KfW nicht verlegen, wenn es um die Filialnutzung durch die Unternehmenskunden der Banken und Sparkassen in Deutschland geht. In ihrer jährlichen Repräsentativumfrage bei rd. 15 000 Mittelständlern (Jahresumsatz < 500 Mio. Euro) stellt die Förderbank einen „drastischen“ Rückgang innerhalb der vergangenen fünf Jahre fest, und daran, so die Research-Spezialisten, sei keineswegs allein die Corona-Pandemie schuld. 

Förderbank

KfW – Das Kreuz mit der Zinswende

Die kräftig gestiegenen Zinsen haben im vergangenen Jahr bei fast allen Banken zu deutlich höheren Zinsüberschüssen geführt. Nicht so bei der KfW. Bei der staatlichen Förderbank ging das Zinsergebnis 2022 sogar um 4.5% auf 2,4 Mrd. Euro zurück. Für CFO Bernd Loewen ist das aber kein Anlass zur Beunruhigung. Mittel- bis langfristig werde auch die KfW von der Zinswende profitieren. Aufgrund der besonderen Refinanzierungsstruktur der KfW schlagen die gestiegenen Zinsen zunächst auf die kurzfristig refinanzierte Passivseite durch und kommen erst mit einiger Verspätung bei den längerfristigen Krediten auf der Aktivseite an. Das sorgt zeitweise sogar für eine negative Zinsmarge.

Finanzministerium

Bundesbank – Mit Lindner im Beichtstuhl

Vor seinem Auftritt beim großen Jubiläumsauftakt der KfW im Frankfurter Palmengarten am vergangenen Dienstag hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner noch einen anderen wichtigen Termin in der Bankenmetropole. Der FDP-Chef nahm als Gast an der Sitzung des Bundesbank-Vorstands teil. Dabei berichtete Bundesbank-Präsident Joachim Nagel dem Minister, dass die Notenbank nicht nur für 2022 einen einstelligen Milliardenverlust ausweisen wird, sondern auch in den kommenden Jahren wohl keine Gewinne zu erwarten sind.

Bankensektor

Commerzbank-AR – Weidmann verliert ersten Machtkampf

Ruppiger Wechsel an der AR-Spitze der Commerzbank: Nicht nur räumt der scheidende AR-Chef Helmut Gottschalk seinen Stuhl mit Murren. Wie wir hören, hat sich sein designierter Nachfolger, Jens Weidmann, mit dem Vorschlag, die Neubestellungen der AR-Mitglieder zeitlich zu staffeln, jetzt eine blutige Nase geholt.

Klimapolitik

Green Deal – EU-Subventionen werden zum Knackpunkt

Folgt man den Analysten der Credit Suisse, dann stellt das Investitionsprogramm der Joe Biden-Regierung in den USA einen „Kipppunkt“ für die Eindämmung des Klimawandels dar. Der „Inflation Reduction Act“ (IRA), hieß es Ende 2022 in einem Papier aus dem CS-Research, dürfte im Laufe der nächsten zehn Jahre nicht wie angekündigt 800 Mrd. US-Dollar an öffentlichen und privaten Investitionen für die grüne Transformation der US-Wirtschaft mobilisieren, sondern eher das Doppelte.

Bankensektor

KfW – Sehnsucht nach Normalität

Der Aufbruch in ein klimafreundliches, digitales und resilientes Deutschland habe begonnen, verkündete KfW-Chef Stefan Wintels zum Auftakt des 75. Jubiläums der größten deutschen Förderbank. Nach dem „Ausnahmejahr“ 2022 mit der Rettung der Gasversorger Uniper und Sefe (ehemals Gazprom Germania) und dem chaotischen Förderstopp für Energieeffizienzhäuser war Wintels sichtlich bemüht, das Kerngeschäft der KfW wieder verstärkt in den Fokus zu rücken, um dem Strukturwandel mehr Schub zu geben. Doch das dürfte alles andere als einfach werden.

Finanzsektor

IHK/Frankfurt – Was sich ändern muss

Viele haben dem Jahresempfang der IHK Frankfurt, Nr. 3 in Deutschland, im ehrwürdigen Gebäude der „Neuen Börse“ von 1879 sehnsüchtig entgegengefiebert. Nach 2-jähriger Corona-Pause ging das Spektakel am bewährten, für solche Massen (ca. 1 500 Gäste) aber wieder einmal viel zu beengten Ort, mit guten, aber erneut zu langen Reden und wie immer bester Frankfurter Küche über die Bühne.

Deal-Ticker

Kurz und kompakt – Spannende Deals im Januar 2023

Ein Energieversorger macht sich hübsch für den Verkauf, Asset Manager Bantleon sichert sich im zweiten Anlauf ein Objekt der Begierde, die Sparkassen launchen ein neues Produkt und digitale Assets treffen auf traditionelles Bankgeschäft – die aus unserer Sicht spannendsten Mandate zum Jahresauftakt kurz und bündig zusammengefasst.

DAX-Werte

Der Staat als Aktionär – Abschütteln lohnt sich

Unfreiwillig und teilweise in Staatsbesitz gerieten Commerzbank, Lufthansa und Tui. Vor allem dem ambitionierten Flugkapitän Carsten Spohr war es immer wieder anzusehen, wie sehr er den Tag herbeisehnte, den Staat als Aktionär wieder abzuschütteln, der ja ganz früher (bis 1997) noch das Sagen bei der Airline hatte. Und auch Manfred Knof macht gute Miene zum bösen Spiel nur, solange es eben nötig ist.

Kreditwirtschaft

Banken als Arbeitgeber – Was heute zählt

Spätestens seit der Finanzkrise eilt den Bankern der böse Ruf der Gier voraus. Doch Spitzengehälter und hohe Boni sind für viele Beschäftigte in der Banken- und Finanzdienstleistungsbranche längst nicht mehr das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers.

Tourismus

Tui will wieder unabhängig werden

Seit Oktober hält Sebastian Ebel das Tui-Ruder fest in den Händen. Mit seinem Vorgänger Fritz Joussen hatte er den Reiseriesen bereits als CFO erfolgreich – sieht man von den milliardenschweren Staatshilfen und KfW-Krediten einmal ab – durch die Pandemie gesteuert.

Kreditwirtschaft

Verbriefungen – Wann platzt der Regulierungsknoten?

Bei ministerialen Jahresbilanzen, erst recht nach den ersten zwölf Regierungsmonaten, geht es um das große Ganze und nicht um Details. Entsprechend beiläufig kam Christian Lindner im Interview mit der „Börsen-Zeitung“ zum Jahreswechsel auf einen Punkt zu sprechen, der zwischen Inflation, Energiepreisen und digitalem Euro ein bisschen technisch wirkte. Verbriefungen, so der Minister, seien in Deutschland und Europa „äußerst restriktiv“ geregelt, weil sie nach der Subprime-Krise in den USA pauschal als gefährlich gälten.

Energiepolitik

LNG-Strategie – Terminals vor Ort, grüne Zukunft offen

Immerhin geht es voran mit der LNG-Offensive der Ampelregierung. Am Freitag (16.12.) lief die „Neptune“, ein 280 Meter langer, zum Gasterminal umgebauter LNG-Tanker aus der koreanischen Samsung Heavy Industries-Werft, im Ostseehafen Lubmin ein. Kurz vorher hatte in Wilhelmshaven die „Höegh Esperanza“ festgemacht.

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Energieversorger

Steag – Weg frei für Verkauf

Es war ein hartes Ringen im Vorfeld der Steag-Aufsichtsratssitzung am vergangenen Donnerstag. Erst nach massivem Druck der Gläubigerbanken, die sogar mit der Kündigung ihrer Kreditengagements gedroht haben sollen, einigten sich die von IG BCE-Chef Michael Vassiliadis angeführten Arbeitnehmervertreter und die zerstrittenen Anteilseigner auf einen neuen AR-Chef und die Verlängerung des Vertrags von Transformations-Geschäftsführer Ralf Schmitz um ein Jahr.

Energiepolitik

Bund bastelt an virtueller Stromnetz-Holding

Keinen weiteren Euro will die vom niederländischen Staat kontrollierte Tennet mehr in den Ausbau des deutschen Stromnetzes stecken. Liegt der Investitionsbedarf für die deutschen Stromleitungen doch mittlerweile erklecklich höher als für die niederländischen. Innenpolitisch ist das für die niederländische Regierung kaum zu vermitteln.

Telekommunikation

Dt. Telekom gibt bei Glasfaser Gas

Mit dem „Netzetag 2022“ der Telekom rückt die quälend lange Genehmigungs-praxis in Deutschland wieder in den Fokus. Der Magenta-Riese zieht beim wichtigen Glasfaserausbau das Tempo an, wie Deutschlandchef Srini Gopalan am Freitag auf der Veranstaltung verkündete. Trotz Krise und Inflation sollen 2023 zwischen 2,5 Mio. und 3 Mio. deutsche Haushalte die schnelle und stabile Festnetz-Verbindung erhalten. 2022 werden sie für 2 Mio. Haushalte verfügbar gemacht. Ziel der Bonner sind über 10 Mio. angeschlossene Haushalte bis 2024, das wären doppelt so viele wie aktuell (5,2 Mio. Anschlüsse per Ende 2022), betonte der Manager.

Wohnungsmarkt

Wohnungsbau – Große Ambitionen, kleines Ergebnis

Immer mehr Bauherren und Projektentwickler tun es vorsichtshalber oder auch, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt: warten. Nun war NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach damit an der Reihe, denn ihr Flug zur Bund-Länder-Bauministerkonferenz am Freitag (25.11.) in Berlin scheiterte daran, dass die BER-Landebahn durch Klima-Demonstranten blockiert war, was Scharrenbach mit bösen Tweets quittierte.

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