DSGV – Frieden auf westfälisch
Ob die bayerische Übermacht im DSGV, wo Obmann, Girozentralleiter und bald auch der Präsident aus dem Freistaat stammen, bestehen bleibe, werde man sehen, so Liane Buchholz sybillinisch.
Ob die bayerische Übermacht im DSGV, wo Obmann, Girozentralleiter und bald auch der Präsident aus dem Freistaat stammen, bestehen bleibe, werde man sehen, so Liane Buchholz sybillinisch.
Die zweimal vom Pech (Hochwasser) verfolgte Provinzial-Fusion dürfte auf absehbare Zeit der letzte Zusammenschluss im öffentlich-rechtlichen Versicherungslager gewesen sein. Diese Einschätzung hören wir aktuell von verschiedenen Vorständen der neun öffentlichen Versicherer. Den jüngsten Versuch von Annäherung hatte die Versicherungskammer gewagt (s. PLATOW v. 27.9.21). Der größte öffentliche Versicherer (Beiträge 9,2 Mrd. Euro) hat bei der SV Sachsen (950 Mio. Euro) bereits den Fuß in der Tür. Die Beteiligungsgesellschaft BSÖ, an der die Kammer 45% hält, kommt auf 49%. Die dortigen Sparkassen, die den Rest halten, sind aber, wie wir vernehmen, wohl doch nicht bereit, ihren Anteil zu verringern.
Offensichtlich aufgeschreckt von unserer jüngsten Berichterstattung über das allmählich Fahrt aufnehmende Rennen um die Nachfolge von Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis (PLATOW v. 26.10.) hat Hans-Günter Henneke einen Brandbrief an die DSGV-Vizepräsidenten geschrieben. In dem mehrseitigen Schreiben fordert das Geschäftsführende Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistages die DSGV-Vizes auf, ein Verfahren aufzusetzen, um den Ende 2023 auslaufenden Vertrag von Schleweis zu verlängern. Schleweis (68) stecke noch immer voller Tatkraft und könne den Verband noch geraume Zeit führen. Bei den Nachfolgeaspiranten handele es sich allesamt um Selbstbewerbungen, die Schleweis‘ Autorität beschädigen würden, wütet Henneke, der auch dem DSGV-Gesamtvorstand angehört.
Nach einem trotz Corona und der höchsten Schadenbelastung der Unternehmensgeschichte in der Sachsparte starken Vorjahr, in dem das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit mit 259 Mio. Euro und die Beiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft mit 9,2 Mrd. Euro um 12 bzw. 22% über den eigenen Zielwerten lagen, wird die Versicherungskammer für das laufende Jahr etwas vorsichtiger.
Sowohl die Lebens- als auch Krankenversicherer sind relativ sicher und mit einem guten Kapitalpolster durch das zweite Corona-Krisenjahr gekommen. Das zeigen die aktuellen Berichte über Solvabilität und Finanzlage (SFCR), welche die deutschen Versicherer Anfang April vorgelegt haben.
Für die DekaBank verlief 2021 sehr gut. Inflationssorgen und Börsenrally haben bei Ergebnis und Nettoabsatz dem Vernehmen nach für neue Bestwerte gesorgt. Damit unterscheidet sich das Wertpapierhaus der Sparkassen, das am kommenden Dienstag seine Jahresbilanz vorstellt, nicht von anderen Asset Managern wie Union Investment, DWS oder AGI. Während DWS und AGI stärker am institutionellen Geschäft hängen, ist bei Deka und Union vor allem das margenträchtige Privatkundengeschäft der Treiber hinter den guten Zahlen.
Im Mai finden in NRW Landtagswahlen statt. Die westfälische Sparkassen-Präsidentin Liane Buchholz hat jedoch bereits einen ganz anderen Wahlkampf fest im Blick. Ende 2023 läuft die Amtszeit von DSGV-Präsident Helmut Schleweis aus, den Buchholz gerne beerben würde.
Am vergangenen Mittwoch tagten die Mitgliederversammlung und der Gesamtvorstand des DSGV. Der Gremien-Marathon wäre die Gelegenheit gewesen, um eine vorzeitige Vertragsverlängerung von DSGV-Präsident Helmut Schleweis zu beschließen. Im Vorfeld kursierten Spekulationen, Schleweis habe seine Chancen für eine zweite Amtszeit sondiert. Doch das Thema stand nicht einmal auf der Tagesordnung. Damit ist jetzt klar, dass für Schleweis nach Ablauf seines noch bis Ende 2023 befristeten Vertrags endgültig Schluss ist. Für die Sparkassen-Organisation bedeutet dies, dass voraussichtlich ab Mitte nächsten Jahres die Nachfolge-Diskussion an Schwung gewinnen dürfte.
Inflationssorgen und immer weiter steigende Aktienindizes treiben der DekaBank Privatanleger in Scharen zu. Allein im dritten Quartal wurden Fonds und Zertifikate für 7,1 Mrd. Euro verkauft. Nach neun Monaten ist der Retail-Absatz um knapp 90% auf 18,1 Mrd. Euro gestiegen.
Die privaten Krankenversicherer (PKV) können aufatmen. Eine zentrale Bürgerversicherung, also die Aufhebung des dualen Systems zwischen gesetzlicher und privater KV, wird es unter der künftigen Ampel-Koalition nicht geben. Somit wird auch in den nächsten vier Jahren die Diskussion über die Rolle der PKV im deutschen Gesundheitssystem lebhaft bleiben.
Wie wir hören, gibt es erste Gespräche zwischen der Versicherungskammer, der SV und der SV Sachsen über eine engere Zusammenarbeit. Vor allem die Versicherungskammer als größter öffentlicher Versicherer mit über 9 Mrd. Euro Beitragseinnahmen soll sich dabei offen zeigen auch für eine weitergehende Konsolidierung. Hier hat nach dem Wechsel an der Spitze des Sparkassenverbands Bayern ein Umdenken stattgefunden.
Am heutigen Mittwoch tagt der Verwaltungsrat der Versicherungskammer (VKB). Themen gibt es genug. Die bevorstehende Bundestagswahl macht einige VKB-Eigentümer (Sparkassen in Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland) mit Blick auf ihre Beteiligung durchaus nervös: Diskussionen über einen staatlichen Rentenfonds oder eine Bürgerversicherung, könnten je nach Wahlausgang schnell lauter werden und das Neugeschäft bei Lebens- bzw. Krankenversicherung beeinflussen.
Bei der DZ Bank, die am Montag starke H1-Zahlen präsentieren wird (s. PLATOW v. 20.8.), hat Union Investment längst Schwäbisch Hall als Perle im Portfolio abgelöst. Niedrigzins sei Dank. Ähnlich sieht es bei den Sparkassen aus, wo die Landesbausparkassen sich mühen, während der DekaBank die Anlegermilliarden nur so zufliegen.
Das Corona-Jahr 2020 hat vor allem den Außendienstmitarbeitern im Vertrieb viel abverlangt. Da persönliche Kontakte kaum mehr möglich waren, musste der Vertrieb weitgehend auf Distanzberatung umgestellt werden. Umso bemerkenswerter ist es, dass die SparkassenVersicherung (SV) auf Konzernebene ihre Beitragseinnahmen mit 3,475 Mrd. Euro (-0,1%) nahezu konstant halten konnte.
Die neue Provinzial Holding hat nach unseren Informationen im ersten Jahr der rückwirkend zum 1.1.2020 beschlossenen Fusion trotz Corona ein Ergebnis über Plan erzielt. Die Vorgängerinstitute Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest hatten 2019 noch einen Überschuss von 77 Mio. bzw. 69 Mio. Euro erzielt. 2020 müssen allerdings Fusionskosten gegen gerechnet werden, die vor dem Zusammenschluss auf rd. 230 Mio. Euro taxiert wurden. Deshalb fällt auch die addierte Ausschüttung an die Eigentümer geringer aus als 2019, als 24 Mio. bzw. 55 Mio. Euro ausgekehrt wurden. Der Rückgang ist dem Vernehmen nach aber nur minimal und geringer als zuvor zwischen den Eigentümern besprochen. Entschieden wird darüber auf der Gremiensitzung Ende März.
Kaum ist der Zusammenschluss der Provinzial Versicherungen über die Bühne gebracht worden, soll unter Beteiligung des westfälischen (WLSV) und des rheinischen Sparkassenverbands (RSV) der nächste Schritt erfolgen. Die beiden Eigentümer der LBS West sprechen aktuell mit anderen Bausparkassen-Trägern über eine Fusion. Wie wir hören, ist noch 2021 mit einem Deal zu rechnen.
Während bei den Sparkassen das Zinsergebnis bröckelt, steht bei den 10 öffentlich-rechtlichen Versicherern das Kapitalanlageergebnis unter Druck. Wegen Corona muss auf Sicht zudem mit geringeren Beiträgen gerechnet werden.
Wie vorab berichtet, will das von der Mitgliederversammlung am 29.9. zu wählende neue GDV-Präsidium erneut Wolfgang Weiler zum Präsidenten der Versicherungs-Lobby wählen (s. PLATOW v. 24.7.). Der ehemalige HUK Coburg-Chef ist ein Kompromisskandidat, der nicht jedem schmeckt. So ist nach unseren Informationen u.a. Joachim Wenning mit Weilers erneuten Wiederwahl nicht einverstanden.
Fast schon etwas verdruckst verkündeten kürzlich die Provinzial NordWest und die Provinzial Rheinland den Vollzug ihrer Fusion zur neuen Provinzial Holding AG. Die noch ausstehenden Genehmigungen der Aufsichtsbehörden und die Eintragung ins Handelsregister werden Anfang September erwartet.
2019 war eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre der Sparkassen-Versicherung, jubelt Vorstandschef Andreas Jahn bei der Präsentation der Bilanz für das vergangene Jahr. „Rundum sehr erfreulich“, sei das Zahlenwerk, sekundiert Finanzvorstand Roland Oppermann im Gespräch mit PLATOW. Getragen von einem lebhaften Geschäft in der betrieblichen Altersvorsorge kletterten die Beitragseinnahmen auf Konzernebene um 11,1% auf 3,48 Mrd. Euro. Der Konzerngewinn verbesserte sich um fast 11% auf 53,6 Mio. Euro.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen