Bauindustrie senkt die Umsatzprognose für 2026
Der Juni bescherte der deutsches Bauwirtschaft ein deutliches Umsatz- und Auftragsplus, trotzdem zeigt sich deren Hauptverband skeptisch. Das sind die Gründe.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (kurz: Bauindustrie) hat seine Prognose für die Umsatzentwicklung in 2026 von real plus 2,5% zu Jahresbeginn auf plus 1% reduziert. Angesichts der bis einschließlich Mai stark gebremsten Baukonjunktur und den steigenden Baukosten sei die ursprüngliche Prognose nicht mehr zu halten, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die Lage am Bau. Insbesondere der Wohnungsbau gebe mit nur noch realem Plus von 0,5% nach. Im Januar habe man noch +2% erwartet. Lediglich der Juni habe mit deutlichen Order- und einem leichten Umsatzplus ein Minus verhindert.
Offen sei die Frage, ob es sich um eine unerwartete Trendwende oder nur um ein einmaliges Monats-Strohfeuer handele. Für den Auftragseingang im Juni 2026 ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales und kalenderbereinigtes Plus von 11,3% bzw. zum Vormonat von 6,0% ausgewiesen. Für das erste Halbjahr ergeben sich damit (in Summe erstmalig) ein Plus von real 1,8%. Im Umsatz ist dies allerdings noch nicht angekommen. Da steht für das erste Halbjahr ein Minus von real 0,7% zu Buche.

Die Skepsis des Verbandes werde durch eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen bestätigt, wonach nur noch 30% der Befragten davon ausgingen, dass der Umsatz im eigenen Unternehmen 2026 zulegen werde. Genauso viele rechneten mit einem Rückgang. Hinzu kommt Bauindustrie-Hauptgeschäftsführer Müller, dass nach wie vor gelte, dass Umsatz noch kein Ertrag sei. Angesichts der gestiegenen Kosten, die nicht an Auftraggeber weitergegeben werden können, seien die Unternehmer hinsichtlich des Ertrags pessimistisch. Nur noch 13% der Befragten erwarten eine Ertragssteigerung. 43% befürchten durch Preissteigerungen bei Diesel, Energie und Baumaterial einen Rückgang.
Trotzdem werde das Personal gehalten (57%), bzw. sogar weiter aufgebaut (24%). Nur 19% rechnen mit einem Rückgang. Die Unternehmen möchten sich für „eine Erholung im kommenden Jahr“ gut aufstellen, so Müller. Das sei ein Kraftakt der mittelständischen bis großen Firmen der Bauindustrie, der unternehmerischen Mut und Weitblick gleichermaßen zeige.