Die VR-Bank Würzburg führt als erste Genossenschaftsbank in Deutschland offiziell das Angebot „Mein Krypto“ ein. Die Bank wird am morgigen Dienstag (5.5.) das Angebot in der Banking-App starten und am Nachmittag eine Pressekonferenz abhalten, wie uns die Bank auf Nachfrage mitteilt. Weitere Banken dürften in Kürze folgen.

Das fränkische Institut („Zukunftsgenossenschaft“) hat das Projekt maßgeblich vorangetrieben. Es ist eine von sechs Pilotbanken, die das Angebot bislang im kleinen Rahmen erproben – neben der Hannoverschen Volksbank, der VR-Bank Rottal-Inn, der VR Bank Südpfalz, der VR Teilhaberbank Metropolregion Nürnberg und der Westerwald Bank. Außerdem leitet der Würzburger Andreas Scheller andere Banken in Webinaren zur Einführung von „Mein Krypto“ an.

Bisher haben nur acht Genossenschaftsbanken eine offizielle Lizenz für die Orderausführung von Kryptowerten: Anders als die sechs Pilotbanken bieten die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte und die Volksbank Mittlerer Schwarzwald ein separates Angebot statt „Mein Krypto“ an. Auch sie verfügen über die begehrte Zulassung, die auf dem EU-Regelwerk Micar beruht. Im Dezember folgte zudem die DZ Bank, die als zentrale Anbieterin für „Mein Krypto“ verantwortlich ist. Seither können auch alle anderen genossenschaftlichen Primärbanken eine Zulassung beantragen.

„Leiser Marktstart“ in Nürnberg

Doch auch mit Lizenz ist ein rascher Einstieg keineswegs zwingend. Die VR Teilhaberbank in Nürnberg, eine der sechs Pilotbanken, plant zunächst einen „leisen Marktstart“ im Frühsommer, ehe das Angebot in die Breite getragen werden soll, wie das Institut auf unsere Nachfrage schreibt. Die Westerwald Bank will das Angebot zwar einführen, aber „noch nicht in diesen Tagen“. Einen schnellen Start hingegen verspricht die Hannoversche Volksbank: „Wir sind auf der Zielgeraden und haben nur noch ein paar Formalien zu klären.“

Über das neue Angebot können Bankkunden zunächst mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardan handeln. Die Digitaltochter der Börse Stuttgart tritt dabei als Verwahrerin auf. Da Kryptowährungen umstritten sind, richtet sich das Angebot an Selbstentscheider und soll nicht in Vertriebsgesprächen aktiv verkauft werden. Jede Bank entscheidet selbst, ob sie „Mein Krypto“ einführt. Auch die Sparkassen arbeiten an einem Angebot.

 

Ergänzt am 5. Mai 2026 um die Angaben der Westerwald Bank und der Hannoverschen Volksbank.