Europäische Zentralbank (EZB)

12. Juli 2016 Immobilien

DekaBank-Chef Rüdiger – Nullzinspolitik bleibt über Jahre erhalten

Ganz im Zeichen der Brexit-Entscheidung stand der inzwischen traditionelle Sommer-Presseempfang der DekaBank. In seinem Statement gab DekaBank-Chef Michael M. Rüdiger jedoch aus ökonomischer Sicht zunächst einmal Entwarnung. Auch PLATOW schätzt die berechenbaren Risiken auf den Immobilienmärkten im Nullzinsumfeld als beherrschbar ein.

6. Juli 2016 Geldpolitik

Neues Rekordtief bei Bauzinsen

Nach dem Brexit-Votum sind die Zinsen für Immobilienkredite auf ein neues Rekordtief gefallen. Viele Haus- und Wohnungskäufer können derzeit zehnjährige Darlehen zu deutlich unter 1,3% aufnehmen. So günstig waren diese Kredite noch nie in der Geschichte Deutschlands.

6. Juli 2016 Geldpolitik

Brexit bedroht Burgfrieden im EZB-Rat

Vielleicht war es ganz gut, dass der schon vor langer Zeit festgelegte Terminkalender des EZB-Rats die jüngste geldpolitische Sitzung noch vor dem Brexit-Referendum angesetzt hatte. Eine Terminierung kurz nach dem EU-Austrittsvotum der Briten hätte den EZB-Rat unter dem Eindruck kurzfristiger Markt-Turbulenzen womöglich unter voreiligen Handlungsdruck gesetzt.

6. Juli 2016 Geldpolitik

ZEW-Chef Achim Wambach

Mit der Übernahme des Präsidenten-Stuhls beim Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im April ist Achim Wambach endgültig in den Olymp der einflussreichsten Volkswirte Deutschlands aufgestiegen. Garantiert der Posten doch nicht zuletzt dank des viel beachteten ZEW-Index, der als wichtiges Stimmungsbarometer für die deutsche Konjunktur gilt, eine hohe mediale Aufmerksamkeit.

5. Juli 2016 Immobilien

Deutscher Büroimmobilienmarkt weiterhin im Steigflug

In inzwischen regelmäßig gepflegter Einmütigkeit äußern sich die großen Maklerhäuser zu den transparenten deutschen Metropolen-Immobilienmärkten. Wir haben die Zahlen zum ersten Halbjahr von JLL, BNPPRE, CBRE und Colliers unter die Lupe genommen. Zwar gibt es in der Erfassung noch Unterschiede, bei den Trends herrscht jedoch Einigkeit. Der Flächenumsatz dürfte in den Top-Märkten insgesamt um etwa 10% gestiegen sein. Der 5-Jahresschnitt der jeweils ersten Halbjahre wurde ebenfalls deutlich um etwa 15% übertroffen.

4. Juli 2016 Geldpolitik

VÖB-Jubiläumsgala im Schloss Charlottenburg

Kein anderer Spitzenverband der deutschen Kreditwirtschaft zählt mehr Institute auf seiner Mitgliederliste, die direkt von der EZB-Bankenaufsicht kontrolliert werden, als der VÖB. Aktuell sind es 13. Wie VÖB-Präsident Gunter Dunkel jüngst ankündigte, soll auf der Mitgliederversammlung am 10.11. noch ein weiteres von der EZB direkt beaufsichtigtes Institut dazu stoßen.

30. Juni 2016 Geldpolitik

Brexit – Wie Notenbanken jetzt agieren

Gut eine Woche nach dem Brexit-Votum zeigt sich, dass die auf Krisen-Szenarien vorbereiteten Notenbanken kaum gefordert wurden. Am unmittelbarsten haben noch die Devisenkurse reagiert, mit sofortiger Wirkung auf das Wirtschaftsgeschehen. Die Schweizer Nationalbank gab Franken in den Markt, damit die eigene Währung nicht zu fest notiert. Das Pfund ist gegenüber dem US-Dollar so schwach wie seit Jahrzehnten nicht mehr und steht auch im Vergleich zum Euro unter Druck.

30. Juni 2016 Geldpolitik

Finanzplatz – Wer beerbt London?

Für die Nachfolge Londons als Europas Finanzplatz Nr. 1 gehen Dublin, Frankfurt, Luxemburg und Paris ins Rennen. Dublin und Luxemburg können zwar mit einem attraktiven Steuersystem punkten, aber die Städte sind zu klein, um einen Großteil der rd. 350 000 Banker aus der Londoner City aufzunehmen. Die sprachliche und geografische Nähe der irischen Hauptstadt zu London dürfte diesen Nachteil nicht wettmachen.

29. Juni 2016 Geldpolitik

Kein Brexit-Crash – Blamage der Wirtschaftsprofessoren

Mehr denn je kämpfen Deutschlands bekannteste Wirtschaftsprofessoren um mediale Aufmerksamkeit. Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen IMK fordert gern die EZB heraus, aber auch Clemens Fuest (ifo) steht seinem Vorgänger Hans-Werner Sinn in nichts nach. Am tollsten treibt es DIW-Chef Marcel Fratzscher, der sich für kein drastisches Zitat zu schade ist.

29. Juni 2016 Geldpolitik

Schicksal der Börsenfusion hängt jetzt an der britischen Politik

Am kommenden Montag (4.7.) stimmen die Aktionäre der Londoner LSE auf einer Sonder-HV über den geplanten Zusammenschluss mit der Deutschen Börse ab. Erwartet wird eine Zustimmungsquote von sozialistisch anmutenden bis zu 99%. Nach dem Kurseinbruch der LSE-Aktie und des britischen Pfunds im Gefolge des Brexit-Votums können die Anteilseigner der Londoner Börse mit dem im Fusionsvertrag fixierten Bewertungsverhältnis sehr gut leben. Auch bei dem noch bis zum 12.7. laufenden Umtauschangebot an die Aktionäre der Deutschen Börse zeichnet sich weiterhin ab, dass die Mindestannahmequote von 75% übertroffen wird. Doch seit dem Beschluss der Briten, die EU verlassen zu wollen, ist die Fusion der beiden wichtigsten Finanzmärkte Europas endgültig zum Spielball der Politik geworden.

28. Juni 2016 Immobilien

Immobilienwirtschaft nimmt den Brexit gelassen

Der Brexit hat fast alle überrascht. Auf der Tagung des immpresseclubs, der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten, direkt am Wahl-Donnerstag mit Bundesbank-Vorstand Johannes Beermannn drehte sich alles um das Brexit-Referendum. Die als abgehoben empfundene Politik hat sich von großen Teilen der Bevölkerung und ihren Ängsten vor Altersarmut durch Nullzins, Enterbung der Kinder durch Vermögensverzehr im Alter, Nicht-Kontrollierbarkeit der EU-Grenzen und einer ungezügelten Immigration entfremdet. Viele Wähler, deren Kreuzchen lediglich ein Denkzettel sein sollte, und Politiker, die den Brexit-Wahlkampf als Karriere-Beschleuniger nutzen wollten, werden sich jetzt wie der Zauberlehrling vorkommen.

27. Juni 2016 Geldpolitik

Deutscher Immobilienmarkt profitiert vom Brexit

Die Stimmung ist gut in der deutschen Immobilienbranche. Insbesondere in den wichtigsten Bürozentren zeichneten sich dank der robusten konjunkturellen Entwicklung steigende Umsätze ab, erläutert Carsten Ape, Deutschlandchef des Immobilien-Dienstleisters CBRE, im Gespräch mit PLATOW.

21. Juni 2016 Geldpolitik

Brexit – So handeln unsere Trader

Damit Sie eine Idee davon bekommen, wie die Trader in unserem Dachwikifolio PLATOW Best Trader Selection im Vorfeld der morgigen Abstimmung in Großbritannien agieren und welche Pläne sie für die beiden möglichen Szenarien nach dem Referendum verfolgen, haben wir jeden Einzelnen in dieser Woche kontaktiert und um ein Statement gebeten. Die Antworten fast aller Trader erhalten Sie heute hier exklusiv:

Gerd Odenius (Regel Nr. 1: Kein Geld verlieren):
„Ich gehe das neutral an, da die Investitionen in meinem wikifolio eh auf mittlere bis lange Sicht gedacht sind. Ich werde nichts ändern, allerdings kaufe ich seit einigen Wochen auch nicht zu und habe Positionen, die ich verkauft habe, weil sie meinen Kriterien nicht mehr entsprachen, teilweise nicht ersetzt. Bei einem Brexit erwarte ich die stärkste Volatilität seit der Lehman-Pleite und werde nach günstigen Einkaufsgelegenheiten suchen. Die Märkte sollten sich nach einigen Tagen wieder beruhigen und zur Tagesordnung übergehen. Bei einem Bremain erwarte ich kurzfristig ein deutliches Anziehen. Da das aber keinen Einfluss auf die Investitionsentscheidungen für mein wikifolio hat, werde ich höchstens nach Möglichkeiten zur Gewinnmitnahme Ausschau halten. Wie immer suche ich günstige Gelegenheiten, um in Unternehmen zu investieren, die ich für unterbewertet und aussichtsreich halte. Die Zeiten sind sehr unruhig geworden, was für erhebliche Unsicherheit spricht. Deshalb kann es sein, das ich die Cashquote erhöhe, falls es zu Kursgewinnen kommen sollte.“

Jürgen Kraus (All in One):
„Zunächst gehe ich die Sache ganz neutral an. Ganz egal, wie die Abstimmung ausgeht, denke ich, dass danach ein neuer Aufwärtstrend an den Börsen eingeleitet werden könnte. Momentan beträgt die Cashquote in unserem Wikifolio ca. 50%. Eventuelle Panikverkäufe im Falle eines Brexits werden wir nutzen, um unseren Investitionsgrad wieder auf 100% hochzufahren. Im Falle eines Bremains erwarte ich mittelfristig weiter steigende Kurse. Wir bleiben also positiv eingestellt.“

Michael Flender (Goldesel Trading):
„Ich denke, England wird in der EU bleiben. Die Unsicherheit haben wir jetzt allerdings schon zum Großteil letzte Woche gesehen. Ich habe schon im Vorfeld die Aktienquote hochgefahren, um die tieferen Kursen durch die Verunsicherung zu nutzen. Ich denke, diese Kurse sind gute Kaufkurse. Ich habe jetzt wieder etwas Cash aufgebaut. Sollte der Brexit kommen und dadurch Panik entstehen, werde ich bei Qualitätsaktien wieder zuschlagen. Selbst bei einem Brexit wird die EU nicht untergehen, auch wird sich das ganze sehr lange hinziehen. Auf den Remain spekuliere ich bereits mit einer hohen Aktienquote. Um weiterhin besser abzuschneiden als der DAX, werde ich in Panikphasen Aktien kaufen und in die Rebounds hinein Gewinne mitnehmen. Sollte ich das Gefühl bekommen, dass sich neue Aufwärtstrends etablieren, versuche ich auch mal länger Trends in Aktien zu spielen.“

Manfred Beutler (MB Tradingsystems):
„Das Handelssystem wird bei hoher Volatilitätserwartung entsprechend vorsichtig mit einer kleinen Position long, short oder gar nicht im Markt sein. Auf spätere Positionierungen hat ein Brexit oder Bremain keinen Einfluss.“

Joachim Köngeter (Tradingchancen deutsche Aktien):
„Momentan sieht es so aus, als ob die Wahrscheinlichkeit ansteigt, dass es keinen Brexit gibt. Davon werde ich in zunehmendem Maße ausgehen. Ich werde – wie es im Moment aussieht – einige Kursgewinne im Vorfeld der Entscheidung mitnehmen und zum Entscheidungspunkt selbst wohl wieder eine niedrigere Investitionsquote fahren. Im Falle eines Brexits hätte ich dann eine hohe Cashquote, die ich dann zu aggressiveren Käufen in Panikkursen nutzen würde. Im Falle eines Bremains würde ich wohl nicht viel unternehmen, da die Kurse – wie es jetzt ausschaut – bereits gut angestiegen sind. Die kommenden Monate werden ich wohl, wie die Erfahrung gezeigt hat, ruhig, mit einer relativen hohen Cashquote fahren.“

Dirk Middendorf (Carpe diem Aktientrading):
„Ich erwarte nach den jüngsten Entwicklungen der letzten Tage keinen Brexit, habe mich aber im Vorfeld der Abstimmung sehr defensiv aufgestellt. Im Falle eines Brexits werden die Kurse kurzfristig deutlich fallen, im Falle eines Bremains deutlich steigen. In beiden Fällen werde ich aber die Investitionsquote im Anschluss deutlich steigern. Ich erwarte eine Sommerrally auf Grund der hohen Liquidität und der großen Vorsicht der letzten Wochen und auf Grund der wegfallenden Unsicherheit über den Brexit. Aus jetziger Sicht würde ich ab August/September wieder vorsichtiger werden“.

Carsten Schorn (Abacus):
„Ich gehe die Sache relativ neutral an. Selbst wenn ich wüsste, welches Lager gewinnt, muss das nicht gleichbedeutend mit einer rasanten Kurssteigerung bzw. einem Kursverfall sein. Letztendlich ist es auch entscheidend, auf welchem Niveau wir uns dann befinden. Prinzipiell habe ich schon seit längerem mit einer Korrektur vor der Brexit-Entscheidung gerechnet, da vor allem Anfang 2016 uns gezeigt hat wie nervös die Märkte sind. Demnach war für mich klar, dass allein die Unsicherheit der Brexit-Diskussion ausreichend ist, um für negative Stimmung an den Märkten zu sorgen. Was mich überrascht hat, war der Zeitpunkt und die Intensität. Ich hatte eher vermutet, dass 1-2 Wochen vor der Brexit-Entscheidung ein stetiger leichter negativer Trend anhält (Abverkäufe/Gewinnmitnahmen). Vom Handelsansatz her war es wichtig, genügend Cash auf Reserve zu haben, um die teilweise starken Kursverwerfungen zu nutzen und antizyklisch davon zu profitieren. Dennoch war ich etwas überrascht und wäre mit einem noch kleineren Portfolio mit mehr Cash besser gefahren. Es erwartet im Prinzip jeder bei einem Bremain starke Kurssteigerungen und bei einem Brexit Kursverluste – ich wäre bei solchen Erwartungen vorsichtig. Wie gesagt kommt es auch auf das Niveau an, auf dem sich der Markt befindet – stehen wir bei circa 10 000  Punkten wie jetzt, kann der Bremain auch schon eingepreist sein und die Märkte trotz eines Verbleibs von GB negativ reagieren. Die Strategie bleibt seit den Erfahrungen Anfang des Jahres vorsichtig – ich möchte stets handlungsfähig sein und belasse daher meine Cashquote relativ hoch. In Werten, von denen ich fundamental überzeugt bin, werde ich jedoch Positionen halten und investiert bleiben. Ich persönlich habe nichts gegen eine hohe Vola und blicke daher positiv in die nächsten Wochen.“

Ingo Reeps (Special Investments 1):
„Ich hatte bis vor ca. 2 Wochen eine Aktienquote von 50%, u.a. wegen des Brexit-Risikos. Letzte Woche wurde ein Brexit von den Märkten deutlicher eingepreist, so kam ich zum Beispiel mit meinen Limits bei Evonik zum Zuge. Meine Aktienquote stieg dadurch auf ca. 58%. Falls es zum Brexit käme, würde ich die Quote weiter deutlich erhöhen. Aktuell sieht es meines Erachtens aber nicht nach einem Brexit aus. Für die kommenden Monaten bleibe ich eher vorsichtig und suche nach Sondersituationen auf Basis neuer Firmen- und Branchendaten.“

Simon Weishar (Szew Grundinvestment):
„Nach den jüngsten Ereignissen erwarte ich einen Verbleib in der EU, verlasse ich mich da aber nicht drauf. In meinem wikifolio bleibe ich meiner Strategie treu, aus meiner Sicht unterbewertete Unternehmen zu halten. Da sich auf Grund eines Brexits nichts an dieser Unterbewertung ändern würde, halte ich diese Positionen auch über die Abstimmung. Im Falle eines Brexits erwarte ich kurzfristige Verwerfungen am Markt und werde danach Ausschau halten, welche Unternehmen zu Unrecht am meisten abgestraft wurden um dann evtl. Umschichtungen vorzunehmen. Im Falle eines Bremains erwarte ich kurzfristig keine Kurssprünge mehr, aber ein anhaltend positives Marktumfeld, in dem sich die Unterbewertungen am besten abbauen können. Dann würde ich die Positionen reduzieren.“

Karl-Heinz Bleser (Börsenchancen clever nutzen):
„Ich gehe davon aus und bin von Anfang an davon ausgegangen, dass es nicht zu einem Brexit kommt. Wichtigste Referenz sind für mich die Wettquoten der Buchmacher. Die Rückgänge der letzten Tage/Wochen wurden für Käufe genutzt. Ich erwarte nach dem Brexit eine Erleichterungsrallye, wenngleich auch schon viel eingepreist ist. Im Falle eine Brexit würde der Markt nochmal 5%, maximal 10% fallen. Wäre alles „halb so wild“, ich würde dann nachkaufen. Bleiben die Briten in der EU, erwarte ich eine kurze Erleichterungsrallye, danach zurück zum Tagesgeschäft. Bei Übertreibungen nach oben würde ich ggf. ein bisschen dagegen den Markt shorten. Grundsätzlich gehe ich in den kommenden Monaten von freundlichen Börsen aus, solange die EZB (und andere Zentralbanken) expansiv agieren. Ich erwarte aber keine Höhenflüge im DAX. 2016 ist und bleibt ein wirklich sehr schwieriges Anlagejahr. Ich denke wir werden eher volatil seitwärts laufen. Hier kommt es auf die richtige Titelauswahl bzw. das richtige Marktgespür an, um die teilweise sehr übertriebenen Bewegungen profitabel zu traden.“

Vinzenz Kemeter (Volatrader):
„Ich verfolge die Umfragen, halte jedoch beides für möglich. Mein wikifolio verfügt über ausreichend Barreserven, um auf etwaige Gelegenheiten reagieren zu können. Bei einem Brexit erwarte ich weniger dramatische Reaktionen als allgemein befürchtet. Sicher bin ich mir da jedoch keineswegs. Nur im Fall von erheblichen Reaktionen werde ich auch deutlicher als sonst aktiv werden. Bei einem Bremain werden die von mir favorisierten Kursstürze wohl ausbleiben. Aber jeder Tag bietet seine Chancen. Grundsätzlich bleibt meine Strategie gleich, ich werde eventuell öfter auch auf längere Kurszyklen setzen.“

Stephan Beier (Trendfolge Long/Short Smallcap):
„Ich gehe an die Abstimmung mit einer neutralen Grundhaltung heran. Die zukünftige Ausrichtung meines wikifolio wird nicht durch den Brexit beeinflusst, sondern kurzfristig ausschließlich durch die tendenzielle Marktrichtung. Ich erwarte persönlich fallende Märkte. Meine persönliche Erwartung hat aber keine Auswirkung auf die Ausrichtung des wikifolios, da diese rein quantitativ bestimmt wird. Das wikifolio ist derzeit tendenziell eher neutral ausgerichtet und würde wahrscheinlich keine erheblichen Ausschläge verursachen, egal wie die Entscheidung ausfällt.“

Christian Nüchter (Earnings Per Share Surprise Trader):
“Bei mir spielen politische Entscheidungen keine Rolle, von daher bin ich da neutral. Ich glaube auch, dass im Falle eines Brexits die Ängste übertrieben sind. Einen langfristigen Abwärtstrend deshalb würde ich nicht sehen. Kurzfristig kann es natürlich zu Verwerfungen kommen, aber ich verfolge keine Strategie für den kurzfristigen Horizont. Es gibt daher auch keine Maßnahmen vor der Abstimmung und auch keine im Falle des Brexits oder des Bremains. Auch für die kommenden Monate bin ich leicht positiv gestimmt. Das Zinsniveau ist auf sehr niedrigem Niveau und wird es meiner Meinung nach auch bleiben (vor allem im europäischen Raum). Die Bewertung ist nicht niedrig, aber auch nicht zu hoch. Insgesamt möchte ich daher meine Strategie so lassen wie gewohnt und wie es auch im wikifolio beschrieben ist.“

20. Juni 2016 Geldpolitik

EZB-Anleihekäufe – Karlsruher Kotau vor Europa

Es mag Zufall gewesen sein, dass die Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts zum umstrittenen OMT-Anleihekaufprogramm von EZB-Präsident Mario Draghi ausgerechnet zwei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Brexit-Referendum in Großbritannien erfolgte.

15. Juni 2016 Versicherungen

Signal Iduna wird gegenüber Politik deutlicher als der GdV

Die klassische Lebensversicherung mit ihren starren Garantieversprechen ist mit der Zinsflaute zum Auslaufmodell geworden. In abgewandelter Form, so Signal Iduna-Chef Ulrich Leitermann im Telefonat mit PLATOW, bleibt sie für die Altersversorgung zwar relevant. Der zu den größten deutschen Versicherern zählende Hamburger „Assekuranz-Verein““ setzt dabei aber vor allem auf die betriebliche Altersversorgung.

13. Juni 2016 Geldpolitik

Negativzins kommt beim Anleger an

Lange behielten Industrie und Banken ein ruhiges Gemüt, wenn es um die Sorge vor einem EU-Ausstieg Großbritanniens ging. Doch je näher das Brexit-Referendum am 23.6. rückt, desto nervöser reagieren die Kapitalmärkte. Am Dienstag schubst das Schreckgespenst Brexit sogar die zehnjährige Bundesanleihe von der Zinsklippe.

9. Juni 2016 Geldpolitik

Bremer Landesbank – Hansestadt könnte Sonderrechte erhalten

Am Freitag, nach Redaktionsschluss, tagte der AR der Bremer Landesbank, um über die Schließung der von der EZB-Bankenaufsicht festgestellten Kapitallücke zu beraten. Eine Einigung zwischen dem Land Bremen und der von Niedersachsen dominierten Nord/LB galt vor Beginn des Treffens als eher unwahrscheinlich.

8. Juni 2016 Geldpolitik

Aufstand der Banken gegen EZB – Negativzinsen, Regulierung, Kosten

Deutschlands Großbanken blasen zum Widerstand gegen die Negativzinspolitik von EZB-Präsident Mario Draghi. Als „Akt der Verzweiflung““ geißelt Deutsche Bank-Chefvolkswirt David Folkerts-Landau das jüngst von der EZB gestartete Ankaufprogramm für Unternehmensanleihen, mit dem Draghi das Zinsniveau noch tiefer in den Keller treiben will. Die Commerzbank erwägt gar die Hortung von Bargeld in Tresoren, um sich gegen die Negativzinsen der EZB zu wehren. Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker kommt vor dem Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten zu dem ernüchternden Befund, der Beweis, dass die unkonventionellen Maßnahmen der EZB dem Euroraum als Ganzes und den einzelnen Ländern helfen, stehe noch aus. Die Nebenwirkungen für die Banken seien indes „erheblich und nachhaltig““.

6. Juni 2016 Geldpolitik

Bremer Landesbank – Mit der Eigenständigkeit ist es wohl bald vorbei

Im kleinsten Bundesland Bremen ist Eigenständigkeit seit jeher Staatsräson. Das hat auch die Nord/LB bei ihrer ebenso stolzen wie eigenwilligen Tochter Bremer Landesbank oft genug zu spüren bekommen. Doch damit könnte es nun bald vorbei sein. Denn die EZB-Bankenaufsicht drängt bei der von der Schifffahrtskrise schwer gebeutelten Bremer Landesbank offensichtlich auf eine Kapitalspritze.

2. Juni 2016 Geldpolitik

EZB – Letzter Schuss der Bazooka

Am 8. Juni beginnt die EZB mit dem im März angekündigten Ankauf von Unternehmensanleihen. Nachdem der Leitzins bis auf 0% gesenkt wurde, der Einlagenzins negativ ist und seit über einem Jahr im großen Stil Staatsanleihen gelauft werden, dürfte Mario Draghi mit dem CSPP (Corporate Sector Purchase Programme) nun den letzten Schuss seiner im Jahr 2012 geladenen Bazooka abfeuern.

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