31.08.26

Berliner Sparkasse will Gewinn komplett ausschütten

Die Berliner Sparkasse hat in einem starken ersten Halbjahr den Fonds für allgemeine Bankrisiken kaum noch gestärkt – womit reichlich Geld für eine Gewinnabführung bleibt. Nach Ablauf des Geschäftsjahres werde die Sparkasse den Gewinn vollständig abführen, teilt das Institut auf Nachfrage mit. Zwar verdiente die Sparkasse im ersten Halbjahr vor Steuern 252 Mio. Euro nach 133 Mio. Euro im Jahr zuvor. Dabei flossen diesmal nur 1 Mio. Euro in die Reserven, nach zuvor 50 Mio. Euro. Die harte Kernkapitalquote erreicht zur Jahresmitte 21,1%, die Sparkasse sieht sich „angemessen“ kapitalisiert.

Schon in den vergangenen Jahren hatte die Sparkasse, ein Überbleibsel der ehemaligen Landesbank Berlin, einen größeren Teil der Gewinne abgeführt. Die Ausschüttungen fließen in eine Holding und können von dort der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe zugutekommen – und damit mittelbar den Sparkassen. Die Zahlen sind aktuell stimmig: Der Zinsüberschuss kletterte im ersten Halbjahr um 13 Mio. Euro auf 497 Mio. Euro, der Verwaltungsaufwand fiel um 9 Mio. Euro auf 361 Mio. Euro, die Risikovorsorge lag mit 61 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 74 Mio. Euro. (jsc)


28.8.26

Betrugsfall belastet IKB mit 24 Mio. Euro

Die Mittelstandsbank IKB leidet unter einem „einzelnen externen Betrugsfall“, der eine Wertberichtigung von 24 Mio. Euro nach sich zog. Die Ergebnisrechnung im ersten Halbjahr 2026 fällt daher mau aus: Um die Last auszugleichen, schöpft die Düsseldorfer Bank 12 Mio. Euro aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken und streicht weitere 12 Mio. Euro aus der Auflösung von Zinsderivaten ein. Das erlaubt der IKB, einen nahezu unveränderten Konzerngewinn von 36 Mio. Euro auszuweisen. Zugleich schrumpft die Bank weiter: Der Zinsüberschuss gab von 91 Mio. auf 76 Mio. Euro nach, die Kosten von 77 Mio. auf 67 Mio. Euro, die Bilanzsumme sank seit Jahresbeginn von 14,3 Mrd. auf 13,6 Mrd. Euro. Die Cost-Income-Ratio ist mit 80,9% auffällig hoch. (jsc)


Verwirrung um „Raiffeisenbank“ und „Volksbank“

Die geplante Raiffeisenbank in der Region, die 2027 aus einer Fusion der Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld und der Onstmettinger Bank entstehen soll, stiftet Verwirrung. Auf Wikipedia war das Institut in Baden-Württemberg zunächst als Volksbank in der Region vermerkt. Diese Bank gibt es aber bereits, nämlich rund 40 bis 50 Kilometer weiter nordöstlich in Tübingen. „Schlecht recherchiert“, beschwert sich ein Teilnehmer, der sich als Vorstandsmitglied ausgibt, im Diskussionsforum. Es wäre nicht der erste Namensvetter im Verbund. So gibt es die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank in zweifacher Ausfertigung, die eine in Reinheim nahe Darmstadt, die andere in Simmern im Hunsrück. Für Feinschmecker: Im Logo tritt die neue Bank als „Raiffeisenbank in der ReGiOn“ auf. Die Großbuchstaben stehen für Rosenfeld, Geislingen und Onstmettingen. (jsc)

 


27.08.26

Deutsche Bank schiebt Kernbankensystem in die Wolke von Thought Machine

Die Privatkundenbank der Deutschen Bank nutzt als Kernbankensystem künftig die Plattform Vault Core der britischen Thought Machine. Ab 2027 sollen schrittweise bestehende Systeme überführt werden, wie die Bank mitteilt. Das System soll Bank- und Kreditprodukte in Deutschland abdecken. Der Konzern hatte Ende 2025 angekündigt, die Zahl der Kernbankensysteme in der Privatkundenbank von 15 auf zwei cloudbasierte Plattformen zu reduzieren. Zu den Kunden von Thought Machine zählen etwa die Digitalbanken Isybank (gehört zu Intesa Sanpaolo), Mox (gehört zu Standard Chartered) und die Trust Bank in Singapur. (jsc)


26.08.26

Kontenvergleich: Bafin bestraft Bunq, Bfor und Wise

Die Finanzaufsicht Bafin hat schon wieder Bußgelder wegen Verstößen gegen die Meldepflichten für den Bafin-Kontenvergleich verhängt. Dieses Mal erwischte es gleich drei Fintechs auf einmal. Der Europa-Ableger des estnisch-britischen Geldtransferspezialisten Wise, die Wise Europe, muss 16.000 Euro zahlen. Die französische Online-Bank BforBank, Tochter von Credit Agricole, bekam 27.500 Euro aufgebrummt. Die niederländische Neobank Bunq erhielt die höchste Strafe mit 28.000 Euro. Die Aufsicht wirft ihnen nicht nur unterlassene Meldungen an das Verbraucherportal der Bafin vor, sondern auch lückenhafte Entgeltinformationen auf der eigenen Homepage. Seit Jahresbeginn greift die Bafin rigoros in dieser Angelegenheit durch. Häufig waren Genossenschaftsbanken im Visier. (st)


Gesundheitsreformen fordern Apo-Bank

Die Gesundheitsreformen und etliche Kürzungen treiben auch die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apo-Bank) um: Die Genossenschaftsbank erwartet einen „erhöhten Beratungsbedarf“ ihrer Klientel sowie andere „Rahmenbedingungen der Finanzierung“, wie sie im Halbjahresbericht festhält. Die Bank zählt auf: weniger Vergütung für Psychotherapeuten und Zahnärzte, Erlöskürzungen für Krankenhäuser, aber auch höhere Honorare für Privatpatienten und höhere Fixhonorare für Arzneimittel. Im ersten Halbjahr zeigt sich die Bank gesund. Der Befund: eine solide Ernährung (Zinsüberschuss: +5% auf 518 Mio. Euro), eine gute Fitness (Cost-Income-Ratio von 59,4%), ein paar Zipperlein (Risikovorsorge für Einzelpositionen: -17% auf 48 Mio. Euro), reichlich Vorsorge (Fonds für allgemeine Risiken: 96 Mio. Euro). Es bleibt ein Gewinn von 52 Mio. Euro. (jsc)


Grabenkampf belastet VR Südbank auch finanziell

Der Streit im Aufsichtsrat hat die VR Südbank 2025 belastet. Eine ungeplante Beratung „aufgrund von Veränderungen bei Organen“ ist einer der Gründe, weshalb die Kosten nach dem Fusionsjahr 2024 nicht so stark wie erhofft gesunken sind. Die Aufwand-Ertrags-Quote sank lediglich von zuvor 78,4% auf jetzt 72,1%. Die Zielquote lag weit entfernt davon bei 66,1%. Im Oktober 2025 war Aufsichtsratschef Jörg Bauer nach Querelen zurückgetreten. Zum Jahresende folgten vier weitere Mitglieder. Im Startquartal dieses Jahres zogen drei neue Mitglieder ein. Das Institut am Bodensee kommt auf eine Bilanzsumme von 855 Mio. Euro und beschäftigt rund 131 Menschen. Ein Zins- und Provisionsüberschuss von 20,4 Mio. Euro steht Ausgaben von 14,6 Mio. Euro gegenüber. Beziffert werden die Kosten für den Streit jedoch nicht. (jsc)


25.08.26

Deka schreibt Rekordabsatz auch dank Sparplänen

Die Deka-Gruppe hat im ersten Halbjahr so viele Fonds und Zertifikate abgesetzt wie noch nie in einer ersten Jahreshälfte: Von Anfang Januar bis Ende Juni flossen 23,3 Mrd. Euro in die Produkte des Zentralanbieters, wie die Bank festhält. Wertpapiersparpläne trugen dazu einen Großteil bei: 9,1 Mio. Verträge zählt die Deka zur Jahresmitte. Da die monatliche Rate im Durchschnitt nahe der Marke von 100 Euro liegen soll, entfällt somit ein erheblicher Teil der Fondszuflüsse auf Sparverträge. Netto 11,0 Mrd. Euro Zuflüsse allein im Fondsgeschäft mit Privatkunden sind daher auch ein Ergebnis regelmäßiger Sparraten. Weitere 8,5 Mrd. Euro legten private Anleger neu in Zertifikate an – auslaufende Papiere nicht mitgezählt. Mit institutionellen Investoren wiederum macht die Bank bereits seit Jahren eher weniger Neugeschäft. „Immer mehr Menschen erkennen über die letzten Jahre hinweg die Bedeutung des Kapitalmarkts für ihren Vermögensaufbau“, sagte Konzernchef Georg Stocker am Montagabend vor Journalisten. Unerwähnt bleibt: Ohne eine geölte Vertriebsmaschinerie der Sparkassen wären derart hohe Zuflüsse undenkbar. Die Gruppe verdient gut damit: Das wirtschaftliche Ergebnis – das ist ein modifizierter Vorsteuergewinn, mit dem die Bank rechnet – erreichte in der ersten Jahreshälfte 546 Mio. Euro. Ihre Jahresprognose hob die Bank um 100 Mio. Euro auf 800 Mio. Euro an. Mehr lesen Sie in der heutigen Abendausgabe im PLATOW Brief. (jsc)


NRW.Bank fördert, was das Zeug hält

Deutschlands zweitgrößte Förderbank kann sich vor Nachfrage kaum retten. Das steigende Zinsniveau macht günstige Förderkredite zunehmend attraktiv. Im ersten Halbjahr hat die NRW.Bank Fördermittel von insgesamt rund 10,5 Mrd. Euro zugesagt. Das sind 52% mehr als im bereits sehr starken Vorjahreszeitraum. Beigetragen zu dem Wachstum haben alle drei Förderfelder: „Infrastruktur/Kommunen“ (5,4 Mrd. Euro; +52%), „Wirtschaft“ (2 Mrd. Euro; +38%) und „Wohnraum“ (3,1 Mrd. Euro; +61%) bei. (fm)


Brandenburg plant Milliardenspritze für Förderbank ILB

Die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) soll unter der alleinigen Regie des Landes ihr Kapital um insgesamt 1 Mrd. Euro erhöhen: Für die Jahre 2027 und 2028 plane das Land dazu eine Stärkung von jeweils 500 Mio. Euro ein, schreibt die ILB. Die Bank mit einer Bilanzsumme von 15,6 Mrd. Euro soll damit mehr Spielraum im Fördergeschäft erhalten. Derzeit verfügt das Institut in Potsdam über Eigenmittel in Höhe von 780 Mio. Euro. Zuvor jedoch wird das Land die Bank vollständig erwerben. Bisher liegen 50% der Anteile bei der NRW.Bank – dafür will das Land nun 170 Mio. Euro ausgeben. Der Landtag muss noch zustimmen. (jsc)


24.08.26

Riehmer aus Berenberg-Eignerkreis herausgedrängt

Der langjährige Berenberg-Lenker Hendrik Riehmer muss nach seinem erzwungenen Rückzug aus der Geschäftsleitung im Juni nun auch seine Anteile an der Bank vollständig abgeben. Die Hamburger Döhle Gruppe, eine auf Schifffahrt spezialisierte Gruppe mit vielen Beteiligungen, kauft Riehmers Anteile von 9,98%, wie Berenberg am Montag mitteilte. Zudem übernimmt die Familie von Berenberg weitere Gesellschaftsanteile. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Konkret erwirbt Döhle entsprechende Anteile der Beteiligungsgesellschaft PetRie, hinter der bislang Riehmer und der langjährige Geschäftsleiter Hans-Walter Peters stehen. Peters jedoch behält seine Anteile. Er war im Juni gemeinsam mit Bankmanager Michael Horf von der Bafin als Sonderbeauftragter an die Spitze gesetzt worden, nachdem der Jahresabschluss der Bank „Hinweise auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße“ gezeigt hatte. Größte Eignergruppe der Bank bleibt die Familie von Berenberg mit 31,86%. PetRie und Peters halten gemeinsam 21,41%. (jsc)


Desillusionierte Immobilienfinanzierer

Eine deutliche Erholung der Immobilienfinanzierung lässt weiter auf sich warten. Nach Angaben des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) vergaben die Institute im ersten Halbjahr mit 80,4 Mrd. Euro zwar 8,5% mehr Darlehen als im Vorjahreszeitraum. „Die Darlehensvergabe liegt jedoch weiterhin deutlich unterhalb der Volumina, die vor der Zinswende erreicht worden sind“, so Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Die Kredite für Wohnimmobilien lagen 5,3% im Plus. Sie kommen auf einen Anteil von 62,3%. Bei den Gewerbeimmobilien betrug die Wachstumsrate zwar 14,3%, aber von sehr niedrigem Niveau aus. Für das zweite Halbjahr rechnet Tolckmitt mit einem nur leicht besseren Neugeschäft. (st)


21.08.26

Käufer für One Crowd gesucht

One Crowd, eine Plattform für alternative Investments, sucht nach einem Käufer. Seit Ende Juli befinden sich die One Crowd GmbH sowie ihre Tochtergesellschaften One Crowd Loans und One Crowd Securities in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Interessenten können über die für den Investorenprozess zuständige Beratungsgesellschaft Centuros Angebote abgeben. One Crowd ging im vergangenen Jahr aus einer Fusion der Plattformen Seedmatch, Econeers und Mezzany hervor. (sde)


Sparkassen vergeben mehr Firmenkundenkredite

Die Unternehmen schöpfen wieder etwas mehr Zuversicht in die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Wie der DSGV berichtet, haben die Sparkassen im ersten Halbjahr trotz eines widrigen Umfelds 46,6 Mrd. Euro an neuen Krediten für Unternehmen und Selbständige zugesagt. Das sind 5,8% mehr als im Vorjahr. Besonders kräftig zog das Neugeschäft mit einem Plus von knapp 10% bei den gewerblichen Wohnungsbaukrediten an. Insgesamt sagten die Sparkassen in den ersten sechs Monaten 84,4 Mrd. Euro (+3,5%) an neuen Darlehen zu. Im Privatkundengeschäft verharrten die Neuzusagen mit 31,5 Mrd. Euro nahezu auf dem guten Vorjahresniveau. (fm)


20.8.26

Unicredit: Noch ein Schnaps mehr bei der Commerzbank

Die Commerzbank hat zuletzt zurückgekaufte Aktien eingezogen. Einer Stimmrechtsmitteilung zufolge fiel der Anteil in eigenen Aktien von 4,14% auf Null. Für die Unicredit bedeutet dies nun einen rechnerischen Anteil von bis zu 49,65% nach zuletzt 47,59%. Da eigene Aktien nicht stimmberechtigt sind, ändert dies nichts an der Machtverteilung auf der Hauptversammlung. Die Commerzbank hat schon einen neuen Aktienrückkauf angekündigt. (st)


DKB kommt mit Wertpapierdepots kaum voran

Mehr als 2 Mio. Wertpapierdepots will die Direktbank DKB „perspektivisch“ führen. Doch im ersten Halbjahr kamen nur wenige Depots hinzu: Die Zahl stieg von 895.000 auf 929.000 – in diesem Tempo bräuchte die BayernLB-Tochter noch etwa eineinhalb Jahrzehnte bis zur erhofften Marke. Immerhin stieg das Depotvolumen um annähernd 12% auf 44,6 Mrd. Euro. Dahinter dürften aber auch die kräftig gestiegenen Börsenkurse stehen. Bankchef Sven Deglow müht sich um eine positive Sicht. „Unsere Wachstumsagenda zeigt sich in unseren Ergebnissen“, sagt er.

Im Bankgeschäft wiederum sind die Berliner bärenstark. Der Zinsüberschuss legte im Halbjahresvergleich um 25% auf 1,08 Mrd. Euro zu, der Verwaltungsaufwand kletterte moderat um 4% auf 388 Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis stieg um 19% auf 667 Mio. Euro. Auch die Cost-Income-Ratio sieht mit 33,8% gut aus, die Eigenkapitalrendite erreicht imposante 23,6%. Schönheitsfehler: Die Risikovorsorge stieg um 30 Mio. Euro auf 83 Mio. Euro an. Zu den Problemfällen zählen auch Einzelkredite im Firmenkundengeschäft. (jsc)


19.8.26

Munich Re kauft Cyber-Insurtech At-Bay

Der Münchener Rückversicherer übernimmt das US-Cyber-Insurtech At-Bay für 575 Mio. Dollar. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Munich Re ist bereits seit Jahren als Investor beteiligt. At-Bay verbindet Cyberversicherung mit laufender Cybersicherheit und erzielte 2025 Bruttobeiträge von 278 Mio. Dollar. Künftig führt Hartford Steam Boiler, ein Spezial- und Cyberversicherer der Munich Re, das At-Bay-Geschäft. Das Muster hat der Konzern bereits bei Next Insurance erprobt: Erst beteiligte sich Munich Re an dem US-Digitalversicherer, 2025 übernahm ihn die Konzerntochter Ergo vollständig für 2,6 Mrd. Dollar. (mv)


14.08.26

Betrüger räumen Millionen von deutschen Bankkonten

Eine internationale Betrügerbande hat eine Schwachstelle eines Zahlungsdienstleisters ausgenutzt. Innerhalb von vier Tagen im November 2023 nahm sie zahlreiche Abbuchungen von deutschen Online-Konten vor und verursachte einen millionenschweren Schaden, wie Bundeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilen. Das Geld floss hauptsächlich über ein Netzwerk nach Brasilien. Jetzt haben die Ermittler vier mutmaßliche Täter in Brasilien verhaftet und drei Verdächtige in Europa identifiziert. Die Lücke entstand durch ein fehlerhaftes Software-Update im Buchungssystem. (jsc)


Talanx erzielt Rekordergebnis und hebt Prognose an

Der Versicherungskonzern Talanx steigerte das Konzernergebnis im ersten Halbjahr um 9% auf einen Rekordwert von 1,5 Mrd. Euro. Alle Geschäftsbereiche trugen zum Gewinnwachstum bei. Die Erstversicherung, zu der HDI gehört, ist für 52% des Konzernergebnisses verantwortlich (+12%). Der Versicherungsumsatz wuchs währungskursbereinigt um 3% auf 24,3 Mrd. Euro, die Schaden-/Kostenquote verbesserte sich auf 88,7% nach 90,7% im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite sank dagegen auf 21,5 (23,4)%. Talanx hebt die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 auf deutlich mehr als 2,7 Mrd. Euro an (bisher: rund 2,7 Mrd. Euro). (mv)


13.08.26

Adyen kommt gut voran

Der Nettoumsatz des niederländischen Zahlungsdienstleisters Adyen ist im ersten Halbjahr auf rund 1,3 Mrd. Euro gestiegen, ein Plus von 19% zum Vorjahreszeitraum. Der Vorsteuergewinn belief sich auf 641,5 Mio. Euro (+18%). Das Volumen der abgewickelten Zahlungen stieg um 24% auf 803,8 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Adyen ein Umsatzwachstum zwischen 21% und 23%. Das Ziel enthält auch schon die im zweiten Halbjahr finalisierten Übernahmen von Talon.One, einem deutschen Anbieter von Kundentreueprogrammen, und Orb, einem Abrechnungsspezialisten. (sde)


Bafin rügt State Bank of India

Die Finanzaufsicht Bafin hat die deutsche Zweigniederlassung der State Bank of India gerügt. Bei einer Sonderprüfung im dritten Quartal 2025 hatten die Aufseher Mängel in der Risikotragfähigkeit und bei den Kreditprozessen beanstandet. Die Maßnahme ist seit dem 14. Juli 2026 bestandskräftig. Die Bank muss die Verstöße gegen die Vorgaben des Kreditwesengesetzes beseitigen. (st)


Rekordzahlen bei MLP und OVB

Der Finanzvertrieb MLP hat das EBIT im ersten Halbjahr um 41,4% auf 60,4 Mio. Euro gesteigert, die Gesamterlöse wuchsen um 10% auf 583 Mio. Euro – beides neue Höchststände. Das Konzernergebnis kletterte um 45% auf 42,0 Mio. Euro. Der Finanzdienstleister bestätigte die EBIT-Prognose von 100 bis 110 Mio. Euro für 2026 und bekräftigte die Mittelfristplanung 2028 (EBIT 140 bis 155 Mio. Euro).

Konkurrent OVB erhöhte die Erträge aus Vermittlungen im gleichen Zeitraum um 9,3% auf 237,8 Mio. Euro, das EBIT verbesserte sich um 41,1% auf 5,4 Mio. Euro. Das Konzernergebnis des Kölner Finanzvertriebs stieg um 96,2% auf 5,8 Mio. Euro. OVB hob die Jahresprognose für die Erträge aus Vermittlungen auf 450 bis 490 Mio. Euro an (zuvor: 430 bis 470 Mio. Euro). Beim EBIT-Wachstum liegen MLP und OVB damit prozentual nahezu gleichauf. OVB blickt aber optimistischer nach vorn. (mv)


12.8.26

Hannover Rück erhöht Gewinn, doch verliert Boden

Der Rückversicherer hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 7,0% auf 1,4 Mrd. Euro gesteigert und bestätigt das Jahresziel von mindestens 2,7 Mrd. Euro. Währungseffekte und sinkende Prämien drückten den Rückversicherungsumsatz um 3,1% auf 12,9 Mrd. Euro, währungsbereinigt legte er leicht um 0,7% zu. Die Eigenkapitalrendite fiel auf 21,5% (Vorjahr: 23,0%), die Schaden-Kostenquote verbesserte sich auf 83,2% (88,4%), die Kapitalanlagerendite stieg auf 3,7% und übertraf das Ziel von 3,5%.

Munich Re und Swiss Re wuchsen im ersten Halbjahr beim Gewinn allerdings stärker und erzielten eine höhere Eigenkapitalrendite als Hannover Rück. Alle drei profitierten von den laut Swiss Re Institute niedrigsten Naturkatastrophenschäden seit 2020 (42 Mrd. Dollar). (mv)


11.08.26

ETFs treiben Fondsabsatz noch stärker als im Vorjahr

Offene Publikumsfonds haben in Deutschland im ersten Halbjahr netto 51,8 Mrd. Euro eingesammelt, wie der Fondsverband BVI meldet. Das sind 8% mehr als 2025, als bis zur Jahresmitte netto 47,9 Mrd. Euro in die Fonds geflossen waren. Noch schneller gewachsen ist allerdings der ETF‑Absatz. Im ersten Halbjahr 2025 belief sich der ETF-Anteil noch auf 60%. Dieses Jahr waren es 76%, bei den Aktienfonds sogar 89%. Negativ läuft es hingegen für offene Immobilienfonds: Die Abflüsse setzen sich mit minus 3,3 Mrd. Euro fort. (ke)

 

DEVK schluckt Freeyou endgültig

Die Bafin hat die Verschmelzung von Freeyou Insurance auf die DEVK Allgemeine Versicherung genehmigt. Wirkung entfaltet die Verschmelzung bereits zum 1. Januar 2026. Die DEVK stieg bereits 2009 mit einer Mehrheitsbeteiligung ein und hält seit Juni 2010 alle Anteile. Für Kunden ändere sich nichts, so Personalvorstand Dietmar Scheel. Freeyou ist damit das nächste Insurtech, das als eigenständiger Risikoträger vom Markt verschwindet – zuvor hatten bereits Neodigital, Mailo und Getsafe ihre Bafin-Lizenz zurückgegeben, Element ging in die Insolvenz. (mv)


10.08.26

Deutsche Bank wird erste europäische Renminbi-Clearingbank

Die Ambitionen waren groß, als im März 2014 die Bundesbank und die chinesische Zentralbank People’s Bank of China (PBoC) anlässlich des Besuchs des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Berlin mit viel Tamtam eine Absichtserklärung zum Clearing und Settlement in der chinesischen Währung Renminbi am Finanzplatz Frankfurt unterzeichneten. Frankfurt sollte zum europäischen Renminbi-Hub ausgebaut werden, hieß es damals. Schon wenig später freute sich die Bundesbank über die Benennung der Bank of China als Renminbi-Clearingbank für den Finanzplatz Frankfurt durch die PBoC. Seither hat sich das deutsch-chinesische Verhältnis jedoch spürbar abgekühlt. Entsprechend gedämpft klingen jetzt die Fanfaren, mit denen die Deutsche Bank ihre Ernennung zur Renminbi-Clearingbank für Europa ankündigt. Dabei ist die Deutsche Bank damit die erste Bank in Europa, die Finanzinstituten und Unternehmen eine direkte und schnelle Abwicklung, Verrechnung und Abrechnung grenzüberschreitender Renminbi-Transaktionen ermöglicht. (fm)


07.08.26

Munich Re bestätigt Gewinnziel

Der Rückversicherer verdiente im zweiten Quartal 2,2 Mrd. Euro (Vj.: 2,1 Mrd. Euro). Konzernchef Christoph Jurecka bekräftigte das Jahresziel von 6,3 Mrd. Euro Gewinn. Den schwächeren Markt in der Schaden-/Unfall-Rückversicherung, die Einnahmen sanken von 4,51 Mrd. auf 4,04 Mrd. Euro, gleicht Munich Re durch eine breite Diversifikation aus. Das beinhaltet die Erstversicherungstochter Ergo, die mit einem Gewinn von 321 Mio. Euro über den Erwartungen sowie dem Vorjahresquartal von 251 Mio. Euro liegt. Die Lebens- und Krankenrückversicherung der Munich Re steuerte 528 Mio. Euro zum Ergebnis bei. Im ersten Halbjahr schloss der Konzern mit Pensionsverbindlichkeiten von 4 Mrd. Euro das bislang größte Langlebigkeitsgeschäft der Branche ab. (mv)


06.08.26

Swiss Re legt vor

Der Rückversicherer steigert den Gewinn im ersten Halbjahr 2026 um 9% auf 2,8 Mrd. Dollar und setzt die Messlatte für Munich Re (Freitag) und Hannover Re (nächste Woche). Die Eigenkapitalrendite liegt bei 22,7%, die Kapitalquote bei 264% – deutlich über der Zielspanne von 200 bis 250%. Alle Sparten verdienten mehr als im Vorjahr, am stärksten wuchs die Lebensrückversicherung L&H Re mit einem Gewinn von plus 21% auf 1 Mrd. Dollar. (mv)


Oddo BHF übernimmt Fondsplattform von FNZ

Die FNZ Gruppe trennt sich von einem weiteren Geschäftszweig. Diesmal schlägt Oddo BHF zu und kauft die luxemburgische Fondsplattform International Fund Services & Asset Management (IFSAM), eine Business-to-Business-Plattform mit Fokus auf Vertrieb, Fondsabwicklung und Fondsausführung, Verwaltung von Bestandsprovisionen und mehr. Oddo BHF will so etwa das institutionellen Asset Servicing ausbauen und Vermögensverwalter erreichen. Vor zwei Tagen meldete die FNZ Gruppe bereits den Verkauf der FNZ Bank und der Deutschen Haftungsdach (DHD) an Private-Equity-Investoren Advent sowie an ein Konsortium, zu dem Harbourvest gehört. (ke)


05.08.26

Merkur Privatbank bleibt im Krisenmodus

Die stark im Bauträgergeschäft aktive Merkur Privatbank meldet für das erste Halbjahr beim Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit einen Einbruch um 42% auf 9,4 Mio. Euro. Weil Immobilienfinanzierungen in die Schieflage gerieten, baute das Institut die Risikovorsorge deutlich von 13 Mio. auf 20,4 Mio. Euro aus. Da zugleich die Kreditvolumina planmäßig fielen, gab der Zinsüberschuss um 6% auf 52,6 Mio. Euro nach. Ein Lichtblick ist der Provisionsüberschuss, der getrieben von Zuflüssen im Vermögensmanagement um 6% auf 18,3 Mio. Euro zulegte. Anfang Mai schockte die börsennotierte Privatbank mit einer Gewinnwarnung und strich die Dividende. Wegen der Folgen der Irankrise senkte die von Marcus Lingel geführte Bank die Prognose für das Gesamtjahr. Seither sackte der Aktienkurs stark ab. (fm)


R+V wächst im ersten Halbjahr solide

Der genossenschaftliche Versicherer steigerte seine Beitragseinnahmen um 5,0% auf 10,6 Mrd. Euro. Die Krankenversicherung trieb das Wachstum mit plus 12,4% auf 588 Mio. Euro am stärksten an. In der Lebens- und Pensionsversicherung (plus 4,7% auf 4,5 Mrd. Euro) legten die Einmalbeiträge mit plus 6,1% stärker zu als die laufenden Beiträge (plus 3,7%). Die Sachversicherung wuchs mit plus 4,5% auf 5,6 Mrd. Euro nur durchschnittlich. (mv)


Börse Stuttgart greift nach Krypto-Spitze in Europa

Die Börsentochter Boerse Stuttgart Digital und das Handelshaus Tradias haben nach Abschluss des Inhaberkontrollverfahrens ihren Zusammenschluss vollzogen. Es entsteht ein regulierter Infrastrukturanbieter, der die gesamte Wertschöpfungskette von Trading über Verwahrung bis Staking und Tokenisierung abdeckt. Ulli Spankowski und Christopher Beck führen die neue Einheit künftig als Co-CEOs unter dem Dach der Börse Stuttgart. (mv)


Tomorrow und Lemon Markets arbeiten zusammen

Die nachhaltige Bank Tomorrow und Lemon Markets vertiefen ihre seit 2024 bestehende Partnerschaft. Das Fintech stellt künftig die Infrastruktur für den von Tomorrow aufgelegten „Inyova Impact ETF“ und übernimmt Depoteröffnung, Orderausführung, Verwahrung und Abwicklung der Wertpapiere. Der Fonds investiert in 70 Unternehmen und steht im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Durch die Kooperation kann Tomorrow sein nachhaltiges Investmentangebot einem breiteren Publikum zugänglich machen. Für Bestandskunden wird es einfacher, neue Anteile an dem Fonds zu erwerben, während Neukunden schneller ein Depot eröffnen und investieren können. Weitere Anlageprodukte sollen folgen. (sde)


03.08.26

Bafin rügt Nord/LB

Ein besonders scharfes Auge wirft die Bafin derzeit auf Mängel bei der Geldwäsche-Prävention der Banken. Fündig wird sie dabei ausgerechnet bei den Landesbanken. Nach der Helaba hat sich die Aufsichtsbehörde jetzt auch die Nord/LB vorgeknöpft. Bei den Hannoveranern hat die Bafin „gewichtige Mängel“ im Bereich der Aktualisierung von Kundendaten festgestellt. Konkret geht es um „Defizite in den Prozessen und ein erheblicher Rückstand bei der Aktualisierung von Kundendaten“. Auf Geheiß der Bafin muss die Nord/LB nun ein Konzept zur Kundendatenaktualisierung vorlegen, um sämtliche nicht aktualisierten Kundendaten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auf den aktuellen und vollständigen Stand zu bringen. Die Anordnung ist bereits seit dem 14.6. bestandskräftig. Wegen ähnlicher Vergehen rügte die Bafin bereits vor zwei Wochen auch die Helaba, bei der zusätzlich Mängel in der Risikoanalyse und dem Transaktionsmonitoring moniert wurden. In einer Stellungnahme beteuert die Nord/LB, „intensiv an der Erfüllung der Anforderungen“ zu arbeiten. Das geforderte Konzept sei bereits entwickelt und werde „konsequent umgesetzt“. Die Anordnung beziehe sich auf Weiterentwicklungs- und Harmonisierungserfordernisse in bestehenden Prozessen, jedoch nicht auf ein generelles Versagen des Präventionssystems, heißt es weiter. (fm)

 

Die Kurzmeldungen vom Juli 2026.