Die Nachfrage nach innerstädtischen Einzelhandelsflächen entwickelte sich laut JLL in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich verhaltener als im Vorjahreszeitraum. Im Q2 2026 belief sich der Flächenumsatz in Deutschland auf 94.400 qm Ladenfläche (-13% zu Vorquartal). Das liegt signifikant unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 115.200 qm pro Quartal. Auf Halbjahressicht summierte sich der Vermietungsumsatz auf 203.300 qm. Das sei der schwächste Wert der vergangenen Jahre, so die JLL-Analyse. Auffällig sei die kontinuierliche Konzentration auf die zehn größten Einzelhandelsstandorte, die 51% Anteil der Abschlüsse im Q2 erzielten.

Schwacher Frühling drückt die Zahlen

Das Einzelhandelsklima in Deutschland zeigt in der ersten Jahreshälfte 2026 eine Verschlechterung nach dem stabileren Verlauf des Vorjahres. Insbesondere das Frühjahr 2026 war von schwächeren Werten geprägt. Die GfK Konjunkturerwartung verzeichnete einen Stimmungsumschwung mit einem Rückgang von 20,1 Punkten im Juni 2025 auf -13,7 Punkte im April 2026. Die GfK Anschaffungsneigung bewegte sich in H1 2026 zwischen -4,0 und -14,4 Punkten und signalisiert eine anhaltend zurückhaltende Konsumentenhaltung. Die Konsumentenstimmung in Deutschland bleibt in H1 2026 auf gedämpftem Niveau, wobei sich im Frühjahr eine Abschwächung zeigte. Zum Halbjahresende zeichnen sich erste Stabilisierungstendenzen ab, die jedoch noch keine nachhaltige Erholung signalisieren.

Die JLL-Verfügbarkeitsquote nach Fläche erhöhte sich gegenüber dem Vorhalbjahr um 1,0%-Punkt auf 15,1%. Auch nach Anzahl der Ladenlokale war ein leichter Anstieg von 15,1% Leerstand auf aktuell 15,7% zu beobachten. Die Quote umfasst realen Leerstand, aber auch Flächen, bei denen der Mietvertrag binnen der nächsten 18 Monate ausläuft, die im Umbau sind oder wo der aktuelle Nutzer einen Nachmieter sucht.

In der überwiegenden Mehrzahl der zehn führenden Einzelhandelsstandorte zeigen sich die Spitzenmieten im Q2 2026 stabil. München verteidigt mit unveränderten 340 Euro/qm/Monat seine Position als kostspieligster Markt Deutschlands. Frankfurt am Main hält das Niveau bei 280 Euro, während Hamburg und Stuttgart jeweils 250 Euro notieren. Köln bleibt bei 225 Euro, Hannover bei 170 Euro und Leipzig bei 110 Euro. Im Jahresvergleich zeigen drei Standorte nennenswerte Veränderungen. Berlin verzeichnet einen Rückgang um 3,4% auf 280 Euro, während Düsseldorf um 3,6% auf 290 Euro zulegt. Nürnberg weist mit einem Minus von 15,4% auf 110 Euro die deutlichste Korrektur unter den zehn Hochburgen auf.