Wird Homeoffice zum ersten KI-Target?
KI könnte langfristig vor allem Homeoffice-Jobs bedrohen. Das würde sich wiederum positiv auf die Bürometropolen auswirken.

Mittlerweile mehren sich die Überlegungen mancher Homeoffice-Arbeiter, inwieweit Heimarbeit ohne direkten Vorgesetzten-Kontakt Sinn macht. KI wirft Schatten voraus. Mittelfristig wird KI Arbeitsplätze des derzeitigen Beschäftigungsbestandes kosten. Neu durch KI geschaffene Arbeitsplätze lassen sich nach der noch arbeitsintensiven Implementierungsphase noch nicht abschätzen. Die Anforderungen dürften sich aber vom typischen Homeoffice-Beschäftigten unterscheiden.
Insofern stellt sich für PLATOW mit Blick auf die echten Bürometropolen durchaus die Frage, wen es zuerst treffen könnte, und welche Standortwirkungen abzuleiten sind. Die Metropolen könnten als „the place to be“ profitieren. Und da ist nicht von der Hand zu weisen, dass gerade Arbeitsplätze, die im Homeoffice gut ausgefüllt werden können, diejenigen Arbeitsplätze sind, die sich durch KI-Agenten am besten ersetzen lassen.
Jeder Dritte im Dienstleistungssektor arbeitet im Homeoffice
Laut jüngster ifo Konjunkturumfrage arbeitete im August mehr als ein Drittel (35,1%) aller Beschäftigten im Dienstleistungssektor zumindest teilweise im Homeoffice. In der Gesamtwirtschaft lag der Homeoffice-Anteil im August bei 24,9% bzw. einem Viertel. Die Anteile seien stabil. Seit Jahren sähe das ifo-Institut weder insgesamt noch in den Branchen nennenswerte Veränderungen im Homeoffice-Anteil, so ifo-Forscher Jean Victor Alipour. Die Unternehmen im Großhandel verzeichneten einen Homeoffice-Anteil von 17,7%. In der Industrie waren es 16,4%.
Deutlich niedriger waren die Anteile im Einzelhandel und im Baugewerbe: Hier arbeiteten im August 6,2% bzw. 5,1% der Beschäftigten zumindest teilweise von zuhause. Die deutschen Ergebnisse deckten sich mit internationalen Auswertungen. Homeoffice habe sich in den meisten Industrieländern fest etabliert, resümiert Alipour.