Die Spitzenmieten für Premium-Büroflächen sind laut der Studie „The European Prime Office Rebound“ von Hines im gewichteten EU-15-Index seit dem vierten Quartal 2019 um 35,6% gestiegen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 7,1%. Gleichzeitig ist die Bautätigkeit stark zurückgegangen. Zudem hat sich die Nachfrage durch hybride Arbeitsmodelle strukturell verändert. Während der Flächenbedarf insgesamt gesunken ist, konzentriert sich die Nachfrage zunehmend auf hochwertige, zentral gelegene Büroflächen. Diese Entwicklung führe zu einer klaren Zweiteilung des Marktes, so Hines.

Erstklassige Objekte (Grade A) profitieren von stabilen Fundamentaldaten, während sekundäre Bestände zunehmend unter Druck geraten. Das seien gute Voraussetzungen, gezielt in die „Kaufphase“ des Zyklus einzutreten. „Das Investitionsumfeld im europäischen Büromarkt ist derzeit sehr selektiv. Auf dem deutschen Markt bieten sich vor allem in den A-Standorten für moderne, nachhaltige und nutzerorientierte Trophy-Büroimmobilien große Potenziale“, sagt Alexander Möll, Head of Northern & Central Europe bei Hines. Ob die überall beschriebene Fixierung auf moderne, kommunikationsorientierte Class A-Gebäude vor monetärem Arbitrage-Hintergrund aber „in Stein gemeißelt“ ist, bleibt für PLATOW jedoch offen. Es gibt ja auch Menschen, die einfach in Ruhe in schnell erreichbarer Nähe arbeiten wollen.

Vier zentrale Treiber

Aus Sicht von Hines gibt es derzeit vier zentrale Treiber der aktuellen Marktentwicklung. Die Leerstandsquoten im Premium-Segment sind seit Jahren niedrig. Neubauten mit einem Alter von unter fünf Jahren machen in wichtigen Teilmärkten oft weniger als 3% des Bestands aus. In Londons Mayfair sind die Spitzenmieten in den vergangenen fünf Jahren sogar um rund 90% gestiegen. Im Verhältnis zu den Unternehmensgewinnen bestehe weiterhin Potenzial für Mietsteigerungen. Real betrachtet seien die Belastungen für Nutzer moderat geblieben, da viele Unternehmen ihre Flächen reduziert hätten. Gut angebundene Teilmärkte böten vergleichbare Mietdynamiken bei deutlich niedrigeren Preisen. Last but not least deuten steigende Transaktionsvolumina in Kernmärkten wie dem Londoner West End und dem Pariser CBD sowie positive Entwicklungen in Städten wie Mailand, Amsterdam und München auf eine schrittweise Rückkehr des Investorenvertrauens hin.