Lange gehadert haben die Sparkassen mit einem Krypto-Angebot für Privatkunden. Doch jetzt könnte es schnell gehen. Während die Genossenschaftsbanken mit dem bundesweiten Roll-out von „Mein Krypto“ aufgrund des langwierigen aufsichtsrechtlichen Genehmigungsverfahrens zuletzt nur schleppend vorangekommen sind, soll das Krypto-Angebot der Sparkassen nach unseren Informationen ab Mitte Oktober in mehreren Wellen in der Sparkassen-App freigeschaltet werden. Zuvor soll Mitte September die Testphase („Family & Friends“) starten.

Um sich die aufwendigen Genehmigungsverfahren der Bafin für jedes einzelne Institut zu ersparen, haben die Sparkassen einen etwas anderen Weg gewählt als die Genossenschaftsbanken, bei denen die teilnehmenden Volks- und Raiffeisenbanken selbst als Kryptoassetserviceprovider auftreten und deshalb auch eine entsprechende Lizenz benötigen. Die Sparkassen hingegen vertreiben lediglich das zentral von der Deka in Kooperation mit der Börse Stuttgart konzipierte Krypto-Angebot.

99 Cent je Einzeltransaktion

Da die Deka bereits über sämtliche dafür notwendigen Krypto-Lizenzen verfügt, benötigen die einzelnen Sparkassen keine eigenen Bafin-Genehmigungen. Das beratungsfreie Krypto-Angebot der Sparkassen ist denn auch faktisch ein reines Deka-Produkt („Krypto powered by Deka“), das von den Sparkassen schlicht „durchgeroutet“ wird, wie es heißt. Dieses Verfahren soll auch mit der Aufsicht abgestimmt sein. Dabei entscheidet jede Sparkasse eigenständig, ob und wann sie das Krypto-Angebot der Deka freischaltet.

Die Deka-Lösung hat indes noch einen anderen Vorteil. Da die Produkthoheit bei der Deka liegt, kann sie auch die Konditionen zentral vorgeben. Demnach ist neben dem üblichen Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) eine Pauschalgebühr von 0,99 Euro je Einzeltransaktion geplant. Mit diesem Kunstkniff operierte die Deka auch schon bei S-Neo, das am Montag (20.7.) offiziell an den Start ging. Bei den Sparkassen, die sich für die S-Neo-Lösung der Deka entschieden haben, gilt eine einheitliche Pauschale von 0,95 Euro pro Trade.

Fünf Kryptowährungen im Angebot

Die Palette der Kryptowährungen, die über die Sparkassen-App gehandelt werden kann, ist aber noch sehr überschaubar. Nach PLATOW-Informationen wollen die Sparkassen zunächst mit den populären Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon starten. Später sollen weitere Krypto-Coins hinzukommen.