Sparkassen und Kreditgenossen stocken Personal auf
Immobilienrisiken belasten Merkur Privatbank +++ Eba beaufsichtigt Dollar-Stablecoin USDC +++ EZB genehmigt Commerzbank-Übernahme +++ Bafin rügt Sparkasse +++

16.10.26
Sparkassen und Kreditgenossen stocken Personal auf
Die deutsche Kreditwirtschaft beschäftigt erneut mehr Menschen – dank der Sparkassen und Genossenschaften. Die roten Geldhäuser erhöhten ihr Personal 2025 um mehr als 3% auf rund 199.800, die Blauen um mehr als 2% auf 146.250, wie die Statistik des Arbeitgeberverbands der privaten Banken (AGV Banken) zeigt. Beide wappnen sich damit für die nahende Ruhestandswelle, wie schon unsere frühere Analyse ergab. Die gesamte Branche wuchs allerdings nur um 1,0% auf 548.700 Beschäftigte. Denn bei den privaten Häusern fiel der Wert „aufgrund anhaltender Restrukturierungen“ um 1,5% auf 152.250. (jsc)
Immobilienrisiken belasten Merkur Privatbank – Ergebnis fällt um zwei Drittel
Die Münchner Merkur Privatbank erzielte in den ersten neun Monaten ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 7,5 Mio. Euro nach 22,7 Mio. Euro im Vorjahr. Die Bank stockte die Risikovorsorge für Immobilienfinanzierungen auf 40,7 Mio. Euro (Vorjahr: 22,3 Mio. Euro) auf, zudem sank der Zinsüberschuss. Unterm Strich blieben 5,0 Mio. Euro Gewinn nach 7,5 Mio. Euro. (mv)
Eba beaufsichtigt Dollar-Stablecoin
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (Eba) stuft mit dem USDC des US-Kryptokonzerns Circle erstmals in der EU einen Stablecoin als „signifikanten E-Geld-Token“ ein. Ab 12. November kontrolliert sie damit unter anderem Eigenmittel, Reserven, Liquidität sowie Sanierungs- und Rücktauschpläne. Bisher war allein die französische Aufsicht ACPR für den Stablecoin zuständig. Weltweit sind USDC im Wert von 73 Mrd. Dollar im Umlauf. (jsc)
15.10.2026
EZB genehmigt Commerzbank-Übernahme
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Angaben von Unicredit wie erwartet die Übernahme weiterer Commerzbank-Anteile genehmigt. Wie die italienische Bank am Donnerstagabend mitteilte, kann sie nun die Anteile ohne Obergrenze aufstocken. Dies sei ein wichtiger Meilenstein der Übernahme und „unterstreicht die positive Bewertung der Transaktion durch die EZB sowie ihr Vertrauen in Unicredits solide Fundamentaldaten und starke Stellung im europäischen Bankensektor“. (st)
Bafin rügt Sparkasse Borken-Schwalmstadt
Drei Jahre nach Fusion der Sparkasse Borken-Schwalmstadt ordnet die Bafin zusätzliche Eigenmittel an. Das Attest lautet: Mängel in der IT, im Notfallmanagement und im Auslagerungsbereich. Zuvor hatte die Bafin die Abschlüsse der Jahre 2023 bis 2025 geprüft, also alle Ergebnisse seit der Fusion der Stadtsparkassen Borken und Schwalmstadt. Im jüngsten Abschluss räumt die Sparkasse ein, Vorgaben zu IT-Risiken „noch nicht vollständig“ zu erfüllen. Die Kernkapitalquote der Sparkasse ist mit zuletzt 17,3% jedoch solide. (jsc)
Deutsche Bank startet digitale Vermögensverwaltung
Die Deutsche Bank öffnet die Vermögensverwaltung für Kleinsparer: Kunden können online schon ab 500 Euro einsteigen, teilt die Bank mit. Die Verwaltung kostet 0,65% bis 0,75% im Jahr, hinzu kommen Produktkosten von durchschnittlich etwa 0,15%. Auffällig: Anders als bei Robo-Advisors entscheidet ein Mensch über die Anlage, kein Algorithmus. (jsc)
14.10.2026
Ergo verkauft Strukturvertrieb Ergo Pro an Artemis-Gruppe
Die Tochter des Finanzinvestors Oakley Capital soll das Geschäft mit mehr als 4.000 Vertriebspartnern nach dem Abschluss im Januar 2027 als One Financial Services führen. Ergo bleibt über eine Kooperation angebunden. In der Lebensversicherung vermittelt One Financial Services exklusiv Ergo-Produkte. Ergo-Deutschlandchef Oliver Willmes will sich auf den hauseigenen Vertrieb konzentrieren. (mv)
Provinzial übernimmt Moneymeets
Der Versicherer stärkt mit der Übernahme des Frontend-Spezialisten sein Bancassurance-Geschäft. Provinzial-Vertriebsvorstand Patric Fedlmeier will persönliche, telefonische und digitale Angebote zu einem hybriden Beratungsmodell verzahnen. Neuer Geschäftsführer bei Moneymeets wird Michael Schlieckmann, der bei der Provinzial bisher als Generalbevollmächtigter das Vertriebsmanagement verantwortet. (mv)
13.10.26
Vivid bietet KMU Auslandszahlungen in über 40 Währungen
Die Berliner Finanzplattform Vivid bietet ihren Geschäftskunden ab sofort Auslandszahlungen in mehr als 40 Währungen an. Dafür arbeitet Vivid mit dem Finanzdienstleister Wise zusammen, der auf Auslandsüberweisungen spezialisiert ist. Vivid nutzt die Technik, die Wise anderen Banken und Unternehmen zur Verfügung stellt („Wise Platform“). Vivid betreut nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Unternehmen in Europa. Am stärksten wuchsen zuletzt die Zahlungen seiner Kunden nach China, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Singapur. (mv)
Trade Republic startet kostenloses Altersvorsorgedepot
Der Neobroker verlangt weder Depotgebühren noch Ausführungskosten für Sparpläne. Mehrere Dutzend ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard bietet er dauerhaft ohne Produktkosten an. Die staatliche Förderung solle nicht „in hohen Gebühren bei Banken und Versicherungen hängenbleiben“, sagt Mitgründer Christian Hecker. Zugleich will Trade Republic die größte Werbekampagne seiner noch jungen Geschichte starten. (mv)
12.10.2026
Altersvorsorgedepot als Köder statt Kassenschlager
Die Dwp Bank und Lemon Markets haben 88 Finanzinstitute und Dienstleister nach ihren Plänen beim Altersvorsorgedepot gefragt. Das Ergebnis: 90% der Befragten wollen ein Altersvorsorgedepot anbieten, 82% schon zum Start am 1. Januar 2027. Allerdings lässt knapp die Hälfte der Institute derzeit noch offen, wie hoch die Kosten für das Produkt sein werden. Die Umfrage zeigt außerdem, dass es für viele befragte Institute beim Altersvorsorgedepot weniger um Wirtschaftlichkeit geht, sondern mehr um Kundenbindung und Cross-Selling sowie um die Erschließung neuer Zielgruppen. So wollen die Befragten vor allem Familien und Berufseinsteiger mit dem Altersvorsorgedepot erreichen – Zielgruppen, die im aktuellen Depotbestand eher unterrepräsentiert sind. (sde)
09.10.26
Deutsche Bank – Bafin setzt neue Fristen für Geldwäsche-Prävention
Die Bafin hat der Deutschen Bank neue Fristen gesetzt, damit diese die restlichen Mängel in ihrer Transaktionsüberwachung behebt. Die Anordnung vom 15. September 2026 aktualisiert frühere geldwäscherechtliche Anordnungen von 2021 und 2023. Den neuen Zeitplan begründet die Bafin damit, dass die Deutsche Bank ihre Transaktionsüberwachung wegen geänderter technischer Anforderungen neu ausrichte, was zum Teil neue Fristen erfordere. Die Deutsche Bank betont in einer Stellungnahme, dass die aktuelle Anordnung keine neuen Feststellungen oder zusätzlichen Anforderungen enthält. Bei den vereinbarten Maßnahmen habe sie bereits „wesentliche Fortschritte erzielt und einen erheblichen Teil erfolgreich umgesetzt“, heißt es weiter. (fm)
Scalable – Altersvorsorgedepot mit Rentenbonus
Beim Standarddepot tobt ein erbitterter Preiskampf, während die Konditionen beim Altersvorsorgedepot ohne Kostendeckel immer undurchsichtiger werden. Jetzt hat Scalable sein Angebot für Selbstentscheider präsentiert. Anleger können dabei flexibel aus Aktien-, Anleihen- und Rohstoff-ETFs, ELTIFs und Fonds wählen. Wer sich für bestimmte ETFs von Scalable, Blackrock, DWS und Vanguard entscheidet, zahlt für das Depot nichts. Zudem lockt der Neobroker mit einem Rentenbonus, bei dem die Produktkosten gutgeschrieben und reinvestiert werden. (fm)
08.10.26
Sparkassenfusion im Südwesten rückt näher
Nach ihren Fusionsgesprächen sind die Sparkasse Offenburg/Ortenau und die kleinere Sparkasse Kinzigtal einen Schritt weiter: Die Trägerversammlung aus 45 Kommunen beschloss eine Fusion im kommenden Jahr. Die geplante Sparkasse Ortenau käme auf eine Bilanzsumme von 7,2 Mrd. Euro, auf 32 Geschäftsstellen und 955 Beschäftigte. (jsc)
01.10.26
Bafin spart Rundschreiben
Die Bafin will künftig auf Rundschreiben verzichten, die lediglich zeigen, ob die deutsche Aufsicht die Leitlinien der EU-Behörden Eba, Eiopa, Esma oder Amla in der Praxis übernimmt. Künftig belässt es die Aufsicht in diesen Fällen bei einer Meldung. Erklärtes Ziel: Bürokratieabbau. (jsc)
Agrarnahe Rautenschlein-Bank erhöht Kapital
Das Bankhaus Rautenschlein sieht ein starkes Kreditwachstum – und stärkt daher das Kapital. Die kleine Agrarbank im Osten Niedersachsens erhöhte laut Handelsregister das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien zum zweiten Mal in Folge um 2,6 Mio. Euro auf jetzt 12,9 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr war der Kreditbestand um 16% auf 265 Mio. Euro gewachsen, während die harte Kernkapitalquote um 2,4 Punkte auf 12,1% gefallen war. Hinter der Bank stehen die Familie Rautenschlein, aber auch die Volksbank Mitweida und der Calenberger Kreditverein. (jsc)
29.9.26
VR Plus trennt sich von Märkten und Tankstellen
Die VR Plus Altmark-Wendland kommt mit ihrer Trennung vom Warengeschäft voran. Das niedersächsische Institut verkauft Tankstellen, Märkte und einen Tankshop in insgesamt acht Gemeinden an die Agrar- und Warengenossenschaft Raisa, wie die Bank mitteilt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Bereits im Juni hatte die VR Plus drei Standorte an das Unternehmen verkauft. Das Institut ist nach BVR-Definition eine Präventionsbank und damit eine Stufe vor dem Sanierungsfall. Der Jahresabschluss für 2025 steht aus.
Debeka steigt in die Tierversicherung ein
Ab 1. Oktober vermittelt die Debeka Tierversicherungen der Uelzener Versicherungen. Der Koblenzer Versicherer bietet dann Policen für Hunde, Katzen, Pferde und Kleintiere des Tierversicherers an. Der Markt dafür wächst rasant. Laut Branchenverband GDV stiegen die Bruttobeiträge in der Tierkrankenversicherung von 2019 bis 2024 von 173 Mio. auf 720 Mio. Euro.Die Debeka, laut KIVI-Institut jüngst auf Platz vier der Erstversicherer vorgerückt, kommt damit spät in den Markt für Tierkrankenversicherungen. (mv)
28.09.26
DWP erhält Bafin-Erlaubnis für Kryptoverwahrung
Die DWP Bank kann ab sofort digitale Vermögenswerte für ihre Kundeninstitute verwahren und verwalten. Nach Angaben des Instituts hat sie jetzt die dafür notwendige Bafin-Lizenz erhalten. Schon seit Dezember 2025 kann der Wertpapierdienstleister der Sparkassen und Genossenschaftsbanken den Handel mit Kryptowerten nach den Micar-Vorschriften über sein Angebot WP Nex ausführen. Die jüngste Bafin-Erlaubnis für die DWP Bank ist auch Basis für das geplante Kryptoangebot der Sparkassen. (st)
25.09.26
Nächste Volksbank-Fusion in Niedersachsen
Die Volksbank im Elbe-Weser-Dreieck und die Volksbank Osterholz Bremervörde planen eine Fusion im kommenden Jahr. Das neue Haus käme auf eine Bilanzsumme von 4,2 Mrd. Euro und auf rund 700 Beschäftigte. Die etwas größere Volksbank im Elbe-Weser-Dreieck behält ihren Namen. (jsc)
24.9.26
Banken droht dreistelliger Milliardenverlust im Zahlungsverkehr
24.9.26
KfW testet Grenzübertritt von Blockchain-Anleihe
Die KfW hat für eine Anleihe während der Laufzeit die Blockchain gewechselt – in dieser Konstellation ein Novum, wie die Bank schreibt. Am Mittwoch übernahm die DekaBank die Registerführung von Cashlink, während die Anleihe von der Infrastruktur Polygon auf die Swiat übertragen wurde. Die DZ Bank ist dabei Inhaberin der Anleihe. Eine Übertragung von einem System auf das andere soll den Handel mit regulären Wertpapieren auf der Blockchain erleichtern. (jsc)
22.09.26
Bafin verhängt Bußgelder gegen Vivid und Raiffeisenbank
Die Finanzaufsicht hat erneut Bußgelder wegen ihres Kontenvergleichsportals verhängt. Dieses Mal erwischte es die luxemburgische Vivid Money mit 26.000 Euro und die baden-württembergische Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren mit 12.500 Euro. Beiden Banken wirft die Bafin unterlassene oder fehlerhafte Meldungen an das Verbraucherportal vor. (st)
18.09.26
Volksbank Brawo startet Abverkauf des Beteiligungsportfolios
Die Volksbank Brawo macht ernst mit dem angekündigten Abbau ihres umfangreichen Beteiligungsportfolios. Wie das Institut mitteilt, wurde eine Vereinbarung über den Verkauf der Fitnessland-Gruppe geschlossen. Die 24 Fitnessland-Studios mit ihren rund 68.000 Mitgliedern werden von der Fitnessstudiokette All Inclusive Fitness aus Rosenheim übernommen, die aktuell 226 Studios in Deutschland betreibt. Die drei Hygia-Studios (6.000 Mitglieder), die ebenfalls Teil der Gruppe sind, gehen an die Vita Deutschland aus Essen. Über den Kaufpreis für die Fitnessland-Gruppe, die sich „sehr erfolgreich entwickelt“ haben soll, wurde Stillschweigen vereinbart. (fm)
NRW.Bank beteiligt sich an Agrar-Startup
Die Förderbank erwirbt für 300.000 Euro einen Anteil an der Nunos. Die Firma aus Hürth nahe Köln entwickelt Anlagen, die Gülle und Biogas-Gärreste zu Düngemitteln verarbeiten. Insgesamt erhielt Nunos, eine Ausgliederung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, in einer „Seed“-Runde 570.000 Euro. (jsc)
Banken-Tarifrunde – DBV fordert 9,5% mehr Gehalt
Der DBV hat seine Forderung für die Tarifrunde der privaten Banken vorgelegt: Die Gewerkschaft will die Gehälter ab dem 1. Oktober 2026 um 9,5% bei einer Laufzeit von zwei Jahren erhöhen. Auszubildende und Dual Studierende sollen monatlich 160 Euro mehr bekommen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft unter anderem einen Anspruch auf den Kauf von bis zu zehn Urlaubstagen, das Recht auf ein Lebensarbeitszeitkonto und auf Altersteilzeit sowie Weiterqualifizierung vor der Einführung von KI. (sde)
17.09.26
Sechstes Investment für Amberra
Der Startup-Finanzierer der Genossenschaftsbanken, Amberra, hat sich erneut an einem jungen Unternehmen beteiligt. Dabei erhielt Syte 9 Mio. Euro. Das 2021 gegründete Unternehmen hat eine Plattform für Grundstücks- und Immobilienanalysen entwickelt, die auch von Volksbanken im Immobilienvertrieb und in der Kundenberatung genutzt wird. Beteiligt war auch die NRW.Bank. Für Amberra ist es die sechste Finanzierung seit der Gründung 2024. (st)
16.09.26
Deutsche Bank springt jetzt auch auf den Krypto-Zug
Noch in diesem Jahr will die Deutsche Bank eine Verwahrlösung für digitale Vermögenswerte starten. Der genaue Starttermin steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Einhaltung der regulatorischen Frist. Das neue Angebot richtet sich zunächst ausschließlich an Unternehmen und institutionellen Kunden in Europa. Zum Start bietet die Deutsche Bank die Verwahrung einer überschaubaren Auswahl digitaler Vermögenswerte an, darunter die Kryptowährungen Bitcoin und Ether sowie ausgewählte Stablecoins wie USDC, EURC und EURAU. (fm)
Revolut beantragt Schweizer Banklizenz
Mit der Zulassung will das Unternehmen ein vollständiges Bankangebot aufbauen: Schweizer IBANs, Lohnkonten, eBill, Zahlungsabwicklung für Händler, Einlagenschutz nach Schweizer Standard sowie künftig die Altersvorsorge Säule 3a und die Bezahl-App Twint. Revolut hat in der Schweiz bereits 1,3 Mio. Kunden und will dort in den kommenden fünf Jahren mehr als 150 Mio. Franken investieren. Zudem baut Revolut Verwaltungsrat und Führungsteam aus, um langfristig eine eigenständige Schweizer Bank aufzubauen. Der Schritt folgt auf die französische Banklizenz und starkes Wachstum in Deutschland und Westeuropa. (mv)
15.9.26
Sparkassen erwarten Umbruch im Mittelstand – und wollen partizipieren
Der deutsche Mittelstand verliert an Ertragskraft, die Substanz aber hält. Das zeigt eine Bilanzauswertung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), die rund 40% aller Unternehmensumsätze in Deutschland abbildet. Während Branchen wie der Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau tief in der Verlustzone steckten, erzielten Bau- und Immobilienwirtschaft Renditen von rund 8 bis 9%. DSGV-Präsident Ulrich Reuter sprach von einem Umbruch, in dem Neues entstehe und Altes verschwinde. Die Sparkassen erhöhten ihre Kreditvergabe an Unternehmen im ersten Halbjahr um 5,8% auf 46,6 Mrd. Euro und konzentrieren sich auf die Transformation der Betriebe. Selbstbewusst gab sich Reuter im Wettbewerb mit Neobanken: Man müsse nicht die schnellste oder günstigste Bank sein, um sich zu behaupten. (mv)
Axa-Chef Thomas Buberl stellt neuen Strategieplan vor
Mit Künstlicher Intelligenz will der Versicherer Kundenbindung, Marktanteile und Absatz stärken. „Growing Forward“ konzentriert sich auf drei Wachstumsfelder: kleine und mittlere Unternehmen, neue Risiken wie Cyberangriffe sowie Schwellenländer. Für 2027 bis 2029 peilt Axa ein jährliches Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie von 7% bis 9% an, die bereinigte Eigenkapitalrendite soll 15% bis 17% erreichen. Zudem soll ein kumulierter organischer Cash-Flow von rund 25 Mrd. Euro erzielt werden.
Auch personell gibt es Änderungen: Guillaume Borie, bisher Chef von Axa Frankreich, übernimmt als Global Head of Finance, Strategy, Underwriting, Risk and Technology die Aufgaben von Frédéric de Courtois und berichtet direkt an Buberl. Sein Nachfolger in Frankreich wird Mathieu Godart, bislang Chef des Bereichs P&C and Partnerships bei Axa Frankreich. (mv)
Die Boerse Stuttgart benennt ihren Handelsplatz für tokenisierte Assets um: Aus BX Digital wird SeturionX
Der neue Name soll die Anbindung an Seturion sichtbar machen. Die Boerse Stuttgart Group baut die Abwicklungsplattform europaweit auf. (mv)
14.9.26
Kooperationen stärken internationales Firmenkundengeschäft der SV Sparkassenversicherung
Die SV Sparkassenversicherung kann künftig ihren Firmenkunden Versicherungslösungen in mehr als 100 Ländern anbieten. Dazu geht sie Kooperationen mit Swiss Re Corporate Solutions (SCS) und UnisonSteadfast (US) ein. Die SV kann damit bei internationalen Versicherungsprogrammen die Rolle des Führungsversicherers übernehmen und ihre internationale Ausrichtung ausbauen. Mit SCS arbeitet die SV im Bereich Sach- und Haftpflichtversicherung zusammen. US unterstützt bei komplexen und maßgeschneiderten internationalen Versicherungslösungen. (mv)
10.09.26
Iran-Sanktionen zwingen Mini-Bank in die Knie
Die Frankfurt-Filiale der Bank Sepah-Iran ist insolvent. Die Bafin ruft den Entschädigungsfall aus, die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) muss die Einleger auszahlen. Doch weil gerade einmal elf Firmen mit jeweils maximal 100.000 Euro entschädigt werden müssen, ist die Belastung insgesamt überschaubar – dem Vernehmen nach schöpfen die Firmen die Höchstgrenze nicht einmal aus. Die Niederlassung der iranischen Staatsbank hat mit einer Bilanzsumme von 50 Mio. Euro „keine systemische Relevanz“, schreibt die Bafin. (jsc)
Sparkassen machen als Start-Partner bei EUDI-Wallet mit
Zum Start der deutschen EUDI-Wallet „d-you“ am 2. Januar 2027 wollen die Sparkassen ihren Kunden zunächst zehn Anwendungen für den digitalen Identitätsnachweis zur Verfügung stellen. Sparkassen-Kunden können dann die in „d-you“ hinterlegte digitale Identität bei Konto- und Depoteröffnungen sowie für Spar-, Wertpapier- und Firmenkundenangebote zur Identifizierung nutzen. Weitere Anwendungen sollen im Jahresverlauf 2027 folgen. (fm)
08.09.26
Dritter Streich der Bafin gegen die Rentenbank
Schon wieder tadelt die Aufsicht die Landwirtschaftliche Rentenbank. „Bafin ordnet Sicherstellung der ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation und zusätzliche Eigenmittelanforderungen an“, lautet die Mitteilung von Dienstag, wortgleich wie bereits im Juni 2024 und August 2023. Der aktuelle Rüffel geht auf eine Sonderprüfung im vergangenen Jahr zurück, die sich auf Verfahren zur Risikotragfähigkeit bezog. Vor zwei Jahren war die Interne Revision Anlass für den Rüffel, vor drei Jahren das Management der Informationssicherheit und der Auslagerungen. Rentenbank-Vorstand Hubert Spechtenhauser hatte die Bafin-Schelte bereits im August in der „Börsen-Zeitung“ angekündigt. Der 63-jährige ehemalige Procredit-Chef war Anfang Juli interimistisch als Risikovorstand eingesprungen. Der aktuelle Aufschlag umfasst 1,75 Prozentpunkte, insgesamt muss die Förderbank 19,25% einhalten. Mit einer Gesamtkapitalquote von 30,7% zur Jahresmitte kann die Bank die Vorgaben locker wegstecken. (jsc)
DWS kehrt zum alten Namen zurück
Die DWS Group führt wie erwartet ab November 2026 die altbekannte frühere Dachmarke „Deutsche Asset Management“ wieder ein. Die schrittweise Umstellung soll bis März 2027 abgeschlossen sein. Unter diesem Namen firmierte die Sparte bereits von 2016 bis zum Börsengang 2018, ehe sie wieder zur DWS wurde. CEO Stefan Hoops verspricht sich dadurch mehr internationale Sichtbarkeit und größere Präsenz bei institutionellen Kunden. Die Produktmarken DWS, Xtrackers und RREEF bleiben bestehen, Fondsnamen ändern sich nicht. (mv)
Exklusiv: DWP Bank gewinnt BNP Paribas als Kundin
Die auf Wertpapierdepots spezialisierte DWP Bank hat nach dem angekündigten Absprung der Direktbank DKB einen wichtigen Kunden gewonnen. BNP Paribas wird mit ihrer Einheit DAB künftig verschiedene Wertpapierdienste der DWP Bank beziehen, darunter Orderrouting an Fondshandelsplätzen, die Abrechnung von Transaktionen, Clearing und Settlement sowie Verwahrung. Die Mitteilung liegt PLATOW vorab vor. Die DAB tritt als Direktbank für Vermögensverwalter, Fondsvermittler, Anlageberater und institutionelle Kunden auf. Um wie viele Depots es sich handelt, erklären die Institute nicht. Die BayernLB-Tochter DKB zählte zuletzt 929.000 Depots. In Kürze kehrt sie der DWP Bank den Rücken und legt Depots und Transaktionen in die Hände des Berliner Fintechs Upvest. (jsc)
07.09.26
Starker Zinsüberschuss rettet Hessens Sparkassen
Einen erstaunlich kräftigen Anstieg des Zinsüberschusses um 8,2% auf knapp 3,2 Mrd. Euro erwartet Hessens Sparkassen-Präsident Stefan Reuß für das Gesamtjahr 2026. Profitiert haben die Sparkassen in Hessen und Thüringen dabei von einem unerwartet hohen Zinsniveau infolge des Nahost-Konflikts, der die Inflation antreibt. Auch beim Provisionsüberschuss erwartet Reuß eine Verbesserung um 1,3%. Die unverhoffte Ertragsstärke beschert den Mitgliedsinstituten voraussichtlich ein um 5,1% auf 1,8 Mrd. Euro höheres Betriebsergebnis vor Bewertung – trotz deutlich steigender Kosten vor allem für die IT-Modernisierung (+6,8% auf 2,6 Mrd. Euro).
Der Zinsanstieg hat allerdings auch eine Schattenseite. Die Kursverluste auf den Anleihemärkten führen zu einem deutlich höheren Abschreibungsbedarf auf die im Eigenbestand gehaltenen Wertpapiere von 144 Mio. Euro nach 23 Mio. Euro im Vorjahr. Bei weitgehend stabiler Kreditrisikovorsorge von 209 Mio. Euro prognostiziert der SGVHT für 2026 ein auf 1,4 Mrd. Euro sinkendes Betriebsergebnis nach Bewertung (Vj.: knapp 1,5 Mrd. Euro). Entgegen dem Bundestrend hat sich bei den hessisch-thüringischen Sparkassen das Kreditneugeschäft im ersten Halbjahr um 6,1% deutlich abgekühlt. Der DSGV bejubelte jüngst einen Anstieg im Neugeschäft der bundesdeutschen Sparkassen um 3,5%. (fm)
04.09.26
BayernLB setzt auf Hotels
2 Mrd. Euro lautet das Wachstumsziel, das sich die BayernLB für das Hotelsegment setzt. Im Fokus stehen die sieben größten Städte in Deutschland sowie europäische Metropolen wie Mailand, Paris, Amsterdam und London. Ein Zieldatum nennt die BayernLB nicht. Auch die Helaba hat bereits vor geraumer Zeit den Einstieg in die Hotelfinanzierung angekündigt. Von den großen Immobilienfinanzierern in Deutschland konzentriert sich bislang vor allem die Aareal Bank auf Hotels. (jsc)
03.09.2026
Sparda-Banken halten Tarifvertrag für gescheitert
Der Arbeitgeberverband der Sparda-Banken zeigt sich empört über Verdi: Die Dienstleistungsgewerkschaft habe den Ende Juni ausgehandelten Manteltarifvertrag bis heute nicht unterschrieben und Nachforderungen gestellt, teilt der Verband mit. Die Gespräche seien erfolglos geblieben. Ein solches Verhalten sei neu, das Vertrauen beschädigt, der Manteltarifvertrag gescheitert. Verdi reagierte am Donnerstagnachmittag zunächst nicht auf eine Anfrage. (jsc)
Ohne Millionenkreditmeldungen keine Millionenkosten
Deutschlands Finanzbranche bleibt fortan jedes Jahr ein „mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ als Aufwand erspart. So viel kosten die Quartalsmeldungen von Millionenkrediten, wie Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib am Donnerstag auf dem International Bankers Forum in Hamburg erläutert. Da Banken mittlerweile über das Anacredit-System reichlich Daten an die EZB senden, ist das alte Meldewesen aus Sicht der deutschen Aufsicht überflüssig geworden. Die Pflicht läuft in diesem Jahr aus. (jsc)
Bargeld-Puristen sitzen in Ludwigshafen, im Ruhrpott – und auch in Frankfurt
Mit Karte zahlen? Das scheitert nirgendwo so häufig wie in Ludwigshafen am Rhein: Jedes dritte Restaurant (34%) nimmt dort nur Bargeld an, berichtet der DSGV. Auch im Ruhrpott ist die Quote der reinen Bargeld-Läden hoch, vorneweg in Witten und Duisburg (jeweils 26%) und in Gelsenkirchen (22%). Die Analysten haben die Google-Angaben von rund 70.400 gastronomischen Betrieben in 101 deutschen Städten untersucht. Es gibt allerdings eine Dunkelziffer, da rund jedes vierte Restaurant (26%) keine Angaben macht. In Konstanz (2%), Gütersloh (3%), Kiel (4%), München und Rostock (jeweils 5%) gibt es nur wenige reine Bargeld-Anhänger. Die Banken-Metropole Frankfurt kommt auf 9%, der Durchschnitt liegt bei 11%. (jsc)
Volksbank Lüneburger Heide plant Dreierfusion
Die Volksbank Lüneburger Heide spricht mit der Bremischen Volksbank Weser-Wümme und der Volksbank Uelzen-Salzwedel über eine Fusion, teilen die drei Banken jeweils mit. Das fusionierte Haus käme auf eine Bilanzsumme von 8,0 Mrd. Euro. Die Volksbank Lüneburger Heide mit Sitz in Winsen ist mit zuletzt 4,3 Mrd. Euro die größte Partnerin. Ein Termin steht nicht fest, die Gespräche sind unverbindlich. „Es wurde noch keine Fusion beschlossen“, heißt es. (jsc)
Exklusiv: Brisante HV-Tagesordnung bei Raiffeisenbank Plankstetten entschärft
Bei der unter Bafin-Kuratel stehenden Raiffeisenbank Plankstetten ist PLATOW-Informationen zufolge die brisante Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung nun deutlich entschärft worden. Zu der am 11. September stattfindenden Versammlung hatten noch die Ex-Aufsichtsräte eingeladen. Die hochexplosive Agenda gab den letzten Ausschlag dafür, dass nach dem Vorstand auch das Kontrollorgan durch eine Sonderbeauftragte der Aufsicht ersetzt wurde. Sandra Michelfelder, die als Sonderbeauftragte für den Aufsichtsrat fungiert, hat nun das meiste davon aus rechtlichen Gründen gestrichen, hält aber an der Abstimmung über die Satzung fest.
Dies schrieben Michelfelder und der Sonderbeauftragte für den Vorstand, Odo Steinmann, am Mittwoch an die Aktionäre und schickten ihnen die neue Agenda zu. Das Aktionärsschreiben liegt PLATOW vor. Einzelne der ursprünglich vorgesehenen Beschlüsse könnten „nach unserer rechtlichen Prüfung derzeit nicht wirksam gefasst werden“, heißt es darin. Die Beschlüsse wären daher anfechtbar oder sogar nichtig. Auf der überarbeiteten Tagesordnung fehlen vor allem die Punkte, die den geschassten Ex-Vorständen Elmar Weiß und Walter Frank weiterhin erhebliche Macht in der Bank ermöglicht hätten. So sollte ihnen die Versammlungsleitung der Hauptversammlung übertragen werden. Die Bank sollte zudem die Kosten ihrer diversen Rechtshändel gegen die Aufsicht übernehmen. Die Hauptversammlung wird der Satzung zufolge vom Aufsichtsratsvorsitzenden geleitet, heißt es in dem Schreiben. Kostenfragen wiederum fielen in die Zuständigkeit des Vorstands. Gestrichen ist auch die geplante Aufsichtsratswahl.
Warum die Abstimmung über die Satzung auf der Agenda bleibt – u.a. die Streichung des genossenschaftlichen Prinzips – und weitere Hintergründe lesen Sie heute Abend in der aktuellen Ausgabe des PLATOW Briefs. (st)
02.09.26
GDV sieht Ruhe vor dem Sturm
Mit 950 Mio. Euro fielen die Schäden durch Naturgefahren in der ersten Jahreshälfte für die deutschen Versicherer überraschend niedrig aus, wie der Branchenverband GDV festhält. „Die geringen Schäden im ersten Halbjahr waren schlicht Glück“, sagt Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Bleibe das zweite Halbjahr im Mehrjahresdurchschnitt, seien im Gesamtjahr Schäden von 2 Mrd. Euro realistisch. Dabei liegt der langfristige Gesamtjahresdurchschnitt von 2016 bis 2025 bei rund 2,4 Mrd. Euro. Künftig dürfte es also wieder teurer werden. (jsc)