Im zweiten Quartal 2026 ging laut JLL der Flächenumsatz bei der Einzelhandelsvermietung in Deutschland um 13% gegenüber Vorquartal auf 94.400 qm Ladenfläche zurück. Das läge signifikant unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 115.200 qm pro Quartal. Auf Halbjahressicht stelle der Vermietungsumsatz von insgesamt 203.300 qm den schwächsten Wert der vergangenen Jahre dar. Auffällig sei die kontinuierliche Konzentration auf erstklassige Standorte. Mit 51% hält sich der Anteil der Abschlüsse in zehn Metropolen im Q2 2026 auf dem erhöhten Niveau des Vorquartals. Händler richteten trotz der gedämpften Gesamtnachfrage ihre Expansion gezielt auf Toplagen aus, resümiert Aniko Korsos, JLL Head of Retail Leasing.

Beim Flächenumsatz zeige sich ein differenziertes Bild. Ca. 41% der angemieteten Flächen entfallen auf die zehn Metropolen. Das sei ein Rückgang um 51% im Vergleich zum Vorquartal, so JLL. Dennoch bliebe mit 61% Marktanteil die Präsenz internationaler Konzepte stark ausgeprägt. Berlin dominiere die Top-Zehn-Märkte im ersten Halbjahr 2026 mit einem Flächenumsatz von 31.200 qm bzw. einem Drittel des Flächenumsatzes der zehn Metropolen.

München weiterhin mit höchster Spitzenmiete

Auf den Plätzen folgen Düsseldorf mit 12.400 qm aus 17 Abschlüssen sowie Leipzig mit 11.900 qm. Hamburg positioniert sich mit 8.100 qm auf Rang vier, gefolgt von München mit 7.800 qm und Stuttgart mit 7.100 qm. Frankfurt verbucht 6.400 qm, Hannover 5.200, Köln 4.300 qm und Nürnberg lediglich 300 qm. Der Textilhandel repräsentiert mit ca. 52.700 qm ca. 26% des Vermietungsgeschehens. Auf Rang zwei folgt die Sparte Gastronomie/Food mit einem Anteil von 24% am Gesamtumsatz (48.400 qm).

In den meisten Top-Einzelhandelsstandorten blieben die Spitzenmieten stabil. München verteidigt mit unveränderten 340 Euro seine Spitzenposition. Frankfurt hält das Niveau bei 280 Euro, während Hamburg und Stuttgart jeweils bei 250 Euro notieren. Köln bleibt bei 225 Euro, Hannover bei 170 Euro und Leipzig bei 110 Euro. Berlin verzeichnet einen Rückgang um 3,4% auf 280 Euro. Düsseldorf legt mit einem Zuwachs von 3,6% auf 290 Euro zu.