Zündet der Bau-Turbo doch?
In den ersten beiden Monaten sind die Genehmigungen für Neubauten deutlich gestiegen. Der ZIA traut dem Braten aber noch nicht. Das sind die Gründe.
Während der Geschäftsklima-Index des ifo Instituts zum Wohnungsbau im März von -17,7 auf -19,5 Punkte aufgrund von Zinssorgen wieder heruntergegangen ist, meldete das Statistische Bundesamt vergangene Woche für Februar einen Anstieg der Baugenehmigungen um 24,1% auf 22.200 genehmigten Wohnungen. Davon machten Mehrfamilienhäuser rund 21.900 Wohnungen aus, ein Anstieg von 18%. Im Januar betrug das Wachstum 8,4%. Für das Jahr 2025 lag die Steigerungsrate bei 10,8%. Besonders der Wohnungsneubau wuchs stark um 30,6%, während die Genehmigungen im Bestand um 4% sanken. Für Januar und Februar zusammengenommen erhöhten sich die Genehmigungen im Neubau um 17,6%.
Für den ZIA sind die Zahlen ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer. Es bleibe aber die Frage, wie tragfähig der Aufschwung sei, kommentiert ZIA-Hauptgeschäftsführer Aygül Özkan. Außerdem bleibt die Frage, wie viele Baugenehmigungen in einem geänderten Umfeld mit möglicherweise steigenden Zinsen tatsächlich umgesetzt werden. In Genehmigungen kann man nicht wohnen, relativierte Kay Brahmst vom BFW Nord die schon positiven Januar-Zahlen. Die Rahmenbedingungen für Investitionen bleiben fragil, sieht denn auch der ZIA. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Baukosten und weiterhin teure Energiepreise belasteten die Projekte schon in der Planungsphase. Wer heute baue, gehe nach wie vor erhebliche Risiken ein, so Özkan.
Novelle des Baugesetzbuchs nachschärfen
Der kürzlich vorgestellte Referentenentwurf zur Novelle des Baugesetzbuchs (BauGB Novelle) setzt aus Sicht des ZIA an wichtigen Punkten wie Verfahrenstempo, Digitalisierung von Planung und Genehmigung sowie seriellem bzw. modularem Bauen an. Das würde aber nicht ausreichen, um die strukturellen Engpässe bei Planung und Genehmigung wirksam zu beseitigen.
Der Flaschenhals liege nicht im fehlenden Willen zu bauen, sondern in zu langsamen, zu komplexen und zu unsicheren Verfahren. Insofern bedarf es gezielter Nachschärfungen mit echtem Vorrang für den Wohnungsbau, kürzeren Fristen und verbindlicher Beschleunigung sowie einer „Fast Lane“ bei Bauleitplanverfahren mit einer Halbierung der Fristen, fordert der ZIA. Dazu bedürfe es deutlich mehr Flexibilität im Bestand, um schneller um- und weiterbauen zu können.