Der digitale Euro könnte kommende Woche eine wichtige Hürde nehmen. Am 23. Juni stimmt der Währungsausschuss des Europaparlaments (ECON) über das sogenannte Single Currency Package ab. Dieses umfasst drei Gesetze: Zwei schaffen die rechtlichen Grundlagen für den digitalen Euro und regeln seine Nutzung in der EU, das dritte verpflichtet Händler, Bargeld anzunehmen.

Fällt die Abstimmung positiv aus, beginnen die Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission, um den endgültigen Rechtstext zu erarbeiten. Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz rechnet mit einem klaren Ergebnis. „Ich erwarte nächste Woche eine breite Mehrheit“, sagte er am Mittwoch auf einer Bundesbank-Veranstaltung.

Der Entwurf gilt als Kompromiss, den alle großen Fraktionen unterstützen. Stimmt der Ausschuss zu, soll das Plenum in der Sitzungswoche ab dem 6. Juli folgen. Anfang Juli übernimmt Irland die EU-Ratspräsidentschaft. Die dortige Regierung plant, noch vor der Sommerpause eine erste Trilog-Runde einzuberufen. Kurz darauf sollen technische Sitzungen die größten Streitpunkte klären. Über die Sommerpause können die Finanzministerien offene Fragen bearbeiten. Im September sollen die Verhandlungen wieder Fahrt aufnehmen. „Ich halte es für möglich, das Gesetzgebungsverfahren bis Ende 2026 abzuschließen“, sagte Balz.

Start frühestens 2029

Die EZB und die nationalen Notenbanken im Eurosystem drängen auf schnelle Entscheidungen. Sie bereiten bereits einen Pilotversuch vor – eine Art Testlauf mit Banken, Händlern und Verbrauchern –, der in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten soll. Die Bewerbungsphase dafür endete Mitte Mai.  Rund anderthalb Jahre könnte diese Erprobungsphase dauern und Ende 2028 abgeschlossen sein. Starten soll der digitale Euro nach den aktuellen Plänen dann 2029.

Vorangetrieben hat das Projekt in der EZB vor allem Präsidentin Christine Lagarde. Bei einem möglichen Start aber wird sie auch dann nicht mehr im Amt sein,  wenn alles nach Plan läuft.