04.08.26

Exklusiv: Kehraus im Wealth Management von Berenberg

Wie wir exklusiv erfahren haben, baut die Hamburger Privatbank Berenberg die Führungsebenen ihrer Wealth-Management-Sparte um. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Berenberg nach dem Abgang von Klaus Naeve dessen Bereich Wealth and Asset Management mit dem Corporate Banking zusammengelegt und den neuen Zentralbereich unter die Leitung von Turbo-Aufsteiger Frederik Gottlob gestellt.

Jetzt soll das Wealth Management noch stärker mit dem Corporate Banking verzahnt und effizienter aufgestellt werden, wie es heißt. Prominentestes Opfer des Umbaus ist Sven Friske. Er war erst im Dezember als Leiter des gesamten deutschen Wealth Managements auf Dennis Hummelmeier gefolgt. Um eine Hierarchie-Ebene einzusparen, soll Friskes Position entfallen. Das Wealth Management wird künftig direkt Gottlob unterstellt.

Friske ist nicht die einzige Wealth Management-Führungskraft, die Berenberg verlassen muss. Auch der Hannoveraner Niederlassungsleiter Alireza Panah-Pouri muss seinen Posten räumen. Der Standort Hannover, der sich nicht wie gewünscht entwickelt hat, wird dichtgemacht. Die Kunden sollen auf die angrenzenden Standorte Braunschweig, Berlin und Hamburg verteilt werden. Ausgewechselt wird auch die Leitung des Wealth-Management-Standorts Hamburg. Der bisherige Niederlassungsleiter André Nogat muss das Haus verlassen. Ihm folgt Hannes Roffmann, der seit 2018 bei Berenberg aktiv ist und zugleich die Verantwortung für die Region Nord übernimmt. Ebenfalls gehen muss Thorsten Koch, Teamleiter Hamburg/Braunschweig.

Zudem haben wir erfahren, dass der Leiter Professional Client Advisory, Dennis Herrmann, Berenberg verlässt, um sich dem mittlerweile als Deutschlandchef bei Julius Bär angeheuerten Naeve anzuschließen. Herrmann soll bei Julius Bär als Senior Relationship Manager am Standort Hamburg seinen bisherigen Schwerpunkt fortführen und sich zusätzlich um die Vermögenverwaltung und das Wealth Planning kümmern. (fm)


31.07.26

Baader Bank steigt bei Hyphe ein

Die Privatbank sichert sich 9,9% am Münchener Krypto-Liquiditätsanbieter. Oliver Riedel, CEO der Baader Bank, vertieft damit die bestehende Zusammenarbeit im Krypto-Geschäft. Hyphe versorgt Banken, Broker und Vermögensverwalter mit Liquidität für digitale Vermögenswerte. Das Unternehmen handelt zudem mit tokenisierten Wertpapieren, die Riedel kürzlich im Gespräch mit PLATOW als Teil der eigenen Strategie bezeichnete. (mv)


29.07.2026

Bafin überwacht KI-Systeme

Die Bafin prüft fortan den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) für die „regulierte Finanztätigkeit“ wie Bank- und Versicherungsgeschäfte – eine Folge der europäischen KI-Verordnung, wie die Aufsicht mitteilt. Geht es vorerst um allgemeine Vorgaben rund um Transparenz, Mitarbeiterförderung und verbotene Praktiken, folgen im Dezember 2027 KI-Systeme zur finanziellen Bewertung von Menschen, also etwa die Bonitätsprüfung im Kreditgeschäft oder die Preisbildung in der Lebensversicherung. Bei Verstößen sind Bußgelder bis 35 Mio. Euro oder 7% des Jahresumsatzes denkbar. Bafin-Experte Jens Obermöller beschwichtigt: „Wenn Unternehmen frühzeitig auf uns zukommen, sich mit uns austauschen und mit uns zusammenarbeiten, werden solche Strafen die Ausnahme bleiben.“ (jsc)


27.07.2026

𝗥𝗲𝘃𝗼𝗹𝘂𝘁 𝗼̈𝗳𝗳𝗻𝗲𝘁 𝗣𝗿𝗶𝘃𝗮𝘁𝗮𝗻𝗹𝗲𝗴𝗲𝗿𝗻 𝗭𝘂𝗴𝗮𝗻𝗴 𝘇𝘂 𝗣𝗿𝗶𝘃𝗮𝘁𝗲 𝗠𝗮𝗿𝗸𝗲𝘁𝘀

Die kürzlich mit 115 Mrd. Dollar bewertete Neobank bietet deutschen Kunden ab sofort Fonds aus den Bereichen Private Equity, Private Credit und Infrastruktur an – Anlageklassen, die bislang institutionellen Investoren vorbehalten waren. Als Partner hat Revolut die Fondsmanager Apollo, Hamilton Lane und Partners Group gewonnen, die zusammen rund 2,2 Billionen US-Dollar verwalten. Mit dem neuen Angebot erweitert Revolut wie angekündigt sein Anlageuniversum für Privatkunden. Nach Aktien, ETFs und Krypto kommen nun Private Markets hinzu. (mv)


22.07.2026

Cum-Cum-Razzia bei der Deutschen Bank

Wie die Deutsche Bank bestätigt, hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Mittwoch in der Frankfurter Zentrale des Instituts eine Razzia durchgeführt. Im Fokus der Ermittler sollen Cum-Cum-Geschäfte der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010 stehen. Damals war die Deutsche Bank gerade dabei, den ersten Schritt zur Übernahme der Postbank zu vollziehen, die mittlerweile komplett auf die Deutsche Bank verschmolzen wurde. Deshalb wird die Deutsche Bank als „Drittpartei“ durchsucht, wie es im Juristendeutsch heißt. Das Institut arbeite „vollumfänglich mit den Behörden zusammen“, wie die Deutsche Bank beteuert. (fm)


21.07.2026

Berenberg legt testierten Jahresabschluss 2025 vor – Gewinn bricht ein

Einen Monat nach dem Eingreifen der Bafin hat die Hamburger Privatbank den verzögerten Jahresabschluss 2025 vorgelegt. Der Gewinn brach von 81,6 auf 20,2 Mio. Euro ein und landete damit ziemlich genau auf dem von Berenberg nach der Bafin-Intervention prognostizierten Niveau. Der Wirtschaftsprüfer Deloitte erteilte ein uneingeschränktes Testat. Laut der Bank hatte eine forensische Sonderuntersuchung zuvor ergeben, dass die frühere Führung mit buchhalterischen Maßnahmen Eigenkapitalkennzahlen steuerte und Gewinne glättete; zudem genehmigte sie Kredite an die eigene Führungsriege, deren Marktüblichkeit die Bank infrage stellt. Das Kundengeschäft soll von den Vorgängen nicht betroffen gewesen sein. Für das erste Halbjahr 2026 meldet Berenberg einen Überschuss von rund 40 Mio. Euro. (jam)


16.07.2026

Nur noch langsame Erholung in der Wohnungsbaufinanzierung

Die bayerischen Sparkassen haben in den ersten fünf Monaten rund 6% mehr Darlehenszusagen für den Wohnungsbau erteilt. Dies war eine deutliche Verlangsamung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als es ein Plus von 35% gegeben hatte. Wie der Sparkassenverband Bayern anlässlich des Sparkassentags in Lindau weiter mitteilte, erhöhte sich das gesamte Kreditneugeschäft um 2% auf 12,2 Mrd. Euro. Dabei kam das Firmenkundengeschäft mit plus 1% kaum voran. (st)


15.07.2026

Konsequenzen nach Bordell-Affäre: Volksbank Köln Bonn leitet Sonderprüfung ein

Bei der Volksbank Köln Bonn zieht der Skandal um einen Kredit für eine Bordell-Immobilie Konsequenzen nach sich. Wie die Genossenschaftsbank mitteilte, hat der Aufsichtsrat beschlossen, eine externe Sonderprüfung durch eine unabhängige Kanzlei einzuleiten. Das betroffene Vorstandsmitglied ist für den Zeitraum der Untersuchung beurlaubt. Die Kreditvergabe soll nicht regelkonform erfolgt sein. Im Raum steht der Verdacht der persönlichen Vorteilsnahme. Der Kredit über 5 Mio. Euro war eine Zwischenfinanzierung für den Kauf der bekannten Kölner Bordellimmobilie „Pascha“. (st)


14.07.2026

Moonfare überschreitet 4 Mrd. Euro verwaltetes Vermögen

Der Anbieter für Investitionen in Private Markets hat nun 4 Mrd. Euro Assets under Management überschritten. Im ersten Halbjahr 2026 flossen Moonfare 313 Mio. Euro zu, davon rund 20% in ihre eigenen Fonds. Insgesamt betreut Moonfare nun mehr als 5.600 Privatpersonen und 350 Family Offices und hochvermögende Privatpersonen in 24 Ländern. Wichtigster Markt ist der DACH-Raum: Rund 37 Prozent der Kunden und 40 Prozent des verwalteten Vermögens stammen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (sde)


13.07.2026

Bafin-Umfrage: 7,01 Mrd. Euro Cum-cum und Cum-ex-Forderungen

54 Banken, 18 Versicherer und drei Wertpapierfirmen sehen sich mit Cum-cum- und Cum-ex-Forderungen von insgesamt 7,01 Mrd. Euro konfrontiert, meldet die Bafin. Dazu zählen Steuerforderungen, aber auch andere Lasten wie zivilrechtliche Streitfälle. Mit 6,09 Mrd. Euro sehen Banken die größten Risiken. Cum-cum-Fälle fallen mit 4,82 Mrd. Euro ins Gewicht, während die meist lang zurückliegenden, betrügerischen Cum-ex-Geschäfte mit 2,20 Mrd. Euro vermerkt sind. Mit 59% wurde ein Großteil der Summen bereits gezahlt, während 41% auf „potenzielle künftige Belastungen“ entfallen. Die Bafin hatte von Dezember bis Ende März insgesamt 1.867 Finanzadressen befragt, darunter 1.267 Banken. (jsc)


10.07.2026

Gericht ordnet Gutachten zu Schließfach-Einbruch an

Der Einbruch in die Sparkasse Gelsenkirchen-Buer beschäftigt die Justiz. Das Landgericht Essen will von einem Sachverständigen klären lassen, ob die Ende Dezember 2025 aufgebrochenen Schließfächer technisch auf dem Stand der Branche waren. Solange das Gutachten aussteht, ruht ein weiteres Klageverfahren. Sicherheitsexperten hatten zuvor kritisiert, viele Schließfachanlagen seien technisch schlecht überwacht worden. (mv)


09.07.2026

Bafin straft die nächste Bank ab

Die Finanzaufsicht Bafin hat schon wieder ein Bußgeld wegen Verstößen gegen die Meldepflichten für den Kontenvergleich verhängt. Dieses Mal erwischte es die kleine Raiffeisenbank Lech-Donau (Bilanzsumme: rund 700 Mio. Euro). Sie muss 22.000 Euro dafür zahlen, dass sie ihre Kontomodelle längere Zeit nicht an das seit 2025 bestehende Verbraucherportal gemeldet hat. Seit Jahresbeginn hat die Bafin bereits neun Bußgelder in dieser Angelegenheit verhängt, acht davon gingen an Genossenschaftsbanken. (st)

Rettungsübernahme in trockenen Tüchern

Die Volksbank Krefeld kann die angeschlagene Volksbank Düsseldorf Neuss übernehmen. Die Vertreterversammlungen beider Häuser stimmten dem Fusionsvorhaben einstimmig zu. Die neue Volksbank Düsseldorf Krefeld Neuss kommt auf eine Bilanzsumme von rund 4,6 Mrd. Euro mit 150.000 Kunden und 580 Beschäftigten. Die Volksbank Düsseldorf Neuss war in einen Betrugsskandal verwickelt und hat Probleme mit gewerblichen Immobilienkrediten. (st)

Riehmer wehrt sich gegen Bafin

Der langjährige Berenberg-Chef Hendrik Riehmer geht laut „Wirtschaftswoche“ gegen die Anordnung der Bafin vor, durch die er faktisch entmachtet wurde. Sein Anwalt bestätigte demnach, dass Riehmer Widerspruch bei der Finanzaufsicht eingelegt hat und sich „in vollem Umfang gegen die erhobenen Vorwürfe und Maßnahmen zur Wehr setzen“ will. Seinen Posten hat Riehmer inzwischen durch Kündigung aus wichtigem Grund niedergelegt. Brisant: Laut „Wirtschaftswoche“ soll Riehmer vor seiner Entmachtung durch die Bafin seinen Rücktritt angeboten haben. (jam)


07.07.2026

Sparkasse Gelsenkirchen begleicht Schäden nach Tresoreinbruch

Die Sparkasse Gelsenkirchen startet mit dem finanziellen Schadensausgleich für Betroffene des Einbruchs in den Tresorraum der Filiale in Gelsenkirchen-Buer Ende 2025. Bereits seit Anfang Mai gibt die Sparkasse nach und nach im Tresorraum zurückgelassene Wertsachen und persönliche Gegenstände an die Besitzer zurück. Parallel dazu will die Sparkasse nun auch finanziell Schadensersatz leisten: Maximal werden 10.300 Euro pro Schließfach ausgezahlt. (sde)

Brandbrief an Bankchefs: EZB fordert Aktionsplan gegen KI-Angriffe

Die oberste EZB-Bankenaufseherin Claudia Buch hat die Chefs der größten europäischen Banken in einem Brief zu schnellem Handeln gegen Cyberrisiken durch neue KI-Modelle aufgefordert. „Neuartige KI-Modelle können Softwareschwachstellen aufspüren und diese in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit ausnutzen“, warnt Buch. Die Aufsicht verlangt, dass die Institute Sicherheitslücken schneller finden und schließen, ihre Abwehr mit KI verstärken und die Risiken bei ihren IT-Dienstleistern genauer prüfen. Die Banken sollen dafür einen Aktionsplan bis zum 31. Oktober 2026 vorlegen. Ein konkretes Modell nennt der Brief nicht. Gemeint sein dürfte vor allem „Mythos“ von Anthropic. Das im April angekündigte KI-Modell findet Sicherheitslücken in bislang ungekanntem Ausmaß und alarmiert seither Banken und Sicherheitsbehörden. (jam)

Bayerische mit Gewinnsprung, aber weniger Beiträgen

Die Bayerische hat ihren Jahresüberschuss 2025 auf 9,2 Mio. Euro verdoppelt (2024: 4,4 Mio. Euro). Die Kapitalbasis erreichte mit 284,2 Mio. Euro einen Rekordwert. Die Konzerntochter BA, die das Schaden- und Unfallgeschäft betreibt, steigerte ihr Ergebnis um mehr als 400% auf 4,1 Mio. Euro. Dabei half die auf 90,5% gesunkene Schaden-Kosten-Quote. Nicht alles lief rund: Die gebuchten Gesamtbeiträge der Gruppe sanken auf 804,9 Mio. Euro (2024: 826 Mio. Euro). Auch die Beitragssumme im Neugeschäft der Lebenstochter BL schrumpfte von 1,22 Mrd. auf 1,07 Mrd. Euro. Das Unternehmen hat das Einmalbeitragsgeschäft nach eigenen Angaben bewusst zurückgefahren. (mv)

Sparda-Bank München verdaut IT-Migration

Die Sparda-Bank München hat 2025 ihr Ergebnis vor Steuern mit 19,3 Mio. Euro auf Vorjahresniveau gehalten – trotz des Aufwands für die IT-Migration zur Atruvia. Wermutstropfen: Das Wohnkreditneugeschäft sank leicht auf 615 Mio. Euro (Vj.: 633,4 Mio. Euro), zudem sind Mitglieder- und Kundenzahlen rückläufig. Die Bank reagiert darauf mit neuen Kontomodellen und einer Markenkampagne. (mv)

Finanzplatz Frankfurt behauptet sich

Der Finanzplatz Frankfurt hat sich im aktuellen Ranking des Centers for Financial Studies erneut den fünften Platz gesichert. Auf Platz 1 steht – mit noch weiterem Abstand als zuvor – New York, gefolgt von London (2024: Platz 3), Chicago (2) und Paris (4). Aufsteiger in den Top 10 sind Singapur auf Platz 7 (9) und Seoul auf dem achten Rang (12). Für das CFS liegen Frankfurts Schwächen etwa in zu wenigen Fintechs und Börsengängen, hohen Steuersätzen, zu viel Bürokratie oder im Bildungs- und Kulturangebot. (st)


03.07.2026

Kreditgenossen und Sparkassen spenden weniger

Die deutschen Genossenschaftsbanken haben im vergangenen Jahr 150 Mio. Euro für Spenden und Sponsoring ausgegeben, etwa für Sport und Soziales, wie der BVR mitteilt. Die kommunal verankerten Sparkassen und ihre Finanzgruppe stellten mit 504 Mio. Euro mehr als das Dreifache bereit. Allerdings waren die Summen hier wie dort geringer als im Vorjahr: die Genossen gaben 26 Mio. Euro weniger, die Sparkassen 30 Mio. Euro. (mv)

Ermittler lassen Soravia vom Haken

Die Staatsanwaltschaft Graz hat ihre Ermittlungen gegen den Immobilienkonzern Soravia nach wenigen Monaten eingestellt. Im Zentrum der Ermittlungen stand das renovierungsbedürftige Hospiz am Arlberg. Der Vorwurf lautete schwerer Betrug von Investoren. Ein Anfangsverdacht einer Straftat ist laut der zuständigen Staatsanwältin jedoch nicht erkennbar. Auch deutsche Anleger stecken über eine Namensschuldverschreibung der One Group in dem Projekt. Ende Juni sollte ein Teil der Anleger ausgezahlt werden. Ob dies geschehen ist, ließ die Gesellschaft am Freitag vorerst unbeantwortet. Eine pünktliche Auszahlung wäre die Ausnahme, nicht die Regel. (ke)

Einheitliche Abwicklungsplattform

Die genossenschaftliche Finanzgruppe bündelt ihr aufgeteiltes Kartenabwicklungsgeschäft bei ihrem IT-Dienstleister Atruvia. Die DZBank-Tochter VR Payment gibt dafür ihr Processing für Kreditkarten an die Atruvia ab. Diese wickelt künftig also Giro-, Debit- und Kreditkarten auf einer Plattform ab. Damit werden die vorhandenen Doppelstrukturen beseitigt. VR Payment konzentriert sich künftig auf das Händlergeschäft. (st)

Tarifeinigung bei der Postbank

Die Deutsche Bank hat sich mit den Gewerkschaften auf ein neues Tarifpaket für die Postbank-Beschäftigten geeinigt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten und läuft bis Juli 2028. Zum 1. Juli 2026 steigen die Gehälter pauschal um 175 Euro monatlich, ab Juli 2027 folgt ein weiteres Plus von 2,9 %. Der Kündigungsschutz gilt bis Ende 2028, ebenso bleiben die verbindlichen Standortvereinbarungen bestehen. (mv)

Trade Republic baut nach EU-Provisionsverbot Handelsplattform um

Seit 1. Juli ist Payment for Order Flow (PFOF) in Deutschland verboten. Broker dürfen keine Provisionen mehr dafür kassieren, dass sie Kundenorders an bestimmte Handelsplätze weiterleiten. Trade Republic, Deutschlands größter Neobroker mit über 10 Mio. Kunden und 150 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen, reagiert darauf mit einem neuen System zur Orderausführung. Ein neuer Bestpreis-Algorithmus soll automatisch den günstigsten Kurs über alle relevanten Börsen ermitteln. Kunden zahlen weiterhin 1 Euro Abwicklungspauschale pro Trade. Wer selbst wählen will, kann für 2 Euro pro Trade gezielt aus 30 globalen Börsen ordern. (mv)

Sparda-Banken: Tarifstreit beigelegt

Nach Warnstreiks und einer kurzfristigen Gesprächsabsage am Montag haben AGV Sparda und Verdi einen Tarifabschluss erzielt. Die 5.800 Beschäftigten erhalten 3,3% mehr Gehalt ab April 2026 und weitere 3,1% ab April 2027 bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Damit liegt der Abschluss über dem ursprünglichen Angebot der Sparda-Banken, aber unter Verdis Forderung von 6% bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bei der Arbeitszeit hat der AGV sich durchgesetzt: Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit wird es nicht geben. (mv)


01.07.2026

Baywa bekommt neues Hilfspaket

Gläubigerbanken und Eigentümer des angeschlagenen Agrarkonzerns Baywa haben sich nach langem Ringen auf ein neues Hilfspaket verständigt. Sanierungszeitraum und Finanzverbindlichkeiten werden bis Ende 2030 verlängert. Die großen Kreditgeber DZ BankLBBWUnicreditCommerzbank und Deutsche Bank wandeln Verbindlichkeiten von bis zu 700 Mio. Euro in ein Nachranginstrument um und versprechen Zinsentlastung. Die beiden Großaktionäre BRB, die bayerischen Volksbanken, und die österreichische RAI stellen für 2029 eine Kapitalerhöhung von mindestens 220 Mio. Euro in Aussicht. Um diese für die Banken abzusichern, übertragen sie ihre Aktien an einen Treuhänder. Zudem wird die Krisentochter Baywa Re vor dem Verkauf an einen Transformationsgesellschafter übertragen und durch ihn saniert. An der Solartochter ist der Schweizer Investor EIP zu 49% beteiligt. Bis zum Herbst soll es eine neue Sanierungsvereinbarung geben. Die Baywa soll Randgeschäfte veräußern und sich auf die Kernbereiche Agrar, Technik und Baustoffe konzentrieren. (st)

Umbau reißt Warburg tief ins Minus

Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg meldet für 2025 einen Verlust von 38,9 Mio. Euro (2024: plus 1 Mio. Euro). Zum einen investierte die Bank 23,1 Mio. Euro in die Modernisierung ihrer IT, darunter die Migration auf das Kernbankensystem des genossenschaftlichen IT-Dienstleisters Atruvia. Zum anderen fielen Kosten für die Neuausrichtung der Bank in Höhe von 24,8 Mio. Euro an. Davon entfielen rund 15 Mio. Euro auf den Stellenabbau und rund 10 Mio. Euro auf Abschreibungen. Die Bank trennt sich von Geschäftsfeldern und konzentriert sich auf Private Banking, Asset Management und Firmenkundenfinanzierung. (jam)

 

Die Kurzmeldungen vom Juni 2026.