Der europäische Büroflächenumsatz leidet auch im ersten Quartal 2026. Laut JLL brach der Büroflächenabsatz in den ersten drei Monaten um 14% auf rund 1,85 Mio. qm ein. Die europäische Büro-Immobilienuhr von JLL sieht fast alle Büromärkte im letzten Quadranten verlangsamter Mietsteigerungen vor dem Höhepunkt des Zyklus. Der Jahresauftakt hat in Europa durch gedämpfte Inflation, stabile oder sinkende Zinssätze und klarere staatliche Haushaltsbudgets zwar optimistisch begonnen. Das ist durch den Nahost-Konflikt jedoch hinfällig geworden. Die Wirtschaftsindikatoren schwächen sich ab, Zinserhöhungen werden wahrscheinlicher als Senkungen, erwartet Hela Hinrichs, Director EMEA Research bei JLL.

Die Polarisierung der Spitzenmieten zwischen erstklassigen und sekundären Immobilien nimmt auf den wichtigsten Märkten Europas zu. Die europäischen Bürospitzenmieten stiegen im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 5,6%. Das übertraf den Zehn-Jahres-Durchschnitt. Bemerkenswerte Erhöhungen der Spitzenmieten verzeichneten im Jahresvergleich Rotterdam (16,1%), Hamburg (13,9%) und London (12,5%) sowie mit starken Quartalszuwächsen Edinburgh und Dublin (beide 4,2%). Lediglich in Paris scheint eine Erschwinglichkeitsgrenze erreicht. Die französische Hauptstadt ist deshalb der einzige Indexmarkt, der im Quartalsvergleich zurückging. Weiteres Potenzial sieht JLL vor allem noch in Dublin, Helsinki und Madrid. 

Berlin erholt sich nach schwachem Vorjahr

Der Hauptgrund der Umsatzrückgänge um 14% auf 1,85 Mio. qm liegt in schwächeren Aktivitäten in wichtigen Märkten wie Paris (-15%), Frankfurt (-62%), Amsterdam und Südeuropa. Positiv schnitten kleinere Märkte wie Rotterdam und Utrecht ab. Aber auch Berlin konnte nach einem schwachen Vorjahresergebnis um 43% zulegen. London blieb robust und erreichte mehr als 200.000 qm Umsatz (+14%). Insgesamt 14 Märkte mussten jedoch Rückgänge hinnehmen.

Die europäische Leerstandsquote erreicht inzwischen den höchsten Stand seit 2010. Auf Europas Büromarkt stieg der Leerstand bis Ende März 2026 von 9 auf 9,4%. Zwölf Indexmärkte, insbesondere Edinburgh (+70 Basispunkte auf 7,4%), Warschau (+50 Bp auf 9,5%) und München (+40 Bp auf 8,9%) legten zu. Elf Märkte, darunter Utrecht (-130 Bp auf 4,1%), Amsterdam (-100 Bp auf 8,8%) und Madrid (-50 Bp auf 8,6%) verzeichneten Rückgänge. Paris erreicht mittlerweile 11,4%. London konnte durch den Mangel an neuen und sanierten Bürogebäuden den Leerstand leicht auf 8,8% abbauen. Obwohl die Leerstandsquote in Deutschland leicht gestiegen ist, deuten eine hohe Vorvermietungsquote und eine schrumpfende Entwicklungspipeline auf eine künftige Knappheit an hochwertigen Büroflächen hin, beruhigt Hinrichs die deutschen Sorgen.