Schwere Zeiten, aber keine Rezession
Vier Monate vor Weihnachten hat das Zittern im Einzelhandel angefangen. Verbraucher sollten sich nach Branchenangaben mit Blick auf das Fest auf weitere Engpässe einstellen.
Vier Monate vor Weihnachten hat das Zittern im Einzelhandel angefangen. Verbraucher sollten sich nach Branchenangaben mit Blick auf das Fest auf weitere Engpässe einstellen.
Das geopolitische Fahrwasser für institutionelle Investoren wird unruhiger. Ein jüngster Paradigmenwechsel lässt Anleger daher wieder den Schutz von Bundesanleihen suchen, gelten sie doch als besonders sicher, obgleich nicht so renditestark wie Aktien.
Die Greenwashing-Vorwürfe gegen die DWS haben auch auf die Reputation der Konzernmutter Deutsche Bank und deren Vorstandschef Christian Sewing abgefärbt. Dabei sieht sich die Deutsche Bank völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt. Mit der Berufung des bisherigen Kommunikationschefs Jörg Eigendorf zum Chief Sustainability Officer will Sewing dieses Bild wieder gerade rücken und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
Im zweiten Quartal sank das am Markt gehandelte Nominalkapital bei der Deutschen Zweitmarkt im Vergleich zum Vorquartal deutlich um 40% auf 58,89 Mio. Euro. Die Summe der Kaufpreise lag mit 53,23 Mio. Euro knapp 35% unter dem ersten Quartal.
Der ehemalige DWS-Chef und Corporate Governance-Experte Christian Strenger gilt als streitbarer Geist für den Schutz von Aktionärsrechten, der auch auf Hauptversammlungen gerne das Wort ergreift. Immer wieder aufs Korn nimmt Strenger dabei den VW-Konzern mit seinen engen gesellschaftsrechtlichen und personellen Verflechtungen mit der Porsche SE sowie der Eigentümerfamilie Porsche-Piëch, die das komplexe Gesamtkonstrukt für Interessenkonflikte besonders anfällig macht.
Am Dienstag haben Umwelt- und Wirtschaftsausschuss der EU die EU-Kommission düpiert und überraschend beschlossen, Atomkraft und Gas trotz fortschreitendem Klimawandel kein Nachhaltigkeitslabel in der EU-Taxonomie auszustellen.
Mehr Biss zeigen sollte die BaFin nach dem verheerenden Wirecard-Debakel, lautete der Arbeitsauftrag des damaligen Finanzministers Olaf Scholz an Behördenchef Mark Branson. Auch die Staatsanwaltschaft hatte sich bei Wirecard nicht mit Ruhm bekleckert.
Frische Ideen erwartet Deutsche Bank-CFO James von Moltke vom neuen DWS-Chef Stefan Hoops. Der versprach den DWS-Aktionären auf der HV denn auch sogleich, das Vertrauen in die mit Greenwashing-Vorwürfen konfrontierte DWS wieder herzustellen.
Wer sich auf S. 103 des DWS-Geschäftsberichts 2021 (Vergütungsreport) die vom Aufsichtsrat unter Vorsitz von Karl von Rohr (Deutsche Bank) abgesegneten „Themenfelder der individuellen Zielvereinbarung“ für die 6-köpfige DWS-Führung anschaut, stößt auffallend oft auf Begriffe wie „ESG“ und „Nachhaltigkeit“.
Die letzte Razzia war gerade einen Monat her, da klingelten die Ermittler schon wieder. Ging es im April noch um das Thema Geldwäsche, holen die Deutsche Bank und ihre Fondstochter DWS nun die Greenwashing-Vorwürfe der Whistleblowerin Desiree Fixler ein, die DWS-Chef Asoka Wöhrmann bisher immer als Schmutzkampagne dargestellt hatte.
Während die BNY Mellon-Fondssparte von der SEC wegen Greenwashing bestraft wird, sind fossile Energie-Assets bei Finanzinvestoren beliebt wie seit Jahren nicht mehr – so hatten sich wohl die wenigsten die Energiewende vorgestellt. Dass die US-Bank nun das erste Bußgeld überhaupt für die irreführende Kennzeichnung angeblich ESG-konformer Fondsprodukte kassiert, lässt sich trotzdem als Fortschritt deuten.
Viel hat sich zuletzt getan bei der Zurich Gruppe Deutschland. Und der groß angelegte und von CEO Carsten Schildknecht angetriebene Erneuerungsprozess des Versicherers ist längst nicht abgeschlossen. Erst kürzlich hat die Gesellschaft ihr Produktportfolio für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) erweitert.
Bei den großen Wohnungsdeals wird es ruhiger. Das Transaktionsvolumen am gewerblichen Wohnungsmarkt ist im ersten Quartal laut JLL mit rd. 4 Mrd. Euro im Vorjahresvergleich deutlich um 38% zurückgegangen.
Die deutsche Fondsbranche blickt auf ein respektables Jahresauftaktquartal. Das lassen die ersten internen Zahlen der großen Fondshäuser erkennen. Überraschend ist das allemal, wenn man bedenkt, dass am 24.2. der Ukraine-Krieg ausgebrochen ist und in dessen Folge die Kapitalmärkte mehrere Wochen kräftig durchgeschüttelt wurden.
Es ist still geworden um die Reform der Altersvorsorge. Freilich haben Corona, der Ukraine-Krieg und dazwischen der Regierungswechsel in Deutschland viele andere Themen in den Schatten gestellt. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Rentenpolitik. Nur wenige Tage, nachdem das Bundesarbeitsministerium für Sommer eine kräftige Rentenanpassung um bis zu 6% in Aussicht gestellt hat, rückt die hessische Landesregierung die „Deutschland-Rente“ erneut in den Mittelpunkt.
Der Mitgründer und langjährige Managing Partner von King & Spalding in Deutschland, Mario Leißner, wird Ende Juni aus der Partnerschaft ausscheiden und sich aus der anwaltlichen Beratung zurückziehen. Wer ihm nachfolgt, ist noch nicht bekannt.
Das Stühlerücken im Vorstand von Union Investment geht in die nächste Runde. Der Umbau ist damit umfassender als zunächst von der Fondsgesellschaft kommuniziert. Zur Jahres-PK vor knapp sechs Wochen (s. PLATOW v. 18.2.) klang alles noch nach einem harmonischen und nachvollziehbaren Übergang im obersten Führungsgremium der DZ Bank-Tochter.
Für die DekaBank verlief 2021 sehr gut. Inflationssorgen und Börsenrally haben bei Ergebnis und Nettoabsatz dem Vernehmen nach für neue Bestwerte gesorgt. Damit unterscheidet sich das Wertpapierhaus der Sparkassen, das am kommenden Dienstag seine Jahresbilanz vorstellt, nicht von anderen Asset Managern wie Union Investment, DWS oder AGI. Während DWS und AGI stärker am institutionellen Geschäft hängen, ist bei Deka und Union vor allem das margenträchtige Privatkundengeschäft der Treiber hinter den guten Zahlen.
Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) hat auch im abgelaufenen Gj., welches erneut unter Corona-Hemmnissen stand, weiter kräftig zugelegt. Neben einem deutlichen Umsatzanstieg auf 2,24 Mrd. Euro (+13,1%), verbesserte sich auch der Jahres-überschuss (+14,1% auf 241,6 Mio. Euro) spürbar.
In den Sparschweinen der Deutsche Bank-Vorstände klingelte es 2021 ordentlich – dem besten Zehn-Jahresergebnis (Vorsteuer: 3,4 Mrd. Euro; Netto: 2,5 Mrd. Euro) sei Dank. Einen besonderen Reibach machte CEO Christian Sewing: Mit 8,8 Mio. Euro lag seine Gesamtvergütung satte 20% überm Vorjahr.
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