Logistikimmobilien boomen nur noch in Top-Lagen
Wie entwickeln sich Mieten, Leerstand und Nachfrage bei Logistikhallen? Eine neue Studie liefert Antworten. Das Ergebnis dürfte Eigentümer in der zweiten Reihe beunruhigen.
Erstmals legen bulwiengesa und ImmoScout24 mit dem GewerbeBarometer eine gemeinsame Analyse des deutschen Gewerbeimmobilienmarktes vor. Scout24, Mutter von ImmoScout24, hatte die Researcher im Dezember 2024 übernommen. Die Studie kombiniert die Markt- und Transaktionsdaten von bulwiengesa mit den Angebots- und Nachfragedaten aus Millionen ImmoScout24-Inseraten. Im Researcher-Markt kursiert freilich das Gerücht, Scout24 habe vor allem die Daten von bulwiengesa gewollt – weniger die Fortsetzung der Marktanalysen.
Spitzenmieten steigen, Probleme in der zweiten Reihe
Der Logistikmarkt entwickelt sich der Analyse zufolge nicht mehr einheitlich. Er differenziert sich nach Lage, Qualität und Nutzung. Die Nachfrage bleibt robust, erreicht aber das Niveau der Boomjahre nicht mehr. Das Neubauvolumen lag 2025 bei rund 4,3 Mio. qm und sinkt leicht; die Pipeline für die kommenden Jahre ist gut gefüllt.
Top-Logistikregionen bleiben stabil, ihre Spitzenmieten steigen weiter. In sekundären Standorten dagegen wachsen die Leerstände, die Mietdynamik lässt nach. Die Spitzenmieten der A-Stadt-Logistikregionen liegen im gewichteten Durchschnitt bei knapp 10 Euro; München führt mit 10,90 Euro. Laut ImmoScout24 ist das Angebot seit 2022 um rund 80% gewachsen. Gezielt nachgefragt würden vor allem kleinere Einheiten und gut angebundene Standorte, erläutert Lead Data Analyst Kristian Kehlert.
Rüstung und Rückkehrer aus Asien treiben die Nachfrage
Neue strukturelle Treiber prägen die Nachfrage – über den E-Commerce hinaus. Im Fokus stehen geopolitische Entwicklungen: Verteidigungsnahe Unternehmen sowie öffentliche und sicherheitsrelevante Akteure gewinnen an Gewicht. Zugleich kehren internationale Investoren und Nutzer zurück, vor allem aus Asien. Gefragt sind spezialisierte, infrastrukturell gut angebundene Flächen in strategischen Lagen. Standardisierte Objekte in weniger etablierten Regionen verlieren dagegen an Attraktivität – die Schere im Markt öffnet sich weiter.