Neue Berenberg-Spitze lockert Homeoffice-Regeln
Jahrelang galt die Privatbank als Institut mit den strengsten Präsenzregeln. Jetzt vollzieht die neue Führung eine Kehrtwende. Was dahinter steckt.

Sechs Tage Homeoffice – pro Jahr, und nur im Notfall. Bislang galt bei Berenberg eine der strengsten Präsenzregeln der Bankenbranche. Damit ist jetzt Schluss. Die Hamburger Privatbank erlaubt ihren Mitarbeitern ab sofort übergangsweise einen mobilen Arbeitstag pro Woche, wie mehrere Insider PLATOW bestätigten. Eine interne Mitteilung dazu ging demnach am Dienstag an die Belegschaft. Künftig soll den Mitarbeitern mobiles Arbeiten überall dort ermöglicht werden, wo dies betrieblich möglich ist. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung handeln Personalabteilung und Betriebsrat derzeit noch aus.
Neue Spitze geht auf Mitarbeiter zu
Damit schlägt die Bank weniger als zwei Wochen nach dem abrupten Wechsel an ihrer Spitze einen neuen Kurs ein. Über Jahre hatte sich die frühere Berenberg-Führung um Hendrik Riehmer als Hardliner in der Homeoffice-Frage positioniert und damit viele Mitarbeiter frustriert. Nach der Absetzung der drei persönlich haftenden Gesellschafter um Riehmer durch die Bafin und einer etwas missglückten Townhall, über die wir exklusiv berichteten, geht die neue Führung nun auf die Mitarbeiter zu.
Hans-Walter Peters sagte gegenüber PLATOW, die Mitarbeiter hätten den Wunsch schon vor seiner Rückkehr ins operative Geschäft an ihn herangetragen. Jetzt sei alles sehr schnell gegangen. Er und sein Partner, der zweite Sonderbeauftragte Michael Horf, hielten den jetzt gefundenen Weg für eine „gute Lösung“.
Jahrelanger Streit um Homeoffice
Jahrelang hatte es bei Berenberg Streit um die Homeoffice-Regeln gegeben. 2022 sorgte die Bank mit einer faktischen 100-Prozent-Präsenzpflicht bundesweit für Aufsehen. Der Betriebsrat kritisierte die Regelung scharf, zahlreiche Mitarbeiter beklagten den Wegfall der während der Pandemie etablierten Flexibilität. Zeitweise gab es eine Ausnahmeregel für IT-Mitarbeiter, die zwei bis drei Tage pro Woche von zu Hause arbeiten durften. Zuletzt galt die strenge Präsenzregel jedoch wieder für nahezu alle Mitarbeiter.
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