Green Finance – In Bankbilanzen ist Transformation kaum präsent
„Ohne uns geht es nicht“ war ein vollmundiger Tenor auf dem Frankfurt EURO FINANCE Summit zu Beginn dieser Woche.
„Ohne uns geht es nicht“ war ein vollmundiger Tenor auf dem Frankfurt EURO FINANCE Summit zu Beginn dieser Woche.
Der 27. Deutsche Sparkassentag übt trotz aller gesellschaftlichen Umbrüche immer noch eine erstaunliche Anziehungskraft auf die Berliner Spitzenpolitik aus. Das hängt nicht nur mit der Dominanz im Privat- und Firmenkundengeschäft, sondern vor allem mit der engen Verwobenheit zwischen Sparkassen und Kommunen zusammen.
Es gibt im Kreis der Banken und Sparkassen zu allen Zeiten immer welche, die es besser machen als andere. Seit die Notenbanken die Zinskeule schwingen, zeigt sich aber geradezu überdeutlich eine Spaltung des Marktes in Gewinner und Verlierer. Unsere Geldhüter forcieren mit ihren Maßnahmen nicht nur den Ausleseprozess bei Industrie und Gewerbe, sondern speziell auch in der Bankenwelt.
Vor rund vier Jahren startete JP Morgan hierzulande mit dem Aufbau des „Corporate Client Bankings“, also dem Firmenkundengeschäft im Mittelstandssegment, in dem traditionell eher große deutsche Institute als Platzhirsche galten (Deutsche Bank, Commerzbank, UniCredit). 2019 kam Bernhard Brinker von der UniCredit zu der US-Bank und übernahm die Leitung des Corporate Client-Bereichs in der DACH-Region. Nun wurden zwei weitere, erfahrene Banker verpflichtet, die künftig beide an Brinker berichten.
Die Zinswende der EZB im vergangenen Jahr hat den Banken nach einer langen Durststrecke wieder kräftig gestiegene Zinsüberschüsse beschert. Zuletzt meldete die Deutsche Bank im Firmenkundengeschäft (Unternehmensbank) für das erste Quartal einen um sagenhafte 71% höheren Zinsüberschuss. Die besonders zinssensible Commerzbank präsentiert am 17.5. ihr Zahlenwerk für das erste Vierteljahr. Dabei profitierten die Institute auch von eine starken Kreditnachfrage vor allem im ersten Halbjahr 2022. Angesichts des russischen Angriffskriegs und der Sorge vor einer drohenden Energiekrise und der erwarteten Zinswende sogen sich die Unternehmen noch einmal mit frischer Liquidität voll.
Ausgerechnet beim größten Börsengang seit der Telekom musste sich die Deutsche Bank im Beraterkonsortium für den Porsche-IPO mit einer nur subalternen Position begnügen. Die Führungsrollen und damit auch die dicksten Provisionen blieben ausländischen Instituten, vornehmlich den US-Investmentbanken vorbehalten. Das hat beim deutschen Branchenprimus offensichtlich tiefe Wunden hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind. Seit dem Porsche-IPO sollen im Deutsche Bank-Vorstand zunehmend Klagen über die wachsende Dominanz der US-Institute auf dem deutschen und europäischen Markt laut geworden sein.
Diese Branchenevents sollten Sie sich vormerken.
Zum „Sustainable Finance“-Panel auf der von der AmCham organisierten 16. Transatlantic Business Conference war der Saal immerhin zur Hälfte gefüllt, der Dresscode erinnerte mit fast ausnahmslos Anzug- bzw. Kostümträgern stark an die „Old Economy“. Der Gesprächsinhalt drehte sich hingegen um Zukunftsthemen: wirtschaftliche Transformation, Energiewende, europäische Regulierungswut.
Ein lauter Hilferuf war es noch nicht, den DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei der Kommentierung des S-Mittelstands-Fitnessindex in die Öffentlichkeit getragen hat. Aber ein Weckruf war es allemal. Die stark gestiegenen Preise für Gas und Strom würden auch die an sich grundsolide aufgestellten Firmenkunden der Sparkassen-Finanzgruppe an den Rand der Belastungsgrenze bringen.
Die finanzielle Unbeständigkeit u. a. durch Corona-Pandemie und Lieferengpässe löste 2021 beim Factoring einen wahren Boom aus – und das trotz leichter konjunktureller Erholung in Deutschland (BIP +2,7%).
Seltsam kryptisch liest sich die offizielle Mitteilung der ING Deutschland zum geplanten Vorstandsumbau. Demnach rückt Eddy Henning zum Jahreswechsel neu in den ING-Vorstand ein und übernimmt von Joachim von Schorlemer das Firmenkundengeschäft. So weit, so klar. Doch was wird nun aus von Schorlemer, dessen Vertrag noch bis Mitte 2023 läuft?
Die Wünsche der Unternehmer decken sich mit den Stärken des Geschäftsmodells der Gothaer. Zu dieser Erkenntnis ist der zu Jahresbeginn von der Württembergischen zur Gothaer Allgemeinen gestoßene neue Vorstandsvorsitzende Thomas Bischof schnell gekommen. Der Manager stützt sich dabei auf die Geschäftszahlen fürs abgelaufene Jahr.
Neben der klassischen Fremdfinanzierung über Banken stellen Private-Equity- und Venture-Capital-Investoren eine wichtige Größe in der Unternehmensfinanzierung dar.
Merrill Lynch, Cerberus, Anchorage Capital, Lazard. Christian Fritsch hat das Geschäft mit notleidenden Krediten und Restrukturierungen von der Pike auf gelernt.
„Ein Aufbauplan für Europa“ – unter diesem Titel einigten sich im Juli die EU-Führungsspitzen auf ein knapp zwei Billionen Euro schweres Wiederaufbaupaket nach der Covid-19-Pandemie. Diese Maßnahmen sollen explizit auch den bereits im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Green Deal unterstützen und nachhaltige Investitionen fördern, da Klimaschutz und Ressourcenknappheit nach wie vor einige der größten Herausforderungen unserer Zeit darstellen.
Die Sozietät DLA Piper begrüßte zum 1.9.20 ein bereits bekanntes Gesicht im Partnerkreis. Wolfram Distler kehrt nach drei Jahren bei Weil, Gotshal & Manges zurück ins Frankfurter Finance-Team
Die Corona-Krise hat auch die Bilanzen der erfolgsverwöhnten US-Banken im ersten Halbjahr arg gerupft. Dennoch spricht viel dafür, dass sich die amerikanischen Institute, wie schon nach der Finanzkrise, auch diesmal wieder deutlich besser schlagen werden als ihre deutschen und europäischen Branchenrivalen.
Der Technologiekonzern Freudenberg hat sich mit der Deutschen Bank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf eine neue revolvierende Kreditlinie im Umfang von 500 Mio. Euro geeinigt.
An Herausforderungen mangelt es bei der Commerzbank derzeit eigentlich nicht. Im zweiten Quartal ist der Konzerngewinn eingebrochen, die Margen im wichtigen Firmenkundengeschäft stehen unter Druck und der Vorstand arbeitet mit Hochdruck an einer neuen Strategie, die Commerzbank-Chef Martin Zielke voraussichtlich Ende September präsentieren will.
Dem digitalen Mittelstandsfinanzierer Creditshelf steht eine spannende Zeit bevor. Während das junge Unternehmen noch immer klar auf Wachstumskurs ist, hängt der künftige Erfolg vom Veränderungswillen des Mittelstands ab.
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