Verbände-Bündnis fordert „Bau-Turbo 2.0″
Der Bau-Turbo will immer noch nicht zünden. Deshalb fordert ein breites Bündnis von Verbänden jetzt ein Upgrade. Mit diesen sechs Maßnahmen soll dem Wohnungsbau auf die Sprünge geholfen werden.

Ein breites Verbände-Bündnis aus Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, ZIA, BBS, BDA, BDB, BFW, GdW, IVD, VBI, VDIV und VDP fordert einen „Bau-Turbo II“. Die 2025 dramatisch um 18% gesunkenen Fertigstellungszahlen auf nur noch 206.600 gebaute Wohnungen seien ein Beleg für die Notwendigkeit politischer Unterstützung des Wohnungsmarktes. Daran würden auch die aktuell steigenden Genehmigungszahlen, die noch auf dem Optimismus der vergangenen beiden Erholungsjahre beruhen, nichts ändern. Eine Genehmigung führe nicht automatisch zum Bau neuer Wohnungen. Im Gegenteil: Der Auftragsmangel bei den Wohnungsbauunternehmen nehme zu. Allerdings hat der Pfandbriefbanken-Verband VDP gerade erst mitgeteilt, dass seine Mitgliedsinstitute im ersten Quartal 2026 mit 39,8 Mrd. Euro 5,9% mehr Immobiliendarlehen als im Vorjahresquartal und 4,2% mehr als im Vorquartal ausgereicht haben.
Sechs Sofort-Maßnahmen
Die Verbände fordern einheitlich sechs Sofort-Maßnahmen: 1. Einen neuen gesellschaftlichen Konsens für den Wohnungsbau. 2. Gewährleistung einer verlässlichen Förderpolitik. 3. Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen. 4. Sicherstellung eines stabilen Finanzierungsumfeldes. 5. Einfaches Bauen durch Gebäudetyp E. 6. Keine unnötige Verschärfung der Mietenregulierung.
Mit dem am Freitag vor Pfingsten veröffentlichten Verbände-Appell möchte das Bündnis auf die zielführenden Maßnahmen im Koalitionsvertrag hinweisen, die aber bis heute noch nicht in die Umsetzung gekommen seien. Anstatt sich auf das zu konzentrieren, was zu Beginn der Koalition aus CDU, CSU und SPD vereinbart worden sei, würden im politischen Diskurs immer neue wohnungsbaupolitische Ideen diskutiert. Nur durch konsequente Umsetzung der Maßnahmen könne der seit über fünf Jahren andauernden Krise am Wohnungsmarkt ein Ende gesetzt werden. Das Bündnis bekräftigt abschließend sein Angebot an Bundesbauministerin Verena Hubertz, in einen intensiven Arbeits- und Umsetzungsdialog abseits der etablierten Runden zu treten.
Bundeskabinett beschließt neues Baugesetzbuch
Derweil hat am Mittwoch das Bundeskabinett die von Hubertz vorgelegte Neufassung des Baugesetzbuchs beschlossen. Damit soll der Wohnungsbau schneller und einfacher werden. Kern der Neuregelung ist eine Art Vorfahrtsrecht für den Wohnungsbau bei allen Genehmigungs- und Abwägungsprozessen wie etwa Umweltschutzprüfungen. Das „überragende öffentliche Interesse“ des Wohnungsbaus soll allerdings nur in Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten gelten.