Genossenschaftsbanken

Volksbank Brawo – Was an den Spekulationen dran ist

Für Wirbel sorgten Medienberichte, der BVR habe die Volksbank Brawo als „Restrukturierungsfall“ eingestuft. Nach unseren Informationen ist die Lage aber sehr viel weniger dramatisch.

Frank Mahlmeister,
Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BRAWO
Jürgen Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank BRAWO © Volksbank BRAWO eG

Argwöhnisch beäugt wird die Volksbank Brawo (Braunschweig-Wolfsburg) im genossenschaftlichen Verbund schon lange. Gilt das von dem stets sehr selbstbewusst auftretenden Jürgen Brinkmann geführte Institut mit seinem starken Fokus auf das Immobiliengeschäft und einem komplexen Konzerngeflecht mit 400 Tochter-Unternehmen (u.a. Radiosender, Brauereien, Fitnessstudios) doch als wenig transparent und auch ein wenig extravagant.

Dass die Immobilienkrise auch an der Volksbank Brawo nicht spurlos vorübergangen ist, dürfte denn auch kaum verwundern und war schon am Konzernabschluss für 2023 abzulesen. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit brach um 40% auf 36,4 Mio. Euro ein. Auch der Konzernabschluss für 2024, der noch immer nicht vorliegt, dürfte wenig berauschend ausfallen. Das Institut soll jedoch über erhebliche Reserven verfügen, um auch etwas heftigeren Gegenwind durchstehen zu können.

Vom BVR nur als Präventionsbank eingestuft

Für einige Aufregung im Geno-Sektor sorgte dieser Tage jedoch ein Bericht der „Finanz-Szene“, die erfahren haben will, dass die BVR-Sicherungseinrichtung die Volksbank Brawo kürzlich als „Restrukturierungsfall“ und damit in die höchste Kategorie des Präventionssystems eingestuft haben soll. Nach unseren Informationen führt der BVR die Volksbank Brawo jedoch als „Präventionsbank“ mit der niedrigsten Einstufung in dieser Kategorie. Der BVR unterteilt die Genossenschaftsinstitute in die drei Kategorien „Monitoring“, in der sämtliche Institute enthalten sind, „Prävention“ und „Sanierung“, wobei es weitere Unterkategorien gibt.

Wie uns die Volksbank Brawo auf Anfrage mitteilt, sei es „aufgrund unseres Geschäftsmodells und der Größe nachvollziehbar, dass der BVR das Institut begleitet und beobachtet. In diesem verbandsspezifischen Umgang ist die Bank eine ganz normale ,Präventionsbank‘ und keine Sanierungsbank“. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Entgegen der Berichterstattung einiger Medien werden wir von der BVR-Sicherungseinrichtung nicht als ,Restrukturierungsfall‘ eingestuft.“ Auch fordere der BVR keine Änderung der Strategie.

Verbandsrat einstimmig für Satzungsänderungen

Es mag Zufall sein, dass die Einstufung der Volksbank Brawo als „Präventionsbank“ ausgerechnet wenige Tage vor der Entscheidung des BVR-Verbandsrats über die Reform der Sicherungseinrichtung an diesem Donnerstag (27.11.) erfolgte. Jedenfalls votierte das mächtige Gremium einstimmig für die von der BVR-Spitze um Verbandspräsidentin Marija Kolak vorgeschlagenen Satzungsänderungen, die noch von der Mitgliederversammlung im Sommer 2026 abgesegnet werden müssen.

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