UBS

8. April 2015 Banken

RWE steckt noch im Abwärtsmodus

Mit unseren Short-Trades hatten wir in den vergangenen Wochen wenig Erfolg, was natürlich auch dem tendenziell bullishen Marktumfeld geschuldet war. Wenn sich Chancen auf der Short-Seite anbieten, wollen wir diese aber trotzdem wahrnehmen. Beim Stromversorger RWE ist dies nun der Fall. Die fundamentalen Probleme des Konzerns sind hinlänglich bekannt. Der deutliche Rückgang der Strom- und Ölpreise sowie negative Nachrichten aus dem regulatorischen Umfeld erschweren die Situation zusätzlich. Sollte die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel geplante Energiereform mit einer Klimaschutzabgabe für Betreiber alter Kohlekraftwerke so durchgehen, dann dürfte das RWE mit seinen veralteten Braunkohlekraftwerken erneut hart treffen. In diesem Fall drohen wohl weitere Restrukturierungskosten und wahrscheinlich auch Dividendenkürzungen.

30. März 2015 Geldpolitik

Markt und Regulierung machen es Universalbanken schwer wie nie

Die deutsche Wirtschaft brummt wie keine andere in Europa. Im Kontrast zum boomenden Heimatmarkt steht die Lage bei der Deutschen Bank, die um eine neue Strategie ringt. Eigene Fehler, aber auch die Erfordernisse des Marktes und die seit der Krise stetig zunehmende Umklammerung durch die Regulierung zwingen der Deutschen Bank ein in Zukunft stark verändertes Profil auf.

26. März 2015 Geldpolitik

Strahlkraft des Finanzstandorts Frankfurt wirkt

Frankfurt ist ein festes Reiseziel der Entscheidungsträger aus der Bankenbranche. Nicht zuletzt durch die Übernahme der Bakenaufsicht durch die EZB wird der Finanzplatz Frankfurt international immer beliebter. Das sieht auch der Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken, Oliver Wagner, nicht anders. Gleichwohl ist der Ausblick für viele ausländische Institute derzeit negativ. Gerade im Privatkundengeschäft hätten sie auf Grund des Niedrigzinses Einbußen erlitten. Diese könnten auch durch gut laufende Investmentbanking- und Wealth Management-Geschäfte nicht ausgeglichen werden. Die Auslandsbanken stehen für 11% der Gesamtbilanz aller Kreditinstitute.

19. März 2015 Banken

Deutsche Bank lässt sich in der Strategie-Frage nicht treiben

Die Zeiten in denen der Vorstandssprecher der Deutschen Bank zusammen mit der Strategieabteilung (nicht selten nur in Person von Axel Wieandt) in kleiner Runde eine neue Strategie erarbeitet und dann dem Rest-Vorstand und Aufsichtsrat zum Abnicken vorgelegt hat, sind seit dem Ausscheiden von Josef Ackermann vorbei. Es ist einer der sichtbarsten Belege für den von Anshu Jain und Jürgen Fitschen eingeleiteten kulturellen Wandel, dass heute länger und breiter über die künftige Strategie diskutiert wird. Der gesamte Vorstand und die Leiter der Geschäftseinheiten haben sich in den letzten Wochen mehrfach getroffen und stehen in engem Dialog mit dem Aufsichtsrat, der sich unter Paul Achleitner aktiver einbringt als dies früher der Fall gewesen ist.

18. März 2015 Banken

Neue Stopps für Fraport und Boss

Fraport hat 2014 bei einem Umsatzanstieg von 0,8% auf 2,4 Mrd. Euro das EBITDA um 7,8% auf 790 Mio. Euro steigern können. Der Konzerngewinn kletterte um 6,8% auf 252 Mio. Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Flughafenbetreiber mit einem EBITDA von rund 820 Mio. bis 840 Mio. Euro sowie einem Überschuss von 265 Mio. bis 285 Mio. Euro. Die Zahl der Fluggäste in Frankfurt soll um 2 bis 3% steigen, nachdem der Zuwachs im vergangenen Jahr trotz diverser Streiks bei der Lufthansa 2,6% betrug. Ohne die Streiks wären es um die 4% gewesen. Die Ausschüttung an die Aktionäre wird um 10 Cent auf 1,35 Euro angehoben, was einer Dividendenrendite von 2,6% entspricht. Die zuletzt recht lange seitwärts gelaufene Aktie kletterte nach diesen Nachrichten auf ein neues Jahreshoch. Dieser Ausbruch muss jetzt aber auch sitzen, weshalb wir den Stoppkurs dieser Position bereits am Dienstag noch etwas enger auf 52,75 Euro nachgezogen haben.

16. März 2015 Geldpolitik

Deutsche Bank will Rückzug der Konkurrenz nutzen

Lange hatte Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain darauf gebaut, dass sich die Erträge nach den Einbrüchen im Gefolge der Finanz- und Euro-Krise wieder erholen, um die hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten und die verschärften Regulierungsanforderungen abzufedern. Doch Jains Hoffnung erfüllte sich nicht. Die Geldschwemme der Notenbanken drückte stärker als erwartet auf das wichtige Handelsgeschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Zudem bremsen die Niedrigzinsen das Privatkundengeschäft. Um der mauen Profitabilität Beine zu machen und die ambitionierte Verschuldungsobergrenze (Leverage Ratio) einzuhalten, basteln Jain und Co-Chef Jürgen Fitschen seit Monaten an der Neujustierung der Strategie, die im zweiten Quartal präsentiert werden soll.

9. März 2015 Banken

Neustart bei Credit Suisse

Die Credit Suisse wird ab Juni von Tidjane Thiam geführt. Dabei ist die Ernennung des bisherigen Prudential-Chefs die größere Überraschung, zu der die CS einigen Applaus von der Börse wie auch von Wettbewerbern bekommt. Dass es wieder einmal eng wird für Brady Dougan, hat sich dagegen schon angedeutet (s. Brief v. 13.2.).

18. Februar 2015 Banken

Börsen-Chef Francioni – „Geplatzte Fusion war größte Enttäuschung“

Wehmut ließ Reto Francioni auf seiner letzten Bilanz-PK als Vorstandschef der Deutschen Börse gar nicht erst aufkommen. Lediglich ein paar persönliche Dankesworte und ein schweizerisches „Saluti““ gönnte sich Francioni zum Schluss seines routiniert vorgetragenen Statements. Auch die bei solchen Anlässen übliche epische Aufzählung seiner Erfolge nach fast zehn Jahren an der Spitze der Deutschen Börse verkniff sich der Schweizer, der im Mai den Stab an den ehemaligen UBS-Chefinvestmentbanker Carsten Kengeter übergeben wird. So ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass Francioni trotz glänzender Zahlen für das vergangene Jahr auf ein Abschiedsgeschenk an seine Aktionäre in Form einer höheren Dividende verzichtet.

18. Februar 2015 Asset Management

UBS – An Axel Webers Wesen scheiden sich die Geister

Das Abschlussquartal 2014 war für die UBS nicht wirklich erfreulich. Gerade in der Paradesparte Wealth Management, die nach dem Teilausstieg im Investmentbanking natürlich noch stärker im Rampenlicht steht, lagen die Ergebnisse unter den Erwartungen. Das gilt für die Mittelzuflüsse, aber mehr noch auf der Kostenseite. UBS-CEO Sergio Ermotti musste gar die für den Bereich bisher geltenden Margenziele zurücknehmen, wodurch das Schweizer Geschäft als starkes zweites Standbein der UBS etwas übersehen wurde. Statt die Krise langsam hinter sich zu lassen, sehen sich die Eidgenossen, die ihren Wettbewerbern nicht zuletzt dank einer geschickten Kommunikation oft als Vorbild vorgehalten wurden, Kosteneinsparungen und neuen Rechtsstreitigkeiten gegenüber.

16. Februar 2015 Banken

Permira verkauft weitere Hugo Boss-Aktien

Die von Permira Fonds kontrollierte Gesellschaft Red & Black Lux hat weitere 14 Mio. Aktien von Hugo Boss verkauft. Dies entspricht einem Anteil von rd. 19,9% am Grundkapital. Freshfields Bruckhaus Deringer beriet Red & Black Lux mit den Partnern Markus Paul, Arend von Riegen, Rick van Aerssen (alle Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht) und Mark Strauch (US-Kapitalmarktrecht, alle Frankfurt). Allen & Overy wurde für den Sole Bookrunner UBS mit einem Team um den Partner Oliver Seiler (International Capital Markets, Frankfurt) tätig.

16. Februar 2015 Banken

Latham und White & Case begleiten Sunrise-IPO

Der erste Schweizer Börsengang des Jahres 2015 war auch gleich der Größte seit acht Jahren. Mit einem Emissionsvolumen von umgerechnet knapp 2,2 Mrd. Euro ging der Telekommunikationskonzern Sunrise aufs Parkett. Der deutsche Latham & Watkins-Partner Marcus Funke (Corporate, Frankfurt) unterstütze mit einem internationalen Team den Börsen-Debütanten. White & Case hat das Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank und der UBS beraten. Als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners begleiten sie den IPO. Tätig waren die deutschen Partner Gernot Wagner, Benedikt Gillessen und Lutz Krämer (alle Kapitalmarktrecht, Frankfurt).

11. Februar 2015 Banken

Credit Suisse im Büßerkleid

Mit der Zahlung von 2,8 Mrd. Dollar an die US-Behörden hat die Credit Suisse einen Schlussstrich unter das schmerzhafte Steuerverfahren in den USA gezogen. Für Brady Dougan ist die Angelegenheit aber noch nicht völlig ausgestanden. Die öffentliche Kritik am CS-Chef, dessen Stuhl vor drei Jahren bereits heftig gewackelt hatte, ist wieder lauter geworden, und das Verhältnis zu Verwaltungsratspräsident Urs Rohner, der in der Steueraffäre selbst kein glänzendes Bild abgegeben hat, gilt als zunehmend schwierig. Insofern war es ein kluger Schachzug von Dougan, unter Hinweis auf die teure Steuerangelegenheit in den USA für das abgelaufene Jahr nicht nur die Boni der Geschäftsleitung, sondern auch die Vergütung des ebenfalls in der Verantwortung stehenden Verwaltungsrats freiwillig um 20 bzw. 25% zu kürzen.

11. Februar 2015 Banken

Jede Menge Action bei Hugo Boss

Turbulente Tage erlebt zurzeit der Modekonzern Hugo Boss. Nachdem das Unternehmen in der vergangenen Woche bereits die vorläufigen Geschäftszahlen für 2014 sowie einen Kurswechsel bei der Asien-Strategie publiziert hatte (siehe PLATOW Börse vom 9. Februar), kam es in dieser Woche nun auch noch zu spürbaren Veränderungen in der Aktionärsstruktur. Der vor sieben Jahren bei Hugo Boss eingestiegene Finanzinvestor Permira hat über seine Tochterholding Red & Black Lux rund 14 Mio. der zuvor 22,4 Mio. gehaltenen Aktien veräußert und damit seinen Anteil an dem Konzern von 32% auf gut 12% verringert. Das ist gleichbedeutend mit dem Verlust der so genannten Sperrminorität, mit der gewisse Unternehmens­entscheidungen blockiert werden konnten.

9. Februar 2015 Banken

UBS – Der Musterschüler macht schlapp

So positiv die Überraschung vor wenigen Tagen bei der Vorlage der Zahlen der Deutschen Bank war, so negativ ist sie jetzt beim 2014er Zahlenwerk der UBS ausgefallen. Trotz Verdoppelung der Dividende und eines teilweise Steuereffekten geschuldeten 13%-Plus beim Gewinn auf 3,6 Mrd. CHF rasselte die Aktie gestern nach Bekanntgabe der Zahlen kräftig in den Keller und stand am Nachmittag immer noch mit 2,6% im Minus. Vormann Sergio Ermotti musste zahlreiche Ziele anpassen und mit Blick auf schwierige Rahmenbedingungen und den erstarkten Franken eingestehen, dass Profit und Performance der UBS möglicherweise auf Dauer unter Druck geraten könnten.

28. Januar 2015 Banken

Teilgewinne bei Fraport realisiert

Das Thema „Gewinne sichern““ stand in den vergangenen Tagen ganz oben auf unserer „to do““-Liste. Nachdem der Open End Call der UBS auf Fraport kurzzeitig zur größten Position in unserem Musterdepot aufgestiegen war und die MDAX-Aktie auf einen starken Widerstand traf, haben wir die Hälfte der Position am Montagmorgen verkauft und dabei immerhin mehr als das gesamte Initial-Risiko dieses Trades als Gewinn realisiert. Der zuvor bereits nachgezogene Stoppkurs bleibt für den Restbestand vorerst auf einem Aktienkursniveau von rund 49,80 Euro.

19. Januar 2015 Banken

Reto Francioni – Lob von der Kanzlerin

Wenn Reto Francioni im Juni das Steuer der Gruppe Deutsche Börse an den ehemaligen obersten Investmentbanker der Schweizer Großbank UBS, Carsten Kengeter, übergibt, kann er zufrieden auf fast zehn Jahre auf diesem Spitzenposten zurückblicken. Nach den Aufgeregtheiten der Ära des Werner G. Seifert hat Francioni das Unternehmen zunächst zur Ruhe gebracht, anschließend mit fester Hand durch die Finanzkrise geführt.

15. Januar 2015 Geldpolitik

Schweiz – Stark genug für den Franken?

Nachdem die D-Mark im Euro „unterging““, ist der Schweizer Franken die letzte verbliebene Hartwährung von internationaler Bedeutung. Umgeben von Euroland, wurde die Alpenrepublik eher noch mehr zum Anlageziel internationalen Kapitals. Wie groß der aufgestaute Aufwertungsdruck gegenüber dem von Mario Draghi weich gekochten Euro war, zeigte sich am Tag der Freigabe des Wechselkurses.

7. Januar 2015 Versicherungen

Munich Re und Stada sind raus

Bei unserer Mitte Dezember gestarteten ersten kleinen Long-Offensive an den Aktienmärkten sind unter dem Strich bislang nur niedrige Gewinne hängen geblieben. Am besten hatte sich zu Beginn die Aktie der Munich Re entwickelt, die recht schnell in die Nähe der Jahreshochs vorgerückt war. Nachdem wir bei dem Turbo Call der UBS mehr als das Initial-Risiko verdient hatten, wurde der Stoppkurs knapp über Einstand nachgezogen. Leider scheiterte die Aktie dann an ihren alten Hochs und fiel recht deutlich zurück, so dass wir den Trade am Mittwoch mit einem Mini-Plus beenden mussten.

22. Dezember 2014 Geldpolitik

Deutsche Bank – Strategie-Reise ins Ungewisse

„Kontinuität““ heißt die 66 Tonnen schwere, aus einem einzigen Granit-Block gearbeitete Skulptur des Künstlers Max Bill, die bis zur Renovierung der Frankfurter Zwillingstürme den Eingangsbereich der Deutschen Bank prägte. Fast ein wenig versteckt in einer kleinen Grünanlage neben der Deutsche Bank-Zentrale hat das Kunstwerk mittlerweile seinen neuen Platz gefunden. Es scheint, als sei die „Kontinuität““ auch im übertragenen Sinn in den Hintergrund gerückt. In Zeiten des Umbruchs, in denen sich die Deutsche Bank ohne Zweifel befindet, passt Kontinuität nicht mehr so recht ins strategische Leitbild von Deutschlands größtem Geldhaus.

18. Dezember 2014 Geldpolitik

Jens Weidmann – Der Stimmenfänger

Axel A. Weber, heute UBS, hat sich aus der Verantwortung gestohlen, was viele Deutsche ihm übelnehmen. Einer seiner Bonner Schüler, Jens Weidmann, der ihm an die Spitze der Deutschen Bundesbank nachfolgte, und seither im EZB-Rat Mario Draghi, den Präsidenten, geldpolitisch herausfordert, zeigt, wie wichtig es ist, im Ringen um den richtigen Kurs kritisch zu bleiben. Auf Grund seiner überzeugenden Argumentation steht Weidmann im ab 2015 durch den Beitritt Litauens rotierenden EZB-Rat keineswegs allein auf weiter Flur.

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