Ende 2023 waren laut damaligem Development Monitor von bulwiengesa Wohnprojekte rund 30,1 Mio. qm Wohnfläche bekannt, die bis Ende 2026 fertiggestellt werden sollten. Nach aktuellem Projektstand werden 31% bzw. rund 9,4 Mio. qm davon nicht wie damals erwartet realisiert. Die Verbände monieren deshalb auch die aktuellen politischen Erfolgsmeldungen zunehmender Baugenehmigungen als voreilig. Das Fehlen von rechnerisch rund 125.000 Wohnungen zeige die Dimension des Realisierungsstaus, so bulwiengesa-Geschäftsführer Felix Embacher.

Trendwende lässt auf sich warten

Während Wohnen vergleichsweise stabil bleibt, setzt sich die Korrektur in anderen Segmenten fort. Das Büroprojektvolumen sinkt gegenüber dem Jahresende 2025 um 5,7% auf rund 25,8 Mio. qm, bei Logistikprojekten beträgt der Rückgang 7,7% auf rund 50,2 Mio. qm. Seniorenwohnen verzeichnet ein Minus von 8,4% auf rund 6,8 Mio. qm. Eine echte Wende im Bau lässt sich dem aktuellen Zahlenwerk nicht entnehmen. Zum Stichtag 30.06.2026 umfasst der Development Monitor knapp 22.000 Projekte mit insgesamt rund 174 Mio. qm Projektfläche. Das erfasste Gesamtvolumen liegt damit 2,7% unter dem Stand vom 31.12.2025.

Lediglich das Wohnprojektvolumen stieg um 2,9% auf rund 68 Mio. qm. Die stärksten Zuwächse verzeichnen die sonstigen Standorte außerhalb der klassischen A- bis D-Städte mit 6,6%. Auch die A-Städte legen im Wohnsegment um 3,4% zu. Allerdings befinde sich mit 31 Mio. qm fast die Hälfte davon lediglich in konkreter Planung. Wirklich im Bau sind nur rund 15,5 Mio. qm.

Auch die Baustartdaten sprechen gegen eine breite Trendwende. Das neu gestartete Projektvolumen liegt im Q2 2026 insgesamt rund 65% unter dem Höchststand der Zeitreihe. Im Wohnsegment beträgt der Abstand zum Peak des zweiten Quartals 2022 rund 67%. Rund 29% des Wohnprojektvolumens sind aktuell von einem verspäteten Baubeginn betroffen. BFW-Präsident Dirk Salewski resümiert, in der Realität schafften es viele Projekte nicht über die Genehmigung hinaus. Das liege ebenso an den weiter steigenden Kosten für Material und Finanzierung wie auch an den immer noch fehlenden Vereinfachungen von bremsender Bürokratie.