Marktkapriolen – Zinsen, China und das Öl
Der scharfe Blick auf die Qualität von Unternehmen ist auf Dauer der bessere Leitfaden, sich an der Börse zu engagieren. Diese klare Sicht wird derzeit verstellt von den alles überlagernden Einflüssen der Geldpolitik. Die Beschlüsse der EZB am Donnerstag und die verklausulierten Worte, mit denen Mario Draghi sie zu erläutern pflegt, werden mit großer Spannung erwartet. Ebenso wichtig ist das weitere Vorgehen der US-Fed unter Janet Yellen. Kennzahlen der Unternehmen geben eindeutige Signale wie gut, weniger gut oder schlecht. In der Geldpolitik herrschen andere Gesetze. Ein weiteres Öffnen der Schleusen durch Draghi hat zwar an Wirksamkeit eingebüßt, pusht aber immer noch die Kurse. Ringt sich die Fed am Ende dazu durch, die Zügel weniger stark anzuziehen, würden Anleger verschnupft reagieren, weil sie sich um die US-Konjunktur sorgen. Diese ist besser als befürchtet und ein leicht zu übersehender Ausgleich für das schwächelnde China. Dass es um die Weltkonjunktur gar nicht so schlecht steht, zeigt das deutlich teurer gewordene Öl.
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