Vielleicht kommt ein sanfter Stimmungswandel doch in der Branche an. Zwar kann man in Genehmigungen nicht wohnen, wie ein Verbandspräsident zuletzt feststellte, aber allein der gute Wille ist schon positiv. Aktuell widersprechen sich auf den ersten Blick die Meldungen aus der Wohnungswirtschaft. Die Baugenehmigungen im ersten Quartal legten um 14% im Vorjahresvergleich deutlich zu. Der Verband Deutsche Pfandbriefbanken (vdp) meldet weiter steigende Wohnungspreise. Auf der anderen Seite stehen aber die miesen Stimmungsmeldungen.

Zuletzt berichteten wir vom Abrutschen des Finanzierungsindex Difi von JLL ins Negative. Auch das Immobilienklima im Deutsche Hypo/NordLB-Index hat gedreht. In der 221. Monatsbefragung sinkt das „Deutsche Hypo Immobilienklima“ gegenüber April um 4,7% und liegt jetzt 13,6% unter dem schon nur schwach erholten Vorjahreswert. In der aktuellen, monatlichen Umfrage des Ifo-Instituts hat sich die Stimmung im Wohnungsbau ebenfalls massiv verschlechtert. Das ifo-Geschäftsklima fiel von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte. Das ist der stärkste Rückgang seit April 2022. Der weltweite Branchenverband RICS meldet für Deutschland auch ein schwaches Stimmungsbild.

Timelag spiegelt positive Stimmung des vergangenen Jahres

Die Widersprüche lassen sich jedoch auflösen. Die Positivmeldungen der gestiegenen Preise gemachter Deals und der in den vergangenen Jahren vorbereiteten Baugenehmigungen spiegeln durch den Timelag eher die Stimmung der Erholungsphase des vergangenen Jahres. Das bestätigt auch Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Weder Regierung noch Geopolitik mit gestiegenen Kosten und Lieferkettenproblemen noch gestiegene Zinsen sind derzeit geeignet, den positiven Trend fortzusetzen.

Im März 2026 wurde in Deutschland der Bau von 21.800 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 11,5% oder 2.200 Baugenehmigungen mehr als im März 2025. Im gesamten ersten Quartal 2026 war ein Plus von 14% zu verzeichnen. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neubau um 8,2% oder 1.300 auf 17.600. Die Zahl genehmigter Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen, stieg im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 28% oder 900 Einheiten auf 4.200. Im Zeitraum von Januar bis März 2026 wurde in Deutschland der Bau von 63.500 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 14,6% oder 8.100 Wohnungen mehr als von Januar bis März 2025.

Deutlicher Anstieg auch bei Neubauten

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis März 2026 insgesamt 51.700 Wohnungen genehmigt, das waren 14% oder 6.300 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 13,7% (+1.500) auf 12.100 Einheiten. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 23,2% (+700) auf 3.600 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 33.100 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 14,9% (+4.300) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen ging dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,1% (-100) auf 2.800 Wohnungen zurück. In neuen Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis März 2026 insgesamt 1.400 Wohnungen (+73,7%; +600) genehmigt.