Das Volumen der neu vergebenen Wohnungsbaukredite zeigte im Juni und Juli 2026 eine deutliche Erholung. Das läuft parallel zur Entwicklung der Genehmigungen und würde im positiven Sinn der These widersprechen, dass Baugenehmigungen oft lediglich zum Grundstückstuning eingeholt werden, um gegenüber der Bank Aktivismus zu zeigen und ein Jahr Zeit zu schinden. Eine Aufwertung durch Baugenehmigung kann ja auch im Interesse der Bank liegen, die vielleicht die Eigenkapitalhinterlegung besserstellen kann. 

Laut Barkow Consulting belief sich das Wohnungsbau-Finanzierungsvolumen im Juli 2026 auf 21,7 Mrd. Euro. Das entspricht dem Vorjahreswert und liegt nur noch knapp unter dem langfristigen Durchschnitt der Jahre ab 2010 bis 2020, wie der Chart deutlich macht. Barkow verweist noch auf die Ausnahme des „kriegsbedingten Ausnahmemonats März 2026“ mit höheren Werten. Hier fehlt PLATOW allerdings die Logik. Gegenüber dem Vormonat legte das Neugeschäft um 9,6% zu. Ein erheblicher Teil des Anstiegs dürfte laut Barkow allerdings saisonal bedingt sein. Der Juli sei typischerweise der stärkste Monat des Jahres vor dem sommerlichen Rückgang der Kreditvergabe. Im bisherigen Gesamtjahr liege das Neugeschäftsvolumen daher weiterhin 1,6% unter dem Vorjahresniveau.

Diese Faktoren bremsen die Erholung auch weiterhin

Auch an den grundlegenden Belastungsfaktoren habe sich damit wenig geändert. Die Kombination aus stabilen bis steigenden Immobilienpreisen, zuletzt wieder deutlich höheren Zinsen und anhaltender gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit bremse die Erholung weiterhin. Hinsichtlich der Wirkung des lange angekündigten „Herbst der Reformen“, der vor Kurzem noch „Sommer der Reformen“ hieß, ist Barkow skeptisch. Aus anderen Hintergrundgesprächen ist evident, dass der klassische Kreislauf aus Eigenkapital, Bankfinanzierung, Vorverkauf der Wohnungen, Fertigstellung und schneller Freigabe des Eigenkapitals für weitere Projekte durch lange Vermarktungszeiten und insbesondere lange Genehmigungszeiten beantragter Käufer-Finanzierungen unterbrochen ist. Eine schnelle Erholung des Wohnungsbaus wird bei allen gut gemeinten und auch richtigen Reformen nicht gesehen.