Preiserwartungsindizes nehmen Kurs auf Zinswende-Desaster
Die Preiserwartungen für Wohnen und Büro sind laut FPRE-Analyse deutlich eingebrochen. Insbesondere bei Wohnen kommen zudem signifikante regionale Unterschiede hinzu.

Einen deutlichen Einbruch der Preiserwartungsindizes für Wohnen und einen nahezu desaströsen Abbruch für Büro ermittelte Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) in der Befragung von 326 Experten hinsichtlich deren Erwartungen zur Wert- und Mietpreisentwicklung. Wohnungsmieten bleiben aus Sicht der Befragten dagegen weiter im Aufwärtstrend. Die Befragungsergebnisse verdichtet FPRE dann zu Preisindizes, die auf einer Skala von -200 bis +200 abgetragen werden. Ein Indexwert von 0 zeigt erwartete Preisstabilität an, einer von +/-100 hohe Einigkeit über ansteigende bzw. sinkende Preise.
Bei den Büro- und Geschäftshäusern setze sich der Negativtrend fort und habe sich zuletzt sogar beschleunigt, so Magnus Danneck, CEO Deutschland FPRE. Die 12-Monatserwartungen haben fast Katastrophenwerte der Zinswende nahezu wieder erreicht, macht der Chart deutlich. Der Preiserwartungsindex für Transaktionspreise verschlechterte sich von -20,2 Punkten im Herbst 2025 auf nun -65,2 Punkte, so Danneck. Auch bei den Büromieten habe sich das Stimmungsbild eingetrübt. Der Preiserwartungsindex liege bei -43,0 Punkten, nach -24,7 Punkten im Herbst 2025. Mit 47,3% erwartet fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer sinkende oder stark sinkende Büromieten in den nächsten zwölf Monaten. Nur 10,5% rechnen mit Mietsteigerungen. Die Frühjahrsumfrage 2026 markiere eine deutliche Stimmungskorrektur gegenüber dem Herbst 2025.

Stimmungsumschwung auch bei Wohnen
Der Stimmungsumschwung bei den Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen ist das markanteste Ergebnis der Frühjahrsumfrage 2026. Der Preiserwartungsindex fiel auf bundesweiter Ebene auf -14,8 Punkte nach noch 38,8 Punkten in der vorangegangenen Umfrage im Herbst 2025. Alle Wohnsegmente mit Eigentumswohnungen, Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern seien nach einer kurzen Erholungsphase wieder in den negativen Bereich gerutscht. Aktuell erwartet der größte Teil der Befragten (42,9%) in den kommenden zwölf Monaten stabile Preise. 36,0% rechnen jedoch mit sinkenden Preisen. Nur 21,1% gehen von Preissteigerungen aus. Das Bild hat sich gegenüber dem Herbst 2025 deutlich verändert, als noch rund 46% steigende Preise erwartet hatten.
Der Ausblick fällt für Einfamilienhäuser dabei leicht negativer aus als für Eigentumswohnungen. Auf Ebene der Bundesländer zeige sich ein heterogenes Bild. Bayern (24,0 Punkte), Mecklenburg-Vorpommern (24,2 Punkte) und Brandenburg (27,4 Punkte) weisen positive Indexwerte für Eigentumswohnungen auf. Am negativsten schätzen die Experten die Lage in Berlin (-35,3) und Schleswig-Holstein (-28,9) ein.
Bei den Transaktionspreisen für Mehrfamilienhäuser hat sich die Stimmung ebenfalls deutlich eingetrübt. Der Preiserwartungsindex sank von 28,8 Punkten im Herbst 2025 auf nun -27,3 Punkte. 39,9% der Befragten rechnen mit sinkenden Transaktionspreisen, 43,3% erwarten stabile Preise und lediglich 16,9% gehen von steigenden Preisen aus. Stark negativ beurteilt werden Berlin (-76,4 Punkte), Mecklenburg-Vorpommern (-28,6 Punkte) und Rheinland-Pfalz (-25,1 Punkte).
Robuster zeigt sich weiterhin das Segment der Wohnungsmieten. Einzig die Wohnungsmieten trotzten dem Trend, stellt Danneck fest. Der entsprechende Index sank zwar von 93,7 auf 69,1 Punkte, bleibt damit aber klar im positiven Bereich. 70,0% der Expertinnen und Experten erwarten steigende Mieten, 26,7% stabile Mieten und lediglich 3,3% sinkende Mieten.