Europas Logistikmärkte – Erholung macht sich breit
Die europäischen Logistikstandorte stehen vor einer Periode moderater Erholung, prognostiziert Garbe Industrial. Davon profitieren aber nicht alle Märkte gleichermaßen.

Die europäischen Logistikimmobilienmärkte stehen bis 2031 vor einer moderaten, aber selektiven Erholung, prognostiziert Garbe Industrial im aktuellen Forecast der Gabre Pyramid Map. Im flächengewichteten Mittel sinken die Spitzenrenditen in Europa von rund 5,3% auf 5,1% Die Multiplikatoren sollen dementsprechend von 18,7-fach auf 19,6-fach um eine Jahresmiete steigen. Welche Glaskugel hinter dieser Komma-Prognose steht, erschließt sich PLATOW nicht. Aber auf jeden Fall sieht Garbe einen positiven Trend. Zudem würden die Spitzenmieten durchschnittlich um 2,0% pro Jahr steigen. Auf Ebene der einzelnen Märkte falle die erwartete Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich aus.

Deutsche und britische Standorte gehörten zu den vergleichsweise reifen Märkten, so Garbe, und seien mit 10 deutschen und 3 britischen Regionen unter den Top-30 vertreten. Für GB wird bis 2031 ein durchschnittliches Wachstum der Spitzenmieten von 2,3% und für Deutschland von 2,1%pro Jahr erwartet. München liegt mit einem prognostizierten Mietwachstum von 3,2% p.a. sowohl Miete als auch mit einer Spitzenrendite von aktuell 4,50% an der europäischen Spitze. Manchester mit 3,1% Mietsteigerung und Berlin mit 3,0% liegen dahinter. Hier sieht Garbe eine Renditekompression von jeweils rund 40 Basispunkten.
In Polen entwickele sich der Markt positiv, unterstützt durch die gesamtwirtschaftliche Lage, ohne dass die Preise bislang entsprechend nachziehen. Grund sei der vorhandene Leerstandspuffer. Für 2026 bis 2031 wird mit einer durchschnittlichen Mietsteigerung von rund 1,7% pro Jahr und einer Renditekompression von rund 22 Basispunkten gerechnet. Italien sei das Spiegelbild zu Polen. Der Leerstand ist mit rund 3,7% bereits niedrig. Für 2026 bis 2031 wird ein durchschnittliches Mietwachstum in Italien von rund 1,6% pro Jahr und eine Renditekompression von rund 15 Basispunkten erwartet.
Weniger Neubauten
Im Forecast zeige sich ein gemeinsames Muster der Märkte. Die Mietdynamik in Europa bleibe insgesamt so gering, dass sich Neubauvorhaben bei den derzeit hohen Bau-, Finanzierungs- und Entwicklungskosten in vielen Märkten nur noch punktuell wirtschaftlich darstellen ließen. Dadurch gehe die Neubautätigkeit zurück. Aber noch sei kein flächendeckender Flächenmangel ablesbar.