Karriere ohne Perspektive
Wenig Zuversicht mit Blick auf die persönlichen Karrierechancen: Eine aktuelle Studie des Personalberaters Cobalt zeichnet ein trübes Bild der Immobilienwirtschaft.

Die Wechselbereitschaft bei den Arbeitnehmenden sinkt. Die Bindung an den eigenen Arbeitgeber bleibt hoch. Bei der persönlichen Karriereaussicht fehlt aber die Perspektive. Zu diesem Ergebnis kommt die neue „Cobalt Markt- und Karrieretrendanalyse 2026“, in der der Personalberater Cobalt untersucht, wie Beschäftigte aus der Bau-, Immobilien- und Finanzwirtschaft ihre wirtschaftliche Situation, Karrierechancen, Vergütung, Benefits, Flexibilität, Führung und Wertschätzung beurteilen.
Aus PLATOW-Sicht bedarf das allerdings weniger einer wissenschaftlichen Begründung, sondern erklärt sich mit Blick auf die Marktsituation der Immobilienwirtschaft. Wer derzeit bei Unternehmen mit Zukunfts- oder zumindest mit Überlebensperspektive beschäftigt ist, bleibt lieber, statt nicht überschaubare Risiken einzugehen. In der Konsolidierungsphase des Marktes sind Karriereperspektiven traditionell eingeschränkt, vor allem auch unter dem Aspekt, dass die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte zunimmt.
Das zeigt sich in den Ergebnissen. Besonders deutlich zeigt sich die Diskrepanz zwischen der Einschätzung des eigenen Unternehmens und der persönlichen beruflichen Situation in der Immobilienwirtschaft. Rund die Hälfte der Befragten bewertet die Unternehmensentwicklung positiv. Bei den Auswirkungen der Marktentwicklung auf die eigene Karriere fällt das Bild deutlich skeptischer aus. Nur 15% sehen positive Auswirkungen, 36% negative. Beschäftigte trennen offenbar zunehmend zwischen der Stabilität ihres Unternehmens und ihren individuellen Entwicklungschancen. Für Arbeitgeber entstehe daraus Handlungsbedarf, so Cobalt.. Eine geringe Wechselbereitschaft sei nicht automatisch mit hoher Zufriedenheit oder langfristiger Bindung gleichzusetzen.
Unterschiedliche Entwicklung je nach Tätigkeit
Die Tätigkeitsfelder innerhalb der Immobilienwirtschaft würden unterschiedlich beurteilt. Property Management hebe sich bei der wirtschaftlichen Zuversicht positiv ab. Beim erwarteten Fachkräftebedarf werde der Bedarf bei Property Management sowie Nachhaltigkeit und ESG hoch eingeschätzt. KI verändere zwar die Kompetenzprofile, jedoch blieben Soft Skills entscheidend.
Welche Kompetenzen künftig besonders gefragt seien, hänge stark vom jeweiligen Tätigkeitsbereich ab. Künstliche Intelligenz spiele insbesondere im Asset Management sowie in Investment und Transaktionen eine wachsende Rolle. Bei der Projektentwicklung und im Property Management würden dagegen Kommunikation und Zusammenarbeit stärker an Bedeutung gewinnen. Auch die Diskussion über flexible Arbeitsmodelle verändert sich. Hybrides Arbeiten sei in weiten Teilen der Immobilienwirtschaft etabliert. Rund zwei Drittel der Befragten sind mit ihrer derzeitigen Flexibilität zufrieden. Damit verliere Homeoffice als alleiniges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte an Bedeutung.