Die Finanzaufsicht Bafin feuert in immer engerem Takt Salven auf säumige Banken, die ihren Meldepflichten für das Kontenvergleichsportal nicht hinreichend nachkommen. Sie verkündete am Donnerstag gleich gegen drei Institute Bußgelder. PLATOW hatte schon vor Kurzem berichtet, dass der Aufsicht ein Jahr nach dem Start des Verbraucherportals der Kragen geplatzt war, weil es bei vielen Instituten immer noch hakt.

Erneut Genossenschaftsbanken betroffen

Sie macht deswegen mit Bußgeldern den Säumigen Feuer unterm Hintern. In den aktuellen Bescheiden waren erneut Genossenschaftsbanken betroffen – und erstmals eine große Volksbank: Gegen die Volksbank Mittelhessen verhängte die Bafin Bußgelder in Höhe von insgesamt 15.500 Euro wegen fehlerhafter und unterlassener Meldungen sowie Verstößen gegen Informationspflichten.

Dabei betraf der Bescheid nicht nur die Volksbank Mittelhessen selbst, sondern auch die übernommene Raiffeisenbank im Hochtaunus. Die Gießener hatten das in Schieflage geratene Institut vergangenes Jahr integriert. Die Volksbank Mittelhessen zählt mit einer Bilanzsumme von rund 14 Mrd. Euro zu den zehn größten Genossenschaftsbanken in Deutschland. Sie hatte der Bafin zufolge fehlerhafte Daten nicht nur an das Vergleichsportal gemeldet, sondern auch im eigenen Internetauftritt veröffentlicht.

20.000 Euro Bußgeld für eine Wiener Tochter

Auch die Raiffeisenbank Mittelschwaben wurde abgewatscht. Da die Bank mit einer Bilanzsumme von 250 Mio. Euro über längere Zeit keine Daten meldete, muss sie 11.000 Euro zahlen. Die Western Union International Bank bekam gleich 20.000 Euro aufgebrummt. Die Wiener Tochter (Bilanzsumme rund 200 Mio. Euro) der Western Union Company aus den USA hatte keine Daten für ihre deutsche Zweigniederlassung geliefert. Mit dem Kontenvergleichsportal der Bafin können Verbraucher die Kosten für ein Girokonto bei allen Anbietern vergleichen. Seit Jahresbeginn ergingen bereits sieben Bußgeldbescheide.