Die Abschaffung der gesetzlichen Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler verändert den Weiterbildungsmarkt. Das Europäische Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ), wohl Europas größte immobilienwirtschaftliche Bildungseinrichtung, deren Hochschulrat das PLATOW-Team seit über zehn Jahren angehört, sieht darin eine Chance. Weiterbildung werde künftig nicht mehr durch gesetzliche Vorgaben bestimmt, sondern durch den Anspruch, im Wettbewerb erfolgreich zu sein, erklärt Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender des EBZ. Zwar sei die Pflicht weggefallen, der Bedarf an Kompetenz, um sich im u.a. durch künstliche Intelligenz verschärften Wettbewerbsumfeld zu behaupten, habe sich dagegen eher erhöht.

Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft befinde sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, neue Vermarktungswege, steigende rechtliche Anforderungen, veränderte Kundenerwartungen und nicht zuletzt die Rahmenbedingungen für die Energieversorgung von Wohngebäuden veränderten den Berufsalltag von Maklern nachhaltig.

Qualifizierungen mit praktischem Mehrwert

Im Mittelpunkt der EBZ-Weiterbildungsaktivitäten stünden künftig noch stärker Qualifizierungen mit einem unmittelbaren Mehrwert für die berufliche Praxis. Dazu gehörten neben etablierten Lehrgängen zum Immobilienmakler/in (IHK) insbesondere neue Formate Künstlicher Intelligenz, digitaler Vermarktung, Social Selling, Recht, Vertrieb, Kapitalanlage oder Unternehmensnachfolge. Angebote für Wohnungsunternehmen, Maklerhäuser und Banken als unternehmensspezifische Qualifizierungsprogramme, digitale Lernangebote sowie kontinuierliche Wissensformate sollen künftig eine noch größere Rolle spielen. Statt gesetzliche Mindestanforderungen zu erfüllen, rücke die nachhaltige Entwicklung beruflicher Kompetenzen stärker in den Mittelpunkt, so Leuchtmann.