Bevölkerung schrumpft, Wohnungsmangel bleibt
Anhaltende Hitze in den Metropolen, deutliche Abkühlung in den ländlichen Regionen. Die aktuelle „Wohnwetterkarte" zeigt, wo Bedarf und Angebot am weitesten auseinanderfallen.

Deutschland schrumpft wieder durch schwache Geburtenraten und einen veränderten Wanderungssaldo. Der Wohnungsbedarf geht rechnerisch gegenüber den Vorjahren zurück, jedoch bleibt der Mangel an Wohnraum in vielen Regionen Deutschlands bestehen. Der Rückgang der Bedarfe ist zu gering, um den über die Jahre entstandenen Wohnraummangel auszugleichen. Zusätzlich verschärfen niedrige Fertigstellungszahlen die Situation. Das sind die zentralen Ergebnisse der 8. gemeinsamen „Wohnwetterkarte“ von BPD Bouwfonds Immobilienentwicklung und Bulwiengesa.
Die aktuelle Studie analysiert die Wohnungsmärkte in rund 11.000 Städten und Gemeinden und zeigt, wo Wohnraumbedarf und Bautätigkeit auseinanderfallen. Mit der Wohnwetterkarte werden Wohntrends und deren Veränderungen anhand einer Farbskala ähnlich einer Wetterkarte dargestellt. Die heißeste Kommune Deutschlands – hier liegen Wohnangebot und -bedarf am weitesten auseinander – ist demnach Erdweg im Landkreis Dachau.

Der Wohnungsbedarf sei zwar rückläufig, aber die Bautätigkeit bleibe deutlich hinter dem Bedarf, so die Studienautoren. Die Wohnwetterkarte 2026 weist einen rechnerischen Wohnungsbedarf von rund 288.000 Wohnungen pro Jahr aus. Ausschlaggebend für den Rückgang sind insbesondere die demografische Entwicklung mit sinkenden Geburtenzahlen und geringeren Zuwanderungsprognosen. Bei aktuell nur rund 203.000 Wohnungsfertigstellungen bleibt der Abstand zwischen benötigtem und realisiertem Wohnungsbau dennoch groß.

Zunehmende regionale Unterschiede
Die aktuelle Wohnwetterkarte zeigt, dass sich die Wohnungsmärkte regional zunehmend unterschiedlich entwickeln. Während sich die Nachfrage stärker auf die Metropolregionen und die großen Verkehrsachsen konzentriert, kühlen viele ländliche Regionen ab. So zeigen u.a. der Schwarzwald, der Raum Ansbach, der Odenwald, Teile Ostwestfalens sowie Regionen wie das Sauerland, die Eifel oder der Bayerische Wald erstmals wieder eine kühlere Entwicklung als in den Vorjahren. Die Wohnwetterkarte mache deutlich, dass sich die Wohnungsmärkte immer stärker ausdifferenzieren, fügt Bulwiengesa-Geschäftsführer Felix Embacher hinzu.