7.8.26

Munich Re bestätigt Gewinnziel

Der Rückversicherer verdiente im zweiten Quartal 2,2 Mrd. Euro (Vj.: 2,1 Mrd. Euro). Konzernchef Christoph Jurecka bekräftigte das Jahresziel von 6,3 Mrd. Euro Gewinn. Den schwächeren Markt in der Schaden-/Unfall-Rückversicherung, die Einnahmen sanken von 4,51 Mrd. auf 4,04 Mrd. Euro, gleicht Munich Re durch eine breite Diversifikation aus. Das beinhaltet die Erstversicherungstochter Ergo, die mit einem Gewinn von 321 Mio. Euro über den Erwartungen sowie dem Vorjahresquartal von 251 Mio. Euro liegt. Die Lebens- und Krankenrückversicherung der Munich Re steuerte 528 Mio. Euro zum Ergebnis bei. Im ersten Halbjahr schloss der Konzern mit Pensionsverbindlichkeiten von 4 Mrd. Euro das bislang größte Langlebigkeitsgeschäft der Branche ab. (mv)

06.08.26

Swiss Re legt vor

Der Rückversicherer steigert den Gewinn im ersten Halbjahr 2026 um 9% auf 2,8 Mrd. Dollar und setzt die Messlatte für Munich Re (Freitag) und Hannover Re (nächste Woche). Die Eigenkapitalrendite liegt bei 22,7%, die Kapitalquote bei 264% – deutlich über der Zielspanne von 200 bis 250%. Alle Sparten verdienten mehr als im Vorjahr, am stärksten wuchs die Lebensrückversicherung L&H Re mit einem Gewinn von plus 21% auf 1 Mrd. Dollar. (mv)

 

Oddo BHF übernimmt Fondsplattform von FNZ

Die FNZ Gruppe trennt sich von einem weiteren Geschäftszweig. Diesmal schlägt Oddo BHF zu und kauft die luxemburgische Fondsplattform International Fund Services & Asset Management (IFSAM), eine Business-to-Business-Plattform mit Fokus auf Vertrieb, Fondsabwicklung und Fondsausführung, Verwaltung von Bestandsprovisionen und mehr. Oddo BHF will so etwa das institutionellen Asset Servicing ausbauen und Vermögensverwalter erreichen. Vor zwei Tagen meldete die FNZ Gruppe bereits den Verkauf der FNZ Bank und der Deutschen Haftungsdach (DHD) an Private-Equity-Investoren Advent sowie an ein Konsortium, zu dem Harbourvest gehört. (ke)


05.08.26

Merkur Privatbank bleibt im Krisenmodus

Die stark im Bauträgergeschäft aktive Merkur Privatbank meldet für das erste Halbjahr beim Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit einen Einbruch um 42% auf 9,4 Mio. Euro. Weil Immobilienfinanzierungen in die Schieflage gerieten, baute das Institut die Risikovorsorge deutlich von 13 Mio. auf 20,4 Mio. Euro aus. Da zugleich die Kreditvolumina planmäßig fielen, gab der Zinsüberschuss um 6% auf 52,6 Mio. Euro nach. Ein Lichtblick ist der Provisionsüberschuss, der getrieben von Zuflüssen im Vermögensmanagement um 6% auf 18,3 Mio. Euro zulegte. Anfang Mai schockte die börsennotierte Privatbank mit einer Gewinnwarnung und strich die Dividende. Wegen der Folgen der Irankrise senkte die von Marcus Lingel geführte Bank die Prognose für das Gesamtjahr. Seither sackte der Aktienkurs stark ab. (fm)

 

R+V wächst im ersten Halbjahr solide

Der genossenschaftliche Versicherer steigerte seine Beitragseinnahmen um 5,0% auf 10,6 Mrd. Euro. Die Krankenversicherung trieb das Wachstum mit plus 12,4% auf 588 Mio. Euro am stärksten an. In der Lebens- und Pensionsversicherung (plus 4,7% auf 4,5 Mrd. Euro) legten die Einmalbeiträge mit plus 6,1% stärker zu als die laufenden Beiträge (plus 3,7%). Die Sachversicherung wuchs mit plus 4,5% auf 5,6 Mrd. Euro nur durchschnittlich. (mv)

Börse Stuttgart greift nach Krypto-Spitze in Europa

Die Börsentochter Boerse Stuttgart Digital und das Handelshaus Tradias haben nach Abschluss des Inhaberkontrollverfahrens ihren Zusammenschluss vollzogen. Es entsteht ein regulierter Infrastrukturanbieter, der die gesamte Wertschöpfungskette von Trading über Verwahrung bis Staking und Tokenisierung abdeckt. Ulli Spankowski und Christopher Beck führen die neue Einheit künftig als Co-CEOs unter dem Dach der Börse Stuttgart. (mv)

Tomorrow und Lemon Markets arbeiten zusammen

Die nachhaltige Bank Tomorrow und Lemon Markets vertiefen ihre seit 2024 bestehende Partnerschaft. Das Fintech stellt künftig die Infrastruktur für den von Tomorrow aufgelegten „Inyova Impact ETF“ und übernimmt Depoteröffnung, Orderausführung, Verwahrung und Abwicklung der Wertpapiere. Der Fonds investiert in 70 Unternehmen und steht im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Durch die Kooperation kann Tomorrow sein nachhaltiges Investmentangebot einem breiteren Publikum zugänglich machen. Für Bestandskunden wird es einfacher, neue Anteile an dem Fonds zu erwerben, während Neukunden schneller ein Depot eröffnen und investieren können. Weitere Anlageprodukte sollen folgen. (sde)


03.08.26

Bafin rügt Nord/LB

Ein besonders scharfes Auge wirft die Bafin derzeit auf Mängel bei der Geldwäsche-Prävention der Banken. Fündig wird sie dabei ausgerechnet bei den Landesbanken. Nach der Helaba hat sich die Aufsichtsbehörde jetzt auch die Nord/LB vorgeknöpft. Bei den Hannoveranern hat die Bafin „gewichtige Mängel“ im Bereich der Aktualisierung von Kundendaten festgestellt. Konkret geht es um „Defizite in den Prozessen und ein erheblicher Rückstand bei der Aktualisierung von Kundendaten“. Auf Geheiß der Bafin muss die Nord/LB nun ein Konzept zur Kundendatenaktualisierung vorlegen, um sämtliche nicht aktualisierten Kundendaten entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auf den aktuellen und vollständigen Stand zu bringen. Die Anordnung ist bereits seit dem 14.6. bestandskräftig. Wegen ähnlicher Vergehen rügte die Bafin bereits vor zwei Wochen auch die Helaba, bei der zusätzlich Mängel in der Risikoanalyse und dem Transaktionsmonitoring moniert wurden. In einer Stellungnahme beteuert die Nord/LB, „intensiv an der Erfüllung der Anforderungen“ zu arbeiten. Das geforderte Konzept sei bereits entwickelt und werde „konsequent umgesetzt“. Die Anordnung beziehe sich auf Weiterentwicklungs- und Harmonisierungserfordernisse in bestehenden Prozessen, jedoch nicht auf ein generelles Versagen des Präventionssystems, heißt es weiter. (fm)

 

Die Kurzmeldungen vom Juli 2026.