Von Januar bis Juni diesen Jahres vergaben die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute Immobiliendarlehen im Volumen von 80,4 Mrd. Euro (+8,5%). Wohnimmobiliendarlehen machten davon mit 62,3% fast zwei Drittel des Immobilienfinanzierungsgeschäftes aus. Ihr Volumen belief sich im ersten Halbjahr diesen Jahres auf 50,1 Mrd. Euro (+5,3%; H1 2025: 47,6 Mrd. Euro).

Gewerbeimmobiliendarlehen legten basierend auf einem im langfristigen Vergleich nach wie vor niedrigen Niveau mit 30,3 Mrd. Euro (H1 2025: 26,5 Mrd. Euro) um 14,3% zu. Das Immobilienfinanzierungsneugeschäft der Pfandbriefbanken verlaufe solide, jedoch läge die Darlehensvergabe weiterhin deutlich unterhalb der Volumina, die vor der Zinswende erreicht worden seien, betonte Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp. Für das zweite Halbjahr rechnet er unter den gegebenen Rahmenbedingungen allenfalls mit leichten Anstiegen des Neugeschäfts. Tolckmitt appellierte an die Politik, die Wohneigentumsbildung privater Haushalte stärker zu fördern.

Nahezu alle Immobilienklassen auf Wachstumskurs

Zum Anstieg des Volumens an Wohnimmobiliendarlehen auf 50,1 Mrd. Euro trugen im ersten Halbjahr 2026 nahezu alle Immobilienklassen bei: Am stärksten fiel der relative Anstieg mit 7,3% im Vorjahresvergleich bei Darlehen für Mehrfamilienhäuser aus (13,2 Mrd. Euro). Dahinter rangierten mit Zuwachsraten von 6,7% bzw. 4,0% die Finanzierungen von Eigentumswohnungen (11,2 Mrd. Euro) und von Ein- und Zweifamilienhäusern (23,2 Mrd. Euro). Die Darlehensvergabe für sonstige wohnwirtschaftliche Objekte wie z.B. Bauland erreichte den Vorjahreswert von 2,5 Mrd. Euro. Die neu vergebenen Wohnimmobiliendarlehen führten zu einem moderaten Bestandszuwachs. Zum Stichtag 30. Juni 2026 lag das Volumen ausgereichter Darlehen für Wohnobjekte bei 762,9 Mrd. Euro und damit 1,3% höher als ein Jahr zuvor.

Der Volumenzuwachs bei neuen Gewerbeimmobiliendarlehen auf insgesamt 30,3 Mrd. Euro speiste sich von Januar bis Juni diesen Jahres vor allem aus der Entwicklung bei Finanzierungen für Handelsgebäude, die im Jahresvergleich um 40,6% auf 9,0 Mrd. Euro anstiegen. Die Wachstumsraten bei der Darlehensvergabe für Büroobjekte (14,8 Mrd. Euro) und für Hotels (2,4 Mrd. Euro) betrugen 9,6% bzw. 9,1%. Das Neugeschäft bei Industriegebäuden (0,5 Mrd. Euro) und bei sonstigen gewerblich genutzten Objekten (3,6 Mrd. Euro) war dagegen rückläufig im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr (-16,7% bzw. -5,3%). Der Gewerbeimmobilienfinanzierungsbestand sank dagegen um 3,5% auf 278,4 Mrd. Euro. Das Neugeschäft reichte damit weiterhin nicht aus, um die Tilgungen zu kompensieren. Insgesamt blieb der Bestand an Immobiliendarlehen mit 1.041,3 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau.