Finanzplatzkabinett – DSGV und BVR sagen Teilnahme ab
BVR-Präsidentin Kolak und DSGV-Chef Reuter sagen ihre Teilnahme an der Sitzung des Finanzplatzkabinetts ab. Sie stoßen sie sich wohl auch an dem Fokus auf die Commerzbank.

Die erste Sitzung des neuformierten hessischen Finanzplatzkabinetts am 12.2. in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale wird ohne die beiden Spitzenverbände der Sparkassen und Genossenschaftsbanken stattfinden. In einem gemeinsamen Brief an Hessens Ministerpräsidenten Boris Rhein, der uns vorliegt, sagen BVR-Präsidentin Marija Kolak und DSGV-Chef Ulrich Reuter ihre Teilnahme an der Sitzung des Finanzplatzkabinetts ab. „ Wir schätzen die Initiative der Hessischen Landesregierung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Finanzsektors ausdrücklich“, schreiben Kolak und Reuter. „Nach sorgfältiger Überlegung müssen wir Ihnen jedoch mitteilen, dass wir an der Sitzung des Finanzplatzkabinetts nicht teilnehmen können“, heißt es dann jedoch weiter.
Die beiden Verbände stoßen sich vor allem an der „starken Fokussierung der Initiative auf den Bankenplatz Frankfurt“. Denn eine Strategie zur Stärkung des deutschen Finanzsektors könne nicht auf eine einzelne Metropolregion zugeschnitten sein. Nach Ansicht von Kolak und Reuter müsse Finanzmarktpolitik alle Finanzplätze in Deutschland einbeziehen und die gesamte Bandbreite der Marktteilnehmer berücksichtigen, von regional verankerten Kreditinstituten über Asset Manager bis hin zu Versicherern und Bausparkassen.
Besonders wurmt Kolak und Reuter, dass das Finanzplatzkabinett „einseitig auf kapitalmarktorientierte Institute ausgerichtet“ sei. Damit spielen die Verbandschefs offensichtlich darauf an, dass Rhein mit dem Finanzplatzkabinett der Commerzbank den Rücken in ihrem Abwehrkampf gegen die Unicredit stärken will.