Bereits seit Ende 2023 weisen wir darauf hin, dass es bei den Überlegungen zum Fertigbau des Signa-Projektes Elbtower, im Volksmund auch in mehreren Varianten unter Verwendung des Namens des damals verantwortlichen Bürgermeisters Olaf Scholz wie „Scholztower“ oder „Langer Olaf“ bekannt, Taschenrechner-Probleme gibt (u.a. Scholztower – Das Luftschloss ist geplatzt). Der mögliche Durchbruch der Pläne des Projektentwicklers Dieter Becken war neben dem Einstieg prominenter Investoren, die teilweise bereits im Originalprojekt engagiert waren, wie der bekannte Hamburg Mäzen Klaus-Michael Kühne, die schon investierte Versicherung Signal Iduna, Drogeriekönig und Buchautor Dirk Roßmann und das Bauunternehmen Adolf Lupp, insbesondere die Planung der Stadt Hamburg, die untersten zwölf Stockwerke des Elbtowers zu kaufen, um dort das neue Naturkundemuseum unterzubringen. Genau das schien bereits in den vergangenen Wochen an Begeisterung eingebüßt zu haben.

Am vergangenen Sonntag ist zudem Klaus-Michael Kühne mit 89 Jahren verstorben, der ein hohes Engagement für seine Heimatstadt Hamburg zeigte. Das Vermögen des zweitreichsten Deutschen ohne leibliche Erben geht in eine Stiftung. Inwieweit das Stiftungsmanagement das persönliche Engagement fortführen kann oder eher rein ökonomisch dem Stiftungszweck verbunden ist, bleibt noch offen. Wenn sich die Stadt vor dem Hintergrund der Unsicherheit auch zurückzieht, springen die Zeiger wieder auf Null und die PLATOW-Überlegungen aus 2023/2024 werden wieder virulent.

Ungünstige Rahmenbedingungen

Am Zinsumfeld hat sich nichts verändert. KI führt zumindest vorübergehend zu Büro-Investment-Zurückhaltung. Volkswirtschaft und Konjunktur bringen auch noch keinen Schub. Die Fertigstellungskosten sind weiter gestiegen. Inwieweit der wirklich notwendige Mietoptimismus für eine nicht allerbeste Stadtlage dauerhaft trägt, ist vor dem Hintergrund des bekannten Drucks auf schwächere Immobilien und daraus resultierende Arbitrage-Effekte auch sehr ungewiss. Und bereits wenige Tage vor dem Tod von Klaus-Michael Kühne hatte Medienberichten zufolge der Hamburger SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf mit Blick auf wohl festgefahrene Verhandlungen klar gemacht: „Es wird keinen Nachschlag geben“. Die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung des Elbtowers schätzte er als gering ein.