In den vergangenen rund zehn Jahren haben US-Immobilieninvestoren im Durchschnitt 70–80% ihres Portfolios im Inland investiert – nach 66% zuvor. Grund sei die gute Performance des US-Marktes gewesen, analysiert Greg Kane, Head of European Investment Research, Real Estate, bei PGIM. Zunehmend werde aber ein optimaler Mix zwischen inländischer und internationaler Immobilienallokationen angestrebt. Europäische Wohnimmobilien weisen laut Kane dank der Strukturen im sozialen Wohnbau und langfristiger Mietverträge eine geringe Cashflow-Volatilität auf, im Gegensatz zu Mehrfamilienhäusern in den USA. Gleichzeitig bestünden Chancen in noch wachsenden Sektoren in Europa, wie dem Self-Storage-Bereich, der nur einen Bruchteil des US-Niveaus im Verhältnis zur Einwohnerzahl aufweise.

Fragmentierung als Chance

Europas Fragmentierung sei kein Nachteil, sondern eine Quelle von Alpha, so Kane. Ohne einen einheitlichen Kapitalmarkt blieben Preisineffizienzen länger bestehen. Davon profitierten Investoren, die eine Bottom-up-Analyse auf Marktebene durchführen.

Aus PGIM-Sicht sticht die Iberische Halbinsel hervor. Immobilien spielten dort in den bislang noch wenig von institutionellen Investoren geprägten Volkswirtschaften eine besonders große Rolle. Irlands Wohnsektor profitiere dagegen von einem echten strukturellen Angebotsmangel. Bezahlbarer Wohnraum in Großbritannien ziehe zunehmend privates Kapital an. Und die schwierige Lage am deutschen Immobilienmarkt eröffne Einstiegsmöglichkeiten für Investoren, die sowohl Fremd- als auch Eigenkapitalstrategien abdecken können, so Kane.

Wohnen und Logistik treiben alle Märkte an

Die Bereiche Wohnen und Logistik blieben in nahezu allen Märkten relevant, während nachfragegetriebene Sektoren wie Self-Storage, Food-Anchored Retail und Premium Hospitality eine selektivere Herangehensweise erfordern. Eine ergänzende Debt-Allokation, bei der die Liquidität bei Gewerbe- und Wohnimmobilien am höchsten ist, biete einen weiteren Hebel, ohne zusätzliches Eigenkapitalrisiko einzugehen. Die Frage laute nicht mehr, wie hoch der Anteil internationaler Investments sein solle, sondern welche Märkte und Sektoren dafür am besten geeignet seien.