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N26 – Tayenthal kann sich Wechsel in AR wohl abschminken

Gerne würde der zum Jahreswechsel ausgeschiedene N26-Co-CEO Maximilian Tayenthal in den Aufsichtsrat einziehen. Doch daraus wird wohl nichts. Das sind die Gründe.

Frank Mahlmeister,
Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf
Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf © N26

Mit dem von uns vorab zum Jahreswechsel angekündigten Rückzug von N26-Gründer und Co-CEO Maximilian Tayenthal aus dem Vorstand ist eine weitere wichtige Voraussetzung für den Verzicht der sogenannten Series-E-Investoren auf die üppige Garantie-Rendite von jährlich 25% erfüllt. Damit sollte nun auch die dem Vernehmen nach weiterhin ausstehende Unterzeichnung der neuen Investorenvereinbarung zeitnah erfolgen, die von den beiden Gründern Tayenthal und Valentin Stalf immer wieder hinausgezögert wurde.

Stalfs Einzug in Aufsichtsrat schon im April?

An dem in Kraft treten der Investorenvereinbarung hängt auch die geplante Erweiterung des Aufsichtsrats von derzeit sechs auf acht Sitze. Einer der beiden zusätzlichen AR-Stühle soll möglichst bald nach der Unterzeichnung der Investorenvereinbarung mit einem erfahrenden Banker besetzt werden. Der zweite Sitz ist nach unseren Informationen für Stalf reserviert, der voraussichtlich im April mit Ablauf einer sechsmonatigen Abkühlungsphase in den Aufsichtsrat einrücken könnte.

Für Tayenthal, der ebenfalls mit einem Wechsel in den Aufsichtsrat geliebäugelt hat, wäre dann kein Platz mehr in dem Gremium. Auch in der offiziellen N26-Mitteileilung zum Ausscheiden Tayenthals ist von einem möglichen Wechsel in den Aufsichtsrat keine Rede. Offensichtlich musste Tayenthal einsehen, dass die Widerstände gegen einen Einzug beider Gründer in den Aufsichtsrat zu groß sind.

Drohende BaFin-Verwarnung

Dabei könnte auch die erwartete schriftliche Verwarnung der BaFin gegen Tayenthal und Stalf eine Rolle spielen. Eine Verwarnung gilt zwar nicht zwangsläufig als Hindernis für einen Wechsel in den Aufsichtsrat, aber gleich zwei neue AR-Mitglieder mit einem solchen Makel könnten dann doch zu viel sein. Interessant dürfte auch werden, ob sich Stalf nach seinem Sprung in den Aufsichtsrat mit der Rolle eines Kontrolleurs des Vorstands begnügt oder versuchen wird, ins operative Geschäft hineinzuregieren. Im April soll auch der designierte Allein-Vorstandschef Mike Dargan sein neues Amt antreten. Der ehemalige UBS-Vorstand dürfte sich eine solche Einmischung aus dem Aufsichtsrat allerdings kaum gefallen lassen.

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