Die Mitglieder des angeschlagenen Bankhauses RSA machten nach turbulenter Sitzung am Mittwoch den Weg für eine Fusion frei – und geben ihrer Partnerin, der Meine Volksbank Raiffeisenbank in Rosenheim, deutlich mehr Gewicht. Sofern nun auch die Vertreter der größeren Volksbank am Dienstag der neuen Woche zustimmen, würde die Fusion noch im laufenden Jahr vollzogen. Die Bilanzsumme wüchse dann auf mehr als 13 Mrd. Euro.

Eine erneute Fusion stemmt auch die Volksbank Trier Eifel: In der zurückliegenden Woche kündigte das Institut den Zusammenschluss mit der kleinen Raiffeisenbank Mehring-Leiwen an. Die Bilanzsumme der größeren Bank, die erst 2024 nach Fusion der Volksbank Trier und Volksbank Eifel entstanden war, würde damit auf rund 5,3 Mrd. Euro wachsen.

 

 

Die beiden Institute am Chiemsee und an der Mosel festigen damit ihre Position als Fusionsköniginnen. Beide Häuser sind rasant gewachsen. Die Meine Volksbank Raiffeisenbank war vor knapp zwei Jahrzehnten – damals hieß sie noch VR Bank Rosenheim-Chiemsee – gerade einmal 1,7 Mrd. Euro schwer. Seither übernahm das Institut mehrere Nachbarinnen, darunter 2013 die Volksbank Raiffeisenbank Mangfalltal-Rosenheim und 2020 die VR Meine Raiffeisenbank in Altötting. Obwohl die Fusion mit der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte im Jahr 2023 scheiterte, zählt das Rosenheimer Institut zu den größten Instituten der Republik. Seit 2007 hat sich die Bilanzsumme mehr als versechsfacht, mit dem Bankhaus RSA wird sie ungefähr sieben Mal so groß sein wie damals.

In Trier baute die Volksbank die Bilanzsumme um mehr als das Neufache aus. Die damalige Volksbank Trier war 2007 lediglich 557 Mio. Euro schwer. Ehe sie später mit der Volksbank Eifel zusammenging, übernahm sie 2015 die Volksbank Hochwald-Saarburg. Und auch die Volksbank Eifel hatte vor dem Zusammenschluss mit Trier mehrere Banken übernommen.

Große Volksbanken, schwaches Wachstum

Große Volksbanken, die mit mehreren Fusionen Schlagzeilen machten, sind weniger stark gewachsen: Die Frankfurter Volksbank, die Volksbank Mittelhessen und die Verbundvolksbank OWL haben ihre Bilanzsumme seit 2007 jeweils lediglich um das Dreieinhalbfache ausgebaut. Das ist moderat, denn insgesamt ist eine Genossenschaftsbank heute nach Bilanzsumme im Durchschnitt fast viermal so schwer wie damals, wie BVR-Daten zeigen.

Das überrascht: Die Volksbank Frankfurt übernahm mit der Vereinigten Volksbank Maingau im Jahr 2018 und der Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg im Jahr 2024 jeweils milliardenschwere Institute. Die Volksbank Mittelhessen übernahm im vergangenen Jahr gleich vier Geldhäuser, darunter in einer Notübernahme die gescheiterte Raiffeisenbank im Hochtaunus. Die heutige Verbundvolksbank OWL griff von Paderborn aus im Jahr 2017 nach der Volksbank Minden und im Jahr 2022 nach der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten. Hinzu kommen in allen Fällen weitere Fusionen. Das relativ moderate Wachstum ist aber leicht erklärbar: Die Vorläufer der Dickschiffe in Frankfurt, Gießen und Paderborn waren schon vor zwei Jahrzehnten sehr groß.

Ein Dickschiff im Süden

Die Volksbanken in Trier und Rosenheim sind derweil von kleiner Basis aus stark gewachsen. Das eint sie mit der großen Volksbank im Südwesten, der Gestalterbank. Das Institut mit Doppelsitz in Villingen-Schwenningen und Offenburg war 2020 aus der Volksbank in der Ortenau und der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau entstanden, die ihrerseits jeweils eine lange Fusionsgeschichte einbrachten. Die Vorläuferin in Villingen-Schwenningen brachte im Jahr 2007 rund 2,8 Mrd. Euro auf die Waage, heute sind es 14,3 Mrd. Euro. Aber selbst diese Verfünffachung ist wenig im Vergleich zu den Fusionsköniginnen an Chiemsee und Mosel.