Europäische Zentralbank (EZB)

3. Januar 2019 Geldpolitik

Nord/LB – Schlimmer als die HSH in ihrer dunkelsten Stunde

Die Nord/LB soll bei der internen Risikoüberwachung des DSGV für seine Mitgliedsinstitute nach unseren Informationen schlechter abschneiden als es bei der inzwischen privatisierten HSH Nordbank jemals der Fall gewesen ist. Beide Häuser hatten sich massiv mit Schiffskrediten verhoben.

2. Januar 2019 Immobilien

Frankfurt verabschiedet sich mit Investmentböllern aus 2018

Die Investment-flaute als Folge problembehafteter Banken ist für Frankfurt endgültig vorbei. Auf das Gesamtzahlenwerk 2018 kommen wir in Kürze zurück. Im Endspurt des Jahres gingen indes noch 3 Investmentkracher los. Gebäude, die PLATOW z. T. noch als langjährige Sorgenkinder kannte:

2. Januar 2019 Immobilien

Immobilienfinanzierungsindex – Es macht sich Pessimismus breit

Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) von JLL und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist im vierten Quartal 2018 tiefer in den negativen Bereich gerutscht. Mit minus 10,8 Punkten (nach minus 4,5 im Vorquartal) verzeichnet er den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren.

14. Dezember 2018 Asset Management

Fondsanlagen – Deutschland ist Europameister

Mit deutlichem Abstand zu Frankreich und England (je 1,7 Bio. Euro oder 14% Anteil) sind deutsche Sparer mit 2,6 Billionen Euro bzw. 22% die größten Fondsanleger in der EU. Private und institutionelle Anleger waren lt. EZB zur Jahresmitte mit einem Vermögen von insgesamt 11,8 Billionen Euro in Investmentfonds investiert. Beim Wachstum der fünf größten Fondsmärkte, dazu gehören auch die Niederlande (9%), liegt überraschenderweise das krisengeplagte Italien (9%) vorne. Seit Ende Juni 2013 ist das Vermögen dort im Schnitt um 13,7% pro Jahr gestiegen. Deutschland liegt mit einem jährlichen Wachstum von über 10% auf dem zweiten Platz. Die EZB-Statistik berücksichtigt ausschließlich das von Anlegern in der EU gehaltene Fondsvermögen. Sie basiert auf Meldungen der depotführenden Stellen und Notenbanken. Zwar verwalten die in Europa aufgelegten Fonds ein Vermögen von insgesamt 16 Billionen Euro. Davon entfallen aber allein drei Billionen Euro auf insbesondere in Luxemburg oder in Irland aufgelegte Fonds, die außerhalb der EU verkauft werden.

14. Dezember 2018 Geldpolitik

Frankreich – Späte Rache

Die EZB, namentlich ihr belgischer Chefvolkswirt Peter Praet, der zugleich im Direktorium der Notenbank Sitz und Stimme hat, sorgt sich um Frankreich (s. PLATOW v. 28.11.18). Die Ereignisse seither, die die Volkswirtschaft des Nachbarlandes lähmenden Proteste der Gelbwesten, aber auch die Terrormorde von Straßburg, sind traurige Bestätigung für die warnenden Stimmen aus dem Frankfurter Tower. So verschieden die Frankreich unter Starkstrom setzenden beiden Ereignisse auf den ersten Blick anmuten, lässt sich doch ein gemeinsamer Ursprung erkennen: Frankreich hat die Integration von Millionen seit den 1960er-Jahren aus den ehemaligen Kolonien ins Land strömenden Menschen ebenso sträflich vernachlässigt wie das Wohlergehen und die Aufstiegschancen der unteren Mittelschicht. Beide Versäumnisse haben in diesen Bevölkerungsgruppen zur Radikalisierung beigetragen.

13. Dezember 2018 Geldpolitik

EZB – „Dicke Bertha“ reloaded

Wie erwartet, hat der EZB-Rat das Ende der Netto-Anleihekäufe zum Jahresende beschlossen. Bis dahin dürfte die EZB Wertpapiere im Volumen von bis zu 2,6 Billionen Euro angehäuft haben. Diesen gewaltigen Bestand will EZB-Präsident Mario Draghi durch Ersatzkäufe auslaufender Anleihen noch geraume Zeit nach dem Beginn der Zinswende konstant halten.

11. Dezember 2018 Geldpolitik

Fintechs – Finanzmetropole Frankfurt verliert an Reiz

Frankfurt ist die Hochburg des traditionellen Bankensektors. Diverse Urgesteine und Schwergewichte der Finanzindustrie nennen die Mainmetropole ihre Heimat – darunter Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank, Commerzbank, KfW, DZ Bank, Bafin und EZB, um nur die großen zu nennen.

7. Dezember 2018 Geldpolitik

EZB – Brexit-Votum überschattet Ratssitzung

Das Timing ist purer Zufall. Nur zwei Tage nach der entscheidenden Abstimmung im britischen Parlament über den Brexit-Vertrag trifft sich am kommenden Donnerstag (13.12.) der EZB-Rat zu seiner letzten geldpolitischen Sitzung in diesem Jahr. Ein Scheitern des von Premierministerin Theresa May mit Brüssel mühsam ausgehandelten Brexit-Deals gilt als durchaus möglich und könnte die ohnehin sehr nervösen Kapitalmärkte in schwere Turbulenzen stürzen. Gut möglich, dass EZB-Präsident Mario Draghi auf der PK im Anschluss an die Ratssitzung gefordert sein könnte, zumindest verbal beruhigend auf die Märkte einzuwirken. Als sicher gilt indes, dass der EZB-Rat das zu Jahresschluss angekündigte Ende der Netto-Anleihekäufe beschließen wird.

7. Dezember 2018 Geldpolitik

BayernLB-Chef – Zeichen stehen auf Trennung

Seit Monaten schon ringen Johannes-Jörg Riegler und der Aufsichtsrat um eine Vertragsverlängerung für den BayernLB-Chef. Knackpunkt im Vertragspoker ist neben der Kritik an der Person die von Riegler geforderte kräftige Gehaltsaufstockung, die bei den bayerischen Sparkassen auf heftigen Widerstand stößt. Jetzt hat die EZB-Bankenaufsicht eine Prüfung der Vergütungsregeln für die so genannten Risikoträger der BayernLB angestoßen. Dabei handelt es sich vor allem um die Vorstandsmitglieder der Landesbank.

6. Dezember 2018 Geldpolitik

Deutsche Bank – Neues Rekordtief überschattet AR-Sitzung

Zahlreich und durchaus hochkarätig war die Deutsche Bank beim Abschiedsempfang für DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch in Berlin (S. 4) vertreten. Doch ausgerechnet der amtierende Vorstandschef Christian Sewing musste sich wegen eines anderen dringenden Termins entschuldigen lassen. Denn in Frankfurt tagte der Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Eine reine Routinesitzung, wie es hieß. Spekulationen über eine möglicherweise bevorstehende Ablösung von Compliance-Vorständin Sylvie Matherat wollte die Deutsche Bank jedoch ausdrücklich nicht bestätigen. Nach der jüngsten Razzia in den Frankfurter Doppeltürmen, bei der auch die Büros sämtlicher Vorstände der Deutschen Bank durchsucht wurden, war Matherat noch stärker unter Druck geraten. Offensichtlich wollte der Aufsichtsrat aber den Anschein vermeiden, Matherat werde unter dem Eindruck der spektakulären Großrazzia geopfert.

6. Dezember 2018 Geldpolitik

Pfandbrief – Lobbying trägt Früchte

Die über 40 Mitglieder des vdp können mit Präsident Louis Hagen (Münchener Hyp) und Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt zufrieden sein. Die in Deutschland bewährten hohen Standards für Pfandbriefe und die Kreditvergabe der Pfandbriefbanken haben gute Chancen, auch auf europäischer Bühne Maßstab zu werden.

4. Dezember 2018 Geldpolitik

Förderbanken – Rückkehr im Schoß der BaFin

Die hartnäckige Lobbyarbeit des VÖB hat sich ausgezahlt. Die Europäische Union ermöglicht nun eine maßgeschneiderte nationale Aufsichtsregelung für die selbstständigen deutschen Förderbanken, jubelt VÖB-Hauptgeschäftsführerin Iris Bethge.

27. November 2018 Geldpolitik

EZB sorgt sich um Frankreich

Die Massenproteste der Mittelschicht in Frankreich gegen Präsident Emmanuel Macron und seine Reformagenda bekümmern auch die EZB. Wie zuletzt Mario Draghi und Direktoriumskollegin Sabine Lautenschläger-Peiter nutzt auch der 2019 aus dem Amt scheidende Chefvolkswirt Peter Praet die noch verbleibenden Tage vor Beginn der einwöchigen „Schweigeperiode“ vor der EZB-Ratssitzung am 13.12., von der wichtige geldpolitische Entscheidungen erwartet werden, um die Märkte einzustimmen.

27. November 2018 Geldpolitik

Nord/LB – Helaba-Rückzug ist nicht das letzte Wort

Am heutigen Mittwoch (28.11.)ist Einsendeschluss für die verbindlichen Angebote für eine Beteiligung externer Investoren an der Nord/LB. Die von hohen Abschreibungen auf ihr Schiffsportfolio geplagte Landesbank braucht dringend eine Kapitalspritze von mindestens 3,5 Mrd. Euro. Um ein Beihilfeverfahren zu vermeiden, muss sich neben dem Nord/LB-Haupteigentümer Land Niedersachsen (60%) auch ein externer Investor an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen.

23. November 2018 Geldpolitik

Italien – Was das Land zum Sorgenkind Europas macht

Ein Feuerwerk intelligenter Überlegungen zu den aktuellen Krisenherden in Europa und der Welt, wie es von einem eloquenten Professor erwartet wird, präsentierte der Präsident des ifo Instituts, Clemens Fuest, auf dem 5. Kapitalmarkttag der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Seinem Vorgänger Hans-Werner Sinn stand er darin in nichts nach. Die Ballung politischer Spannungen mit dem Haushaltszwist zwischen Brüssel und Rom, dem Tauziehen um den Brexit und einem möglichen Handelskrieg USA/China ist es nicht allein, die Fuest bekümmert.

16. November 2018 Geldpolitik

Mario Draghis Vermächtnis

Ein Hauch von Abschied waberte durch den Mozart-Saal der Alten Oper, als Mario Draghi auf die Bühne des Frankfurt European Banking Congress schritt. Auch wenn die Amtszeit des EZB-Präsidenten erst im Oktober 2019 endet, war es für Draghi der letzte Auftritt bei dem Frankfurter Banken-Meeting in dieser Funktion. Den an das Tagungsmotto „Back to Normal – What does it mean?“ angelehnten Appell von Deutsche Bank-Chef Christian Sewing, auch bei den Zinsen alsbald zur Normalität zurückzukehren, schien Draghi allerdings geflissentlich überhört zu haben.

9. November 2018 Geldpolitik

Merkels verkorkste Europa- Personalpolitik

Höchstpersönlich war Kanzlerin Angela Merkel nach Helsinki gereist, um auf dem Wahlkongress der EVP Manfred Weber den Rücken zu stärken. Mit 80% setzte sich der aus der niederbayerischen Provinz stammende CSU-Politiker als Spitzenkandidat der konservativen europäischen Parteienfamilie EVP gegen den vielsprachigen Finnen Alexander Stubb durch. Als EVP-Fraktionschef ist der als Brückenbauer geltende Weber im Brüsseler EU-Biotop bestens verdrahtet. Doch einen Freifahrtschein an die Spitze der EU-Kommission als Nachfolger von Jean-Claude Juncker hat er mit der EVP-Spitzenkandidatur keineswegs schon gelöst.

9. November 2018 Geldpolitik

Olaf Scholz beim VÖB – Kooperation macht stärker

VÖB-Präsident Johannes-Jörg Riegler, im Hauptberuf Chef der BayernLB, begrüßte beim traditionellen Jahresempfang in Berlin eine Gästeschar, die das Verbandsgebäude am Tiergarten fast aus den Nähten platzen ließ. Das lag an heißen Gerüchten um Personen, den Fortbestand der GroKo und nicht zuletzt der Prominenz des Ehrengastes, Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Scholz wie auch Riegler, dessen Vertragsverlängerung bei der BayernLB noch aussteht, können sich nicht sicher sein, ihre Ämter zu halten. Der Bundesfinanzminister, dessen Haushaltsentwurf, der erneut ohne Schulden auskommen soll, gerade die letzten Hürden passiert, platzierte gleich zu Beginn seines Statements vor den Bankenvertretern sein Petitum: Spare in der Zeit – dann hast Du in der Not.

8. November 2018 Geldpolitik

EBA – Wer folgt auf Enria?

Keinen leichten Stand dürfte der vom EZB-Rat als Nachfolger der obersten Bankenaufseherin der Euro-Zone, Danièle Nouy, nominierte Italiener Andrea Enria im Europaparlament haben. Die EU-Parlamentarier müssen der Personalie noch zustimmen, ebenso wie die Staats- und Regierungschefs. Im Rennen um die Nouy-Nachfolge setzte sich der EBA-Chef gegen die auch von Deutschland unterstützte Vize-Gouverneurin der irischen Notenbank, Sharon Donnery, durch.

1. November 2018 Geldpolitik

Deutsche Bank – Neuer Großaktionär lässt auf bessere Zeiten hoffen

Positive Nachrichten kann Deutsche Bank-Chef Christian Sewing derzeit gut gebrauchen. Trotz der von Sewing geschürten Aussicht auf eine Rückkehr in die Gewinnzone noch in diesem Jahr musste die Deutsche Bank-Aktie an der Börse zuletzt viel Prügel einstecken. Der Einstieg des US-Finanzinvestors Hudson Executive Capital, der mit einem Anteil von 3,1% in den Kreis der Großaktionäre der Deutschen Bank eingezogen ist, hat am Aktienmarkt neue Hoffnung auf bessere Kurse geweckt.

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