Selbst Finanzvorstand Roland Oppermann konnte sich angesichts des Jahresergebnisses seiner SV SparkassenVersicherung ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Sicher: In unsicheren Zeiten tendieren Kunden zu bekannten Marken. Doch dass der Versicherer der Sparkassen in mehreren Bereichen glänzte, war nicht abzusehen. „2025 spürten wir im Haus eine unglaublich positive Energie – und diese Dynamik spiegelt sich in Rekordergebnissen in Leben, bAV und Kundenzufriedenheit wider“, fasst Oppermann im Gespräch mit PLATOW zusammen.

Einen Rekord verzeichnet der Versicherer zum einen in der Lebensversicherung: Hier stieg das Neugeschäft um 7,7% auf 3,59 Mrd. Euro. Zum anderen erreichte die Schaden-/Unfallversicherung mit einem Neugeschäft von 204 Mio. Euro (plus 7,6%) einen Höchstwert, vor allem dank der Kraftfahrt- und privaten Sachsparten.

Wachstum in allen Sektoren

Die Zahlen sind beeindruckend: Der Konzernjahresüberschuss nach HGB stieg auf 147 Mio. Euro (Vorjahr: 103). Die gebuchten Bruttobeiträge – ohne Pensionsfonds – legten um 7,2% auf 3,99 Mrd. Euro zu.

Die Sparte der Schaden-/Unfallversicherung profitierte von geringen Schäden. Die bilanzielle Schaden-Kosten-Quote sank auf 85,2% nach 94,7% im Vorjahr und liegt damit unter dem erwarteten Marktniveau von 90%. Je niedriger die Quote, desto effizienter arbeitet der Versicherer. Dass das Ergebnis nur durch ein schadenarmes Jahr zustande kam, verneint Oppermann energisch. „Ein günstiges Elementarjahr kombiniert mit harter Arbeit hat dafür gesorgt, dass die Ausgabenseite sehr niedrig war.“

In der Lebensversicherung waren vor allem kapitalmarktnahe Lösungen gefragt. „Wir merken einen erheblichen Schwenk Richtung fondsgebundene Produkte“, so Oppermann. Bei diesen Versicherungen stieg das Neugeschäft nach Beitragssumme um 19,2% auf rund 1,68 Mrd. Euro (Vj. 1,4 Mrd.). Die Einmalbeiträge konnten 2025 um 23,6% auf 623,8 Mio. Euro gesteigert werden, während die laufenden Beiträge 2,97 Mrd. Euro (+5 %) erreichten. Oppermann relativiert das Ungleichgewicht: Die Einmalbeiträge kämen nach der Niedrigzinsphase „praktisch von null“, was den hohen prozentualen Anstieg erkläre.

Weitere Treiber des LV-Geschäfts waren die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und die betriebliche Altersvorsorge (bAV). In der BU stieg die Beitragssumme um 12,2% gegenüber 2024 auf 261 Mio. Euro. Die bAV war für rund ein Drittel des gesamten LV-Geschäfts (ohne Pensionsfonds) verantwortlich. Besonders freut Oppermann, dass rund 90% der LV-Zuwächse wie im Vorjahr aus dem Sparkassenvertrieb stammen – schwerlich kopierbar für die Konkurrenz.

„Fat Cat“ angelockt

Der größte Coup gelang im Pensionsgeschäft: Der Pensionsfonds steigerte 2025 seine Beitragssumme um rund 1 Mrd. Euro. Das ist ein immenser Sprung für das fünf Jahre alte Geschäft. „Wir haben einen Großabschluss von knapp einer Milliarde gemacht – das zeigt, dass wir bei den ‚Fat Cats‘ mitspielen können“, freut sich Oppermann. Bis dahin habe man bei den Kunden Überzeugungsarbeit leisten müssen, ergänzt er. Für die Zukunft erwartet er weitere Großabschlüsse.

Die starke Finanzlage der SV eröffnet Spielraum: Das Kapitalanlageergebnis stieg 2025 auf 655 Mio. Euro (Vorjahr: 443 Mio.). Dabei realisierte der Versicherer stille Lasten von mehr als 50 Mio. Euro. Wenn die SV stille Lasten abbaut, reduziert sich der Anteil der nicht sichtbaren Verluste. Das belastet zwar das aktuelle Ergebnis, stärkt aber die Bilanz und schafft Spielraum für künftige Überschüsse der Kunden. Damit geht der Versicherer einen ungewöhnlichen Weg.

Hinzu kommt die Auflösung der Zinszusatzreserve (ZZR), die Versicherer in der Niedrigzinsphase aufgebaut haben. Auch davon profitieren die Kunden: „Die Rückflüsse aus der ZZR fließen teilweise in die Kapitalanlage und teilweise direkt an die Kunden“, verspricht Oppermann.

Er zeigt sich zuversichtlich: „Wir haben viel investiert, und 2026 und 2027 kommen wir nun in die Erntephase.“ Die SV sei laut Oppermann „widerstandsfähig aufgestellt“, sodass selbst äußere Schocks „kaum Einfluss auf das Geschäft haben“.