Was hinter dem Bewertungswunder der Sparkasse Leipzig steckt
Einen erstaunlichen Swing im Bewertungsergebnis, der das Betriebsergebnis nach Bewertung um mehr als 40% aufpolierte, legte die Sparkasse Leipzig im vergangenen Jahr hin. Diese zwei Effekte stecken dahinter.

Während andere Sparkassen 2025 kräftig in neues Personal, IT und die Digitalisierung investierten und dafür bewusst höhere Kosten in Kauf nahmen, blieb der Gesamtaufwand der Sparkasse Leipzig weitgehend stabil (+1%). Das ist umso bemerkenswerter, da auch die drittgrößte Sparkasse Ostdeutschlands (12,1 Mrd. Euro Bilanzsumme) 65 neue Mitarbeiter einstellte. Da auch die Erträge in Summe stabil blieben, sank das Betriebsergebnis vor Bewertung nur geringfügig um -0,4% auf 232,5 Mio. Euro. Der Rückgang beim Zinsüberschuss (-2,4% auf 284,1 Mio. Euro) wurde durch einen Anstieg beim Provisionsüberschuss um 7% auf 108,6 Mio. Euro weitgehend aufgefangen.
Atemberaubender Swing im Bewertungsergebnis
Nach Bewertung schnellte das Betriebsergebnis jedoch um beachtliche 41,9% auf 244,2 Mio. Euro nach oben. Ursache für diesen Gewinnsprung ist ein deutlicher Swing im Bewertungsergebnis, das sich von –61,3 Mio. Euro im Vorjahr auf plus 11,8 Mio. Euro verbesserte. Wie uns die Sparkasse Leipzig auf Nachfrage berichtet, verbergen sich dahinter gleich zwei Effekte. So ergab sich bei der Bewertung des eigenen Wertpapierbestands per Saldo ein positives Ergebnis von 20 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein negatives Ergebnis von –19,3 Mio. Euro zu verzeichnen war. Gleichzeitig fiel die Netto-Risikovorsorge im Kreditgeschäft mit 8,4 Mio. Euro deutlich geringer aus als im Vorjahr (42 Mio. Euro).
Das von Harald Langenfeld geführte Institut nutzte diesen „Bewertungsschatz“: Es polsterte seine Vorsorgereserven um beachtliche 162,9 Mio. Euro auf nach lediglich 97 Mio. Euro im Vorjahr. Unterm Strich dimmte diese Operation den Jahresüberschuss auf das Vorjahresniveau von 20 Mio. Euro.