Immobilienpreise trotzen der Marktstimmung
Im Auftaktquartal haben die Immobilienpreise trotz negativer Stimmungslage zugelegt, vor allem Wohnen konnte punkten. Mit ein Grund ist eine neue Methodik der Datenerhebung.

Auf den ersten Blick überraschend ist in Anbetracht der schwachen Stimmungslage und des ruhigen Geschäftes die positive Botschaft des Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Denn unisono verbreiten ifo Institut für Wohnen, JLL im Finanzierungsindex Difi und der Büro-Index Victor sowie Bulwiengesa bzw. Deutsche Hypo/NordLB im Immobilienklima-Index oder auch der weltweite Verband RICS schlechte Stimmung. Das liegt am Timing von Ergebnissen längerer Prozesse wie bei Bau und Kauf sowie der Aktualität der Stimmungsbefragungen.

Im ersten Quartal 2026 legten die Immobilienpreise in Deutschland laut vdp um 2,2% gegenüber Vorjahr zu. Wie in den vorherigen Quartalen verzeichneten Wohnimmobilien mit 2,3% einen etwas stärkeren Preisanstieg als Büro- und Einzelhandelsimmobilien mit 1,9% bzw. 1,5%. Das erklärt sich aus PLATOW-Sicht daraus, dass der Index auf tatsächlich gemachten Verkäufen beruht. Diese Geschäfte sind zum einen eine Positivauslese des Immobilienmarktes, in der viele nicht mehr marktgängige Produkte nicht berücksichtigt sind und bilden zum anderen eine frühere Stimmungslage ab.
Preisanstieg in Hamburg am stärksten
Der Anstieg der Wohnimmobilienpreise im Auftaktquartal in Höhe von 2,3% resultierte vor allem aus der Entwicklung bei selbst genutztem Wohneigentum. Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen legten insgesamt um 2,5% zu. Mehrfamilienhäuser verteuerten sich von Januar bis März dieses Jahres um 2,2%. In den Top 7-Städten belief sich das Preiswachstum bei Wohnimmobilien auf durchschnittlich 3,6% gegenüber Vorjahr. Unter den sieben Metropolen verteuerten sich Wohnobjekte am stärksten in Hamburg (+4,9%). Etwas geringer fielen die Wachstumsraten in Düsseldorf (+4,1%), Frankfurt und Köln (jeweils +4%) sowie München (+3,5%) aus. Dahinter folgten Berlin (+2,9%) und Stuttgart (+1,7%). Bei den Neuvertragsmieten verzeichneten die Top 7-Städte mit durchschnittlich 2,4% eine geringere Zuwachsrate als Gesamtdeutschland (+3%).
Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp, interpretiert das Zahlenwerk positiv. Moderater Rückenwind habe den Aufwärtstrend des Vorjahres untermauert. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob sich der Trend in Anbetracht des Iran-Krieges im weiteren Verlauf des Jahres so fortsetzen werde. Der finde in den Zahlen des ersten Quartals noch wenig Niederschlag. Die Ermittlung der vdp-Index-Entwicklung erfolgte erstmals teilweise auf Basis einer angepassten Methodik, die seit 2020 von der Deutschen Bundesbank gemeinsam mit der vdp-Tochter vdpResearch entwickelt worden ist. Die neuen Indizes greifen laut Reiner Lux, Geschäftsführer vdpResearch, auf die Transaktionsdatenbank von vdpResearch aus echten Verkaufsfällen von mehr als 700 Banken und auf die zentrale Immobilienmarktdatenbank der Sparkassen-Finanzgruppe zurück.